Es ist eigentlich erstaunlich, dass „Top Five“ sogar in die deutschen Kinos kommt. Der Film lief überschaubar gut in den USA, die große Zeit von Chris Rock ist längst vorbei, Stars in Nebenrollen bringen auch nur so viel und vornehmlich schwarze Filme laufen hierzulande ohnehin praktisch nie.

Vielleicht verspricht man sich beim Verleih, dass der Film mit seiner Metaebene dann doch ein paar Zuschauer zu interessieren vermag. Das wäre theoretisch schon denkbar, aber leider ist das Ergebnis nicht besonders gut. Was Chris Rock hier erschaffen wollte, sollte etwas Vielschichtiges sein. Eine Art Kommentar auf sein eigenes Leben und seine Karriere, zugleich aber auch pointiert und witzig... „Top Five“ ist nichts davon.

Top Five - Chris Rock möchte gerne ernst genommen werden – das ist echt tragisch.

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Der Film läuft bei uns am 16.04.2015 in den Kinos an.
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Chris Rock spielt den Komiker Andre Allen, der zuerst mit Stand-up-Comedy erfolgreich gewesen ist und dann im Kino in einigen riesigen Hits mitgespielt hat. Aber dann geriet seine Karriere aus dem Ruder, denn Andre möchte mehr als nur ein Komiker sein. Er möchte ernsthafte Filme machen – und tut dies auch. Aber der Stoff, den er sich ausgesucht hat, ist alles andere als dazu geeignet, die Welt davon zu überzeugen, dass er auch ein großer Schauspieler ist.

Sein Agent warnt ihn sogar schon: Wenn der Film floppt, landet er als nächstes vielleicht bei „Dancing with the Stars“. Darum sind Gegenmaßnahmen notwendig – so zum Beispiel eine große Geschichte für eine noch größere Zeitschrift. Darum muss er sich mit der Journalistin Chelsea Brown (Rosario Dawson) treffen, die einen Artikel über ihn schreiben wird, nachdem sie ihn einen Tag lang begleitet hat.

Beide unterhalten sich, Andre lässt seine Vergangenheit Revue passieren und irgendwie funkt es. Dumm, dass seine Hochzeit, die als Reality-TV-Show vermarktet soll, auch schon ansteht.

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Witzig ist anders.
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Rock liebt sich selbst

Chris Rock spielt nicht nur die Hauptrolle, er schrieb auch das Drehbuch und inszenierte den Film. Er betrachtete „Top Five“ wohl auch als eine Art Befreiungsschlag, weil die von ihm ersonnene Figur Andre Allen (benannt nach seinem Bruder und seinem Großvater) nur eine leicht verklausulierte Version seiner selbst ist. Man kann nur für ihn hoffen, dass einige der Erlebnisse von Andre Allens Weg zum Ruhm nicht auf eigenen Erfahrungen basieren.

Laut, schrill, unkomisch – Chris Rock schafft es, sich bis auf die Knochen zu blamieren.Fazit lesen

Ein gutes Beispiel ist Andres flotter Dreier, der plötzlich zum Vierer wird – aus einem Traum wird ein Albtraum. Die Szene illustriert auch sehr schön, was bei „Top Five“ falsch läuft. Es sollte eigentlich lustig sein, wie die Situation immer mehr außer Kontrolle gerät und immer überdrehter wird, aber man kann nicht mal schmunzeln. Es ist einfach unkomisch.

Das ist generell das Problem des Films. Er soll zwar keine Komödie sein, bei der man sich ständig auf die Schenkel klopft, aber er soll durchaus Humor haben. Nur: Es gibt praktisch keine Szene, die lustig ist. Im besten Fall sind sie peinlich und unfreiwillig komisch, aber sie untergraben auch, was Chris Rock sich von „Top Five“ wohl erhoffte.

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Lachen können in diesem Film leider nur die Schauspieler selbst.
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Große Namen machen keinen großen Film

Neben Chris Rock und Rosario Dawson sind hier auch Kevin Hart als sein Agent, Cedric the Entertainer als zwielichtiger Promoter und Gabrielle Union als Andres Verlobte zu sehen. Mit dabei sind zudem Tracy Morgan und Luis Guzman dabei, während andere Stars wie Adam Sandler, Whoopi Goldberg, DMX oder Gabourey Sidibe in Cameos sich selbst spielen.

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Das ist fast der größte Spaß: Auf diese Cameos zu warten. Was die Sprechrollen betrifft, so gilt jedoch, dass die mehrheitlich guten Schauspieler wirklich verschwendet sind.

Irritierend ist im Übrigen auch Chris Rocks Neigung, das N-Wort inflationär einzusetzen. Man hat das Gefühl, dass der einzige Grund für seinen Einsatz ist, dem Film Kanten und Ecken zu verleihen. Ohne Erfolg.