Eigentlich ist es ja immer umgekehrt. Es sind erfolgreiche Filme aus aller Herren Länder, die in Hollywood dann mit Remakes versehen werden. Im Fall von „Unforgiven“ wurde mal der umgekehrte Weg gegangen. Die japanische Produktion ist nämlich ein Remake von Clint Eastwoods „Erbarmungslos“. Anstelle von Revolverhelden sind es hier alte Samurai.

The Unforgiven - Deutscher Trailer #1Ein weiteres Video

Es ist das Jahr 1880, die Zeit der Samurai ist lange vorbei. Vor Jahren wurden sie von Regierungstruppen gejagt, nur noch wenige streunen herum. Jubei (Ken Watanabe) war einst ein Samurai und erlangte einen Ruf, der auch heute noch legendär ist. „Jubei, der Killer“, so nannte man ihn, aber seit Jahren ist er nur noch Farmer. Seiner toten Frau hatte er versprochen, nie mehr zu töten. Nun taucht jedoch sein alter Freund Kingo auf, der will, dass Jubei ihn begleitet.

The Unforgiven - Ken Watanabe macht auf Clint Eastwood

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 5/71/7
Der Film wird bei uns am 04.12.2014 veröffentlicht.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In einem Dorf ist einer Hure das Gesicht zerschnitten worden. Der örtliche Sheriff hat nichts getan, weswegen die Huren ein Kopfgeld auf die zwei Täter ausgesetzt haben. Obwohl Jubei nicht mehr töten will, begleitet er Kingo, da er das Geld benötigt, um seine Familie über den Winter zu bringen. Doch der Weg des Kriegers ist ein steiniger, besonders dann, wenn man eingerostet ist und diesem Leben eigentlich abgeschworen hat…

Sterben im Schnee

Es ist ein sehr treues Remake, das hier abgeliefert wurde. Der japanische Film hält sich im Großen und Ganzen an die vorgegebene Geschichte, ein paar Eigenheiten hat er aber auch zu bieten. Das ergibt sich vor allem daraus, dass er die besondere Situation des Japans jener Jahre in die Geschichte einfließen lässt.

Die Zeit der Samurai war vorbei, ein neues Zeitalter hatte begonnen, wobei es ein Land war, in dem mit repressiver Macht versucht wurde, die Überbleibsel des alten auszumerzen. Das verleiht „Unforgiven“ eine gewisse Eigenständigkeit, die ansonsten völlig gefehlt hätte. Wäre dieses Element nicht vorhanden, man hätte wirklich nur ein 1:1-Remake des Originals mit leichteren Abweichungen.

The Unforgiven - Ken Watanabe macht auf Clint Eastwood

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 5/71/7
"The Unforgiven" ist ein Remake des Clint-Eastwood-Klassikers "Erbarmungslos"
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Optisch sehr schön ist, dass die Geschichte im Winter spielt. Das sorgt für großartige Bilder, die besonders die melancholischen Momente unterstützen, aber auch für die wenigen Gewaltmomente einen idealen Rahmen bilden.

Das Gewehr, nicht das Schwert

Sollte man meinen, dass eine solche Geschichte in einem japanischen Film vor allem mit Schwertern erzählt wird, so täuscht man sich. Schwerter waren damals bereits durch Schusswaffen abgelöst, auch hier wird eher darauf gesetzt. Dadurch ergibt sich ein guter Kontrast zwischen altem und neuem Japan, verkörpert durch Jubei und seinen Gegenspieler, den Sheriff.

Im Finale, das eigentlich die einzig größere Action-Sequenz des Films ist, sieht man Ken Watanabe dann aber auch mit dem Schwert hantieren. Es ist eine gute Sequenz, in der Tradition und Moderne aufeinanderstoßen.

Bilderstrecke starten
(157 Bilder)

Dass sich „Unforgiven“ mehr wie ein Western, denn wie ein Samurai-Film anfühlt, liegt auch daran, dass die Inszenierung dem Vorschuss leistet. Manchmal hat man wirklich das Gefühl, einen Western zu sehen, nur eben mit Asiaten in den Hauptrollen. Wenig vorteilhaft ist dabei sicherlich auch, dass der Film die Farbpalette von „Erbarmungslos“ emuliert und damit mehr zu einer Kopie wird, als er es eigentlich sein sollte. Aber immerhin: Die Kameraarbeit ist exzellent, so dass „Unforgiven“ auf jeden Fall schön anzusehen ist.