Man sollte ja meinen, dass eine Oscarnominierung den entsprechenden Preiskandidaten in einen Zustand ehrfürchtigen Schweigens und Daumendrückens versetzt, so dass er seinen Film eigentlich nicht mehr promotet, sondern vielmehr in eine katatonische Starre fällt, bis klar ist, ob er den Academy Award nun einheimst oder nicht. Beim einem der Produzenten des neunfach nominierten Kriegsdramas "The Hurt Locker", Nicolas Chartier, hat die Nominierung aber scheinbar eher den Ehrgeiz geweckt - und ihn dazu verleitet, einen sehr dummen Fehler zu machen, der im schlimmsten Fall dazu führt, dass Kathryn Bigelows Meisterwerk von den Oscars ausgeschlossen wird.
War's das mit den Oscars?In der letzten Woche vor der Preisverleihung (die am 7. März ist) kam Chartier auf die Idee, e-mails an die Academy-Wähler zu schicken, in denen er für "The Hurt Locker" wirbt und gleichzeitig auffordert, "nicht für einen 500 Millionen Dollar-Film" zu stimmen, eine Bemerkung, die sich nur allzu deutlich auf "Avatar - Aufbruch nach Pandora" bezieht.
Das nun aber verletzt die Statuten der Academy, die klar sagen, dass man "nicht für einen Film oder eine Leistung werben darf, indem man ein schlechtes Licht auf eine konkurrierende Produktion oder Leistung wirft" , eine Regel, von der Chartier nichts wusste, weil er die Statuten nicht gelesen hat, aber Unwissenheit schützt ja bekanntlich nicht automatisch vor Strafe. Der Sprecherin der Academy zufolge, Leslie Unger, zieht man folgerichtig mehrere mögliche Konsequenzen in Betracht.
Chartier hat mittlerweile seiner Reue öffentlich Ausdruck verliehen. "Meine Naivität, Unkenntnis der Regeln und einfache Dummheit als ein erstmals Nominierter sind keine Entschuldigung für dieses Verhalten und ich bereue es zutiefst." teilte er in einem Brief an das Nachrichtennetzwerk The Associated Press mit. "Für den Oscar nominiert zu sein ist die höchstmögliche Ehre und ich hätte mir die Zeit nehmen sollen, die Regeln zu lesen."
Die Academy wird, nachdem die Oscar-Wahlen heute abend abgeschlossen sind, die Konsequenzen bald öffentlich bekannt geben. Zwei der möglichen Strafen könnten eine Verbannung Chartiers von der diesjährigen Zeremonie oder sogar die komplette Entfernung von The Hurt Locker aus dem Wettbewerb sein.
UPDATE: Mittlerweile hat sich die Akademy entschieden: Chartier darf nicht an der Oscarzeremonie teilnehmen. Sollte der Film allerdings den Oscar erhalten, wird Chartier ihn auch ganz normal bekommen, der Ausschluss bezieht sich wirklich nur auf die Verleihungsveranstaltung.





















Aha... weil der Produzent seine Klappe nicht halten konnte sollen alle anderen (Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseurin, Kameramann, Sound-Engineer, und Co.) mit drunter leiden? Merkwürdige Einstellung aber sie sei dir gegönnt...
@Extigy: Ich würde persönlich derartige Flames nicht mit Alter beginnen und dabei auf ordnungsgemäße Grammatik und Orthographie zu achten. Andererseits hast du wohl Recht...
@topic: Ich würde es an sich begrüßen, wenn der Film ganz ausgeschlossen wird. Das ist zwar hart, setzt aber ein Zeichen. Ansonsten lässt man halt niedrigere Angestellte (irgendwas kurz unterm Produzenten) die E-Mails schreiben und der Oscar wird dreckiger.
Die Aktion war auf jeden Fall sehr dumm und unanständig, egal ob verboten oder nicht.
Nun nun, bitte keine unnötige Aggression. Joker hat doch eigentlich nur "sone" geschrieben und da Du selbst "isses"; "nich" und ein leicht falsche Verwendung des Wortes "respektabel" in Deinem Post hast, solltest Du vielleicht bei anderen etwas Milde walten lassen. Man kann doch über alles reden und muss nicht virtuell schreien, d'accord?
Alter, isses dir nich möglich, wenn du schon was postest, das dann wenigstens in respektablem Deutsch zu schreiben!? Falls nicht empfehle ich den erneuten Besuch der Grundschule!