In einem Interview sprach Schauspieler und Regisseur Mel Gibson über die Superheldenfilme der heutigen Zeit, was sie für die Vielfalt bedeuten und die Rolle in einem Marvel-Streifen, die er hätte spielen sollen.

Früher war es undenkbar, doch heute stehen fast alle großen Stars Schlange, um in Superheldenstreifen mitspielen zu können. Kein Wunder, das Subgenre ist das wahrscheinlich erfolgreichste derzeit. Just hat Marvel's The First Avenger: Civil War die Milliardengrenze durchbrochen.

Für Hollywood, oder besser gesagt, für die Fans ist das Fluch und Segen zugleich. ZUm einen produzieren die Studios nun am laufenden Band ähnliche Vertreter, um den Durst des Publikums zu stillen, zum anderen hat man aber auch den Eindruck, dass fast keine anderen Blockbuster mehr produziert werden als Superheldenstreifen.

Mel Gibson als Thors Vater

Einer, der auch eine Rolle in einem Marvel-Streifen hätte übernehmen sollen, ist Ex-Superstar Mel Gibson. Dem wurde vor Jahren eine illustre Rolle angeboten.

"Vor langer Zeit wurde mir angeboten, Thors Vater zu spielen, aber ich habe es nicht getan", so Gibson über die Rolle des Odin, die schlussendlich an Anthony Hopkins ging, der sie demnächst in Thor: Ragnarok erneut spielen wird.

Das liegt aber nicht daran, dass Gibson Superheldenstreifen generell für schlecht hält, "Einige sind gut, einige sind witzig... Guardians of the Galaxy etwa. Oder der erste Iron Man. Und einige sind wie Rückgänge. Ich meine, ihr könnt euch gern ansehen, wie sie Spider-Man fünf Mal drehen. Der Film hat eine leichte Veränderung erlebt. Alle Filme leiden darunter, dass die Schauspieler sie nicht mehr allein mit ihren Namen tragen können. Es ist eine andere Art Filmgeschäft geworden."

Und damit meint Gibson den Umstand, dass nicht mehr die Stars den Film tragen, sondern dass der Charakter in einem Superheldenstreifen den Film trägt.

Ein wenig vermisst Gibson die alten Filmtage. "Ich habe den Eindruck, dass man wesentlich mehr Vielfalt an Stories, Filmen und Darbietungen erhielt. Man hatte mehr Möglichkeiten für tiefgründige Filmerlebnisse. Aber es ist nicht so, als sei das nicht mehr der Fall. Ich denke, das findet man heute im Independent-Bereich - aber sie müssen doppelt so schnell arbeiten für die Hälfte des Geldes."

Gibson selbst ist noch immer eine Art Aussätziger in Hollywood. Auch durch sein Alter erhält er kaum mehr Rollenangebote. Wenigstens sieht man ihn immer wieder mal. So demnächst in Blood Father.