Er ist der bestaussehende Gott, seit es Marvel gibt. Wenn er anmutig und mit voller Kraft seine Waffe schwingt, fallen seine Gegner zu Boden und die Fans reihenweise in Ohnmacht. Ein Blick in seine stechenden, leidenschaftlichen Augen genügt und die Mädchen werden schwach. Seine dunkle, wallende Mähne, sein lässiger Ledermantel, sein grünes Cape. Loki, der Held einer neuen Generation. Ach ja… und seinen Bruder Thor gibt’s auch noch.

Thor 2 - The Dark Kingdom - gamona am Roten Teppich14 weitere Videos

Chris Hemsworth (Thor) und Tom Hiddleston (Loki) sind sich sicher: Loki hat eindeutig die meisten Fans. Obwohl eigentlich Thor der titelgebende Held ist… Auch Regisseur Alan Taylor (u.a. „Game of Thrones“, „Mad Men“, „Die Sopranos“) schien sich darüber von Anfang an im Klaren zu sein, als er die Regiearbeit von Thor 2 – The Dark Kingdom übernahm. Denn er sorgte dafür, dass Lokis Fans nicht zu kurz kommen und aus Thor 2 ein exzellentes „Thor und Loki – Buddymovie“ wird.

Das Böse schläft nie

Dunkle Zeiten brechen über Asgard herein, die Thor nicht alleine bewältigen kann. Eine uralte Macht erwacht erneut zum Leben: der Äther. Mit der finsteren Energie wollten einst die Dunkelelfen die neun Königreiche des Universums unterjochen. Allerdings schlug Odins Vater die Elfen in die Flucht und sperrte den Äther gut verborgen weg. Ihrem Anführer Malekith gelang jedoch die Flucht und so sinnt er noch heute auf Rache.

Derweil ist Thor schwer beschäftigt: Wie Tony Stark in „Iron Man 3“ hat auch der Göttersohn mit den Folgen der Ereignisse aus „The Avengers“ zu kämpfen. Seit Lokis Wüten in New York geht in den neun Reichen alles drunter und drüber und Thor bemüht sich darum, den Schaden, den sein Bruder angerichtet hat, einzudämmen und den Frieden zurückzubringen. Zur Strafe für seine grauenvollen Taten muss Loki fortan den Rest seines Lebens im Gefängnis des Palastes verbringen.

Thor 2 - The Dark Kingdom - Stop! Hammertime!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 66/701/70
Der Mann mit dem Hammer ist wieder da.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Währenddessen hat Jane Foster (Natalie Portman), Thors Liaison von der Erde, nie aufgehört, an ihren Donnergott zu denken und nach ihm zu suchen. Als in London merkwürdige Energien geortet werden, begibt sie sich dorthin, um diese zu untersuchen. Dabei stößt sie auf den Äther, der von ihr Besitz ergreift. Thor, der aus all der Entfernung über sie wacht, begibt sich sofort zu ihr, um sie zu retten. Durch die Aktivierung des Äthers wird allerdings noch jemand anderes auf den Plan gerufen, der schon längst in Vergessenheit geriet: Malekith.

Um diesen außergewöhnlichen Gegner zu besiegen, braucht Thor die Hilfe seines ebenso mächtigen wie hinterlistigen Bruders Loki. Und so geht er mit Loki eine gefährliche Allianz ein, nie wissend, ob er von seinem Bruder nicht doch hinters Licht geführt wird.

Thor 2 - The Dark Kingdom - Stop! Hammertime!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 66/701/70
Neben den Hauptdarstellern sieht man Namen wie Jaimie Alexander, Zachary Levi, Tadanobu Asano, Idris Elba, Anthony Hopkins, Rene Russo, Kat Dennings...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Herr der Ringe meets Star Wars meets Marvel

Und so beginnt das Buddy-Movie: Thor und Loki gemeinsam gegen den Rest der Welt. Ihr Weg führt sie in drei unterschiedliche Reiche: vom schillernden Asgard zur fahlen Welt der Dunkelelfen bis auf die Erde. Alan Taylor legt diesmal einen Schwerpunkt auf Asgard.

Von meterhohen Säulengängen, fantastischen Panoramaausblicken und Seen über Sicherheits- und Kampfsysteme bis hin zur Kultur und Tradition Asgards – Taylor versucht, in alles einen Einblick zu gewähren. Dabei kamen grandiose Kulissen und Requisiten ebenso zum Einsatz wie haufenweise Greenscreen- und CGI-Action.

Thor 2 kommt dreidimensional in die Kinos. Doch wie immer bei Marvel: 2D genügt vollkommen. Ein paar Effekte sind ganz nett anzusehen, aber die meiste Zeit ärgert man sich doch wegen des 3D-Zuschlages an der Kinokasse. Wer einen IMAX-Saal vor der Tür hat, darf sich über eine etwas aufpolierte Version freuen, da wummert der lautstarke Actionsound von allen Seiten und auch Bild- und Leinwand ziehen einen mehr ins Geschehen.

Thor zeigt wieder allen, wo der Hammer hängt! Ein Muss für jeden Marvel-Fan.Fazit lesen

Doch selbst dafür gibt es sicher geeignetere Filme, die diese Technik beeindruckender umsetzen. In 2D darf man sich jedoch auf ein Actionfeuerwerk der feinsten Machart freuen. Alan Taylor mischt hier das (teils mittelalterliche) Fantasy-Genre mit Science-Fiction: lange Gewänder, opulente Fantasy-Reiche, Schwert-, Axt- und Dolchkämpfe vs. Laserpistolen, Energiewaffen, dunkle Materie, Wissenschaft und High-Tech-Gerätschaften, die z.B. in Asgards Krankenzimmern für Regeneration sorgen. Taylor lässt hier zwei ganz unterschiedliche Welten aufeinandertreffen und vereint sie gekonnt.

Thor 2 - The Dark Kingdom - Stop! Hammertime!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 66/701/70
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wir brauchen einen Gegenspieler!

So fühlt sich Thor 2 manchmal ein wenig nach „Der Herr der Ringe“ an, wenn atemberaubende Landschaften wie das Asgard'sche Königreich gezeigt werden, aber auch wie „Star Wars“, wenn hochmoderne Raumschiffe diese mittelalterliche Welt angreifen, mit Laserkanonen zurückgeschossen wird, High-Tech-Abwehrsysteme hochgefahren werden und Thor sogar selbst zum Steuer greift. Eine kunterbunte Mischung, die anfangs etwas überrascht, aber funktioniert.

Die Handlung hingegen ist etwas klassischer: Ein Bösewicht will die Weltherrschaft und Rache für die Ausrottung seines Volkes. Der Gute muss es verhindern. Auch wenn der Fiesling Malekith mit Christopher Eccleston („Dr. Who“, „G.I. Joe – Geheimakte Cobra“) prominent besetzt ist, wirkt dieser doch sehr blass. Malekith bekommt weder große Momente zugewiesen noch eine spannende Hintergrundgeschichte oder nachvollziehbare Beweggründe.

So wirkt er eher wie ein oberflächlich gehaltener Standardgegenspieler, der nur dazu da ist, eine Handlung für einen zweiten Thor-Film zu liefern: Wir brauchen jemanden, der bekämpft werden muss. Das ist überaus schade, da eine Rasse wie die der Dunkelelfen sicher mehr Potenzial für eine spannende Geschichte gehabt hätte.

Thor 2 - The Dark Kingdom - Stop! Hammertime!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 66/701/70
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Diese Schwachstelle wird allerdings mit reichlich Dramatik, Action, unglaublich packenden und unerwarteten Wendungen und einer großen Portion Humor wettgemacht. Diesmal bekam vor allem Publikumsliebling Loki kesse Sprüche und humoristische Einlagen zugewiesen, die stellenweise brüllend komisch sind und vor allem Marvel-Fans erfreuen werden.

Davon ab gibt es für diese natürlich auch wieder viel Futter: Neben Cameo-Auftritten versorgt Thor 2 die Fans mit weiteren Hinweisen für „The Avengers 2 – Age of Ultron“. Dafür, wie immer bei Marvel, muss man bis nach dem Abspann sitzen bleiben.