Luc Besson hatte bei Jason Statham schon nachgefragt, ob dieser interessiert wäre, noch einmal Frank Martin zu spielen. Statham lehnte ab, was Besson dazu brachte, darüber nachzudenken, die Figur zu verjüngen. „Transporter Refueled“ ist ein softer Reboot, ein Film, der seine Vorgänger nicht verleugnet, sich aber auch nicht weiter auf sie bezieht. Man kann als Fan daherkommen oder völlig frisch in die Welt des Transporters einsteigen, das Gebotene ist für jeden gleich: Knackige Action vor schöner Kulisse.

The Transporter Refueled - Exklusive Featurette: "Kampfsporttraining"6 weitere Videos

Vorteil gegenüber den früheren Teilen ist jedoch, dass bei „Transporter Refueled“ die Geschichte etwas größer aufgezogen wird. Sie konzentriert sich nicht mehr einzig und allein auf den Transporter, sondern hat starke Frauenfiguren zu bieten – und sogar Franks Vater, der dem Junior noch einiges beibringen kann.

Frank (Ed Skrein) handelt streng nach seinen Regeln. Er stellt keine Fragen, er will nicht wissen, wer der Auftraggeber ist, er erwartet, dass ein ausgehandelter Deal nicht verändert wird. Damit fährt Frank ganz gut, aber als ihn Anna (Loan Chabanol) anheuert, ist es mit diesen Regeln nicht mehr weit her.

The Transporter Refueled - Junior, holst du mal das Auto?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 3/51/5
Der Film kommt am 03.09.2015 in die Kinos.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Denn als er sie vor einer Bank abholt, erweisen sich die zwei Pakete, die er transportieren soll, als zwei andere Frauen. Und als Frank nicht spuren will, zeigt man ihm ein Bild seines Vaters, der als Geisel genommen wurde. Frank drückt also aufs Gas.

Er muss Anna und ihren drei Freundinnen helfen. Sie sind Zwangsprostituierte, die die Chance genutzt haben, sich gegen ihren Boss, den Russen Karasov (Radivoje Bukvic), zu stellen. Dabei verfolgen sie einen filigranen Plan, an dessen Ende alle tot sein könnten – oder ein schönes Leben lockt. Alles ist möglich.

Mehr als früher

Was auf dem Papier wie ein aufgemotztes Remake des ersten „Transporter“-Films erscheint, ist in Wahrheit ein typischer Action-Film der Luc-Besson-Schule, aber mit einer etwas verzwickteren Geschichte. Hier gibt es Elemente eines Heist-Movies, nämlich dann, wenn Anna und ihre Kolleginnen ihre genau geplanten Coups abziehen. Da wird dann weniger auf Action als vielmehr auf Spannung gesetzt.

The Transporter Refueled - Junior, holst du mal das Auto?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 3/51/5
Rasanter Reboot der Transporter-Reihe.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Freunde von Prügeln und schnellen Autos werden hier aber auch nicht enttäuscht. Ed Skrein, der keinerlei Martial-Arts-Erfahrung hatte, aber sich im Vorfeld als gelehriger Schüler erwies, macht im Zweikampf (eigentlich Mehrkampf, da er nur selten gegen einen allein antritt) eine sehr gute Figur. Er ist schnell, er bewegt sich geschmeidig, er ist ein mehr als würdiger Ersatz für Jason Statham.

Darüber hinaus profitiert er davon, dass die Figur etwas vermenschlicht worden ist. In den bisherigen Filmen war er eine fast unbezwingbare Kampfmaschine, der immer alles gelingt, hier muss Frank auch Schläge einstecken.

Gleichzeitig gibt es eine ganz tolle Dynamik mit seinem Vater, die von den Machern mit jener von Indiana Jones und seinem Vater Henry verglichen wird. Das ist zwar hoffnungslos übertrieben, Ed Skrein und Ray Stevenson harmonieren aber ziemlich gut – und das nicht nur, wenn gegenseitig Sprüche abgefeuert werden, sondern auch in den wenigen ruhigen Momenten.

Rasanter Reboot der Transporter-Reihe. Ed Skrein ist ein würdiger Ersatz für Jason Statham.Fazit lesen

Davon gibt es erfreulicherweise nur wenige, so dass die knapp 100 Minuten wie im Flug vergehen.