The Wrestler – Filmkritik

Mickey Rourke in seiner besten Rolle

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von Rajko Burchardt, 23. Februar 2009 19:54 Uhr

Was hat der Junge doch für Nerven! Mickey Rourke, der galt als abgeschrieben. Der hatte es sich gründlich vermasselt mit der Filmkarriere. Vom Wunderkind der 80er, vom aufsteigenden Superstar, der mit Coppola, Cimino und Parker arbeiten durfte, zum prügelnden Hollywood-Rüpel, der mit einem kuriosen Wechsel ins Boxgeschäft und zahlreichen unvorteilhaften Schönheitsoperationen schließlich nur noch zum Promi-Treppenwitz taugte – nichts hat er ausgelassen.

Hinter dicken Make-Up-Schichten verborgen kündigte sich dann ganz plötzlich ein kleines Comeback mit Robert Rodriguez’ „Sin City“ an, doch erst Regisseur Darren Aronofsky ermöglicht es dem heruntergewirtschafteten Schauspieler nun zu zeigen, was wirklich in ihm steckt: So physisch präsent, eindringlich und zutiefst bewegend wie in der Rolle eines gefallenen Wrestling-Stars hat man Mickey Rourke noch nie gesehen!

Ruhm. Liebe. Schmerz.

Die elektrisierende Skizzierung eines eigenwilligen Milieus: „The Wrestler“ ist fantastisch inszeniertes magisches Kino – und Mickey Rourke eine absolute Offenbarung.FazitRandy ‚The Ram’ Robinson hustet, schnauft, ringt nach Luft. Wie ein Häufchen Elend sitzt er in der hintersten Ecke seiner Kabine, die Show ist aus, der Kampf vorbei. Jetzt bekommt er noch seine mickrige Gage – und dann geht’s nach Hause, zum Wohn-Trailer, der mal wieder versperrt ist, weil Randy sich nicht einmal ihn mehr leisten kann.

Screenshot zu: Mickey Rourke in seiner besten RolleNoch lieben ihn zwar einige Fans, seine großen Tage liegen aber weit hinter "The Ram"

Die Wrestling-Koryphäe zerrt nur noch auf mager besuchten Fan-Conventions vom einstigen Ruhm, 20 Jahre nach seinem Karriere-Höhepunkt muss Randy um jeden Job betteln: Mit Steroiden zugepumpt bestreitet er in drittklassigen Hallen drittklassige Kämpfe und arbeitet als Wurstverkäufer hinter der Supermarkt-Theke. Nachdem er einen Herzinfarkt erleidet, muss er das Wrestling sogar ganz aufgeben. Es ist die Chance für ihn, noch einmal von vorn anzufangen – und für seine vernachlässigte Tochter da zu sein.

Kommentare 11
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Rajko BurchardtRajko Burchardt27.02.2009 15:11
Ich habe einige Punkte bewusst nicht erwähnt (bzw. nur angerissen), weil man ja nicht immer meckern oder alles in einer Kritik abdecken muss.

Der Film ist dramaturgisch extrem formelhaft gestrickt, da wird eigentlich kein Sportfilm-Drama-Klischee ausgelassen. Er ist dadurch auch recht vorhersehbar, während das Drehbuch einige deutliche Macken hat. Aber das rückt eben in den Hintergrund, weil Rourke alles überstrahlt.

8 Punkte sind doch übrigens eine hervorragende Wertung. 9 wäre ja schon nahezu Meisterwerk und 10... sollte man m.E. nur in absoluten Ausnahmefällen geben. Jedenfalls handhabe ich das so.
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Hannes27.02.2009 14:33
Ich habe in deiner Kritik jetzt keine deutlichen Negativpunkte gesehen.Warum dann nur acht Punkte?
Mut zu mehr Punkten.Es werden generell zu wenig gute Filme richtig gut bewertet und zu wenig schlechte Filme wirklich schlecht. Filmkritik sollte nicht in einen "neue-Mitte"-Einheitsbrei abrutschen.
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Rajko BurchardtRajko Burchardt25.02.2009 20:56
Vielleicht war The Ram jetzt auch kein Star im Ausmaße eines Hulk Hogan, der ja internationale Bekanntheit genießt. Vielleicht spielte sich sein Ruhm eher in lokalen regionalen Verhältnissen ab... weiß man so genau ja gar nicht. Das wäre mir jetzt auch zu spekulativ.

Und ich habe noch keinen Herzinfarkt beim Wrestling auf der Bühne erlitten... insofern kann ich nicht beurteilen, wie realistisch oder unrealistisch das dargestellt war. Ich finde auch, dass es da um andere Dinge geht als solche Abgleiche mit der Realität (es ist doch eh immer etwas problematisch, Filme darauf hin zu untersuchen). Ich empfand das Milieu glaubwürdig nachgestellt, gerade durch die Schmucklosigkeit.

Über die Steife der Wrestlingsszenen bzw. den Umstand, dass Kenner hier zurecht fachliche Mäkel ausmachen werden, hat sich Rourke selbst auch geäußert. Ist wohl unvermeidbar.
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Alexander25.02.2009 19:16
Achtung Spoiler.

Wenn Hulk Hogan ein Jubiläumskampf in dem Ausmaß hätte, würde er auch eine Riesen Arena bekommen, schon allein wegen dem nostalgischen Hype.
Die Kämpfe waren völlig undynamisch und langsam, aber nicht auf diese Art, das es einen alten Wrestler darstellt, sondern auf die Art, dass die Schauspieler kein bisschen Dampf dahinter haben.
Die Moves waren sehr langweilig, und die Kameraführung war massiv bescheiden, und der Ausraster an der Fleischtheke wirkte auf mich und meine Mitzuschauer kein bisschen realistisch und nichtmal wütend, bei sowas erwarte ich Energie, eine Welle geballter Zorn, wie ein alter König der sich zum letzten Mal zum Kampf erhebt. Das wurde selbst beim letzten Rocky Teil besser umgesetzt.
Und am Ende solche Dinge wie solche heftigen Herzbeschwerden/-anfälle, die kannst nicht einfach wegdrücken, wenn die so heftig sind, wenn du schon, wenn auch nur kurz, einknicken musst, dann kannst rein gar nix mehr machen.
Da kannst du noch soviel Willensstärke haben, das ist was ganz anderes als nur penetrantes Seitenstechen.
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Rajko BurchardtRajko Burchardt25.02.2009 12:40
Hihi.

Ich versuch's trotzdem mal:

"Keinerlei schauspielerische Leistung" und "komplett vorhersehbare Story" sind Geschmacksurteile, die ich jetzt nicht kommentieren möchte. Den Film aber für sein ausbleibendes Spektakel kritisieren zu wollen, ist doch reichlich absurd, immerhin geht es doch genau darum in "The Wrestler" - um die Vergänglichkeit von Ruhm. Hallen, die zunehmend kleiner ausfallen; Kämpfe, die nur noch wenig vom einstigen Glanz haben... das ist doch genau, was dieser Film vermitteln möchte.
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Martin BeckMartin Beck25.02.2009 12:13
Volle Zustimmung. Ich habe ständig drauf gewartet, dass Mickey Rourke kurz vor dem Ende seine Latexmaske vom Kopf reisst - begleitet von "Eye of the tiger".
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Alexander25.02.2009 11:30
Hilfe, wie bewertet ihr denn?
Das war ein sehr schlechter Film, weil er auf der einen Seite sehr langweilig inszeniert war (keinerlei Schauspielerische Leistung) und andererseits eine komplett vorhersehbare Story hatte.
Erfolgreicher Ex Wrestler, der zu seinen Top Zeiten sein Kind vernachlässigt hat und nun wo er unten ist, das Kind zurückbekommen will und eine Frau für Beziehung sucht, aber keine mehr bekommt... und am Ende ganz "dramatisch" doch...
Also bitte, in wieviel Filmen gab es genau diese Kernelemente, nur viel besser inszeniert?
Ich hoffte jede Minute, dass der Film doch bald vorbei sein soll...
Schon der Rückkampf... ziemlich leere kleine Halle für ein solches Event, man sollte man die realen Wrestling Hallen gesehen haben, aber die wäre wohl zu teuer gewesen zu mieten...
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Kame JoshKame Josh24.02.2009 12:44
wen? du musstest penn googeln? also nichts gegen rourke aber gegen Penn hat er keine Chance, der ist so vielseitig, der kann einfach alles spielen und man glaubt es ihm. Für mich derzeit klar der beste Charakter-Schauspieler
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ich24.02.2009 11:15
guter film ;)
und besser als penn ... hm, kann sein, wobei ich gestehen muss, dass ich ihn googeln musste
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NecthalNecthal24.02.2009 10:48
Genialer Film!
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GarryGarry24.02.2009 01:48
BOAH!!! Was für ein Film. Unbedingt anschauen.
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The Wrestler
Packshot zu The WrestlerRegie: Darren AronofskyGenre:DramaFilmstart: 26.02.2009Darsteller:Todd Barry, Evan Rachel Wood, Marisa Tomei, Mickey Rourke
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