Der chinesische Regisseur Herman Yau war in den letzten Jahren vor allem mit Actionfilmen wie der „Ip Man“-Reihe sehr erfolgreich, mit dem Horrorfilm „The Second Coming – Die Wiederkehr“ kehrt er nun jedoch zu seinen Wurzeln zurück. Er präsentiert einen Gruselfilm, der mit derben Bildern garniert ist.

The Second Coming - Die Wiederkehr - Deutscher Trailer

An „The Untold Story“ und „Ebola Syndrome“, seine ultraharten Filme aus den 1990er Jahren, reicht das nicht heran, im überstrapazierten Genre des Geistergrusels – und zu dem gehört der Film im weitesten Sinne – ist „The Second Coming“ aber erfrischend anders.

The Second Coming - Die Wiederkehr - Harter Geisterhorror eines alten Schmuddelfilmers

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Nicht so gewagt wie Yaus frühere Filme, aber frischer Wind für das Genre.
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Dass Lucy überhaut lebt, ist ein Wunder. Denn ihre Mutter wollte sie vor 14 Jahren abtreiben. Sie ist das Ergebnis einer Vergewaltigung, und als es ihrer Mutter verboten wurde, die Schwangerschaft abzubrechen, wollte sie es selbst tun – ohne Erfolg. Die Zeit verging, die Liebe kam. Daran, dass sie Lucy jemals loswerden wollte, kann die Mutter gar nicht mehr denken.

Doch Lucys Leben verändert sich gewaltig. Sie findet ein Gefäß, aus dem grüner Nebel aufsteigt. Danach ist nichts mehr, wie es war. Lucy leidet unter Visionen, sie sieht grauenhafte Gestalten und Ungeziefer, das nicht da ist. Zudem mehren sich die unheimlichen Vorfälle im Haus der Familie. Lucys Eltern glauben immer mehr, dass sie von einem Dämon besessen ist. Aber wie kann man diesen exorzieren?

Nichts Neues in der Welt des Übernatürlichen

Eines ist klar, das Rad wird mit diesem Film nicht neu erfunden. Was Yau stattdessen zu bieten hat, ist eine routiniert umgesetzte Geschichte, die mit Spannungs- und Schockmomenten aufwarten kann, aber keine neuen Ideen auffahren kann. Auf überraschende Wendungen sollte man also nicht warten, selbst die Backstory, die in entsättigten Farben erzählt wird, ist nicht weiter ungewöhnlich.

Packshot zu The Second Coming - Die WiederkehrThe Second Coming - Die Wiederkehr

Dafür findet er Bilder, die durchaus derbe sind. Das fängt an mit der selbst durchgeführten Abtreibung, die zwar wenig zeigt, aber über das eindringliche Schauspiel der Darstellerin intensiv gerät. Andere Szenen sind da auch optisch deutlich härter, nicht zuletzt das Finale, das mit einer anderen Geburt einhergeht.

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Derbe Bilder hat der Film zu bieten, eine Revolution sollte man aber nicht erwarten.
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Das ist übrigens ein Moment, der narrativ sehr wirkungsvoll ist, aber technisch zu wünschen übrig lässt. Die CGI-Animation ist hier recht minderwertig, Textur und Kontur der Kreatur können eigentlich nur als lachhaft beschrieben werden. Erst als wieder mit Make-up gearbeitet wird, erhält das Ganze auch eine gruselige Note.

Ende, ick hör dir trapsen

Ob Yau wirklich dachte, dass das Ende eine echte Überraschung ist? Aber man erahnt, welchen Ausgang die Geschichte nimmt, und das nicht nur, weil die Geschichte die typischen Erzählmuster und Konventionen bedient, sondern auch, dass man so etwas schon häufig gesehen hat. Der Vorteil für den Geschichtenerzähler liegt dabei auf der Hand: Es bedarf keiner Logik, man kann vorher erzählen, was immer man will, ohne dass man am Ende eine richtige Erklärung dafür benötigen würde.