Nicht alle Comic-Verfilmungen kommen ins Kino, und nicht jede von ihnen beschäftigt sich mit Superhelden. „The Scribbler“ basiert auf einer Graphic Novel von Dan Schaffer. Gedreht wurde bereits im Jahr 2012, nun liegt der Film mit seinem namhaften Ensemble – zumindest, wenn man Fernsehserien mit einem gewissen Geek-Faktor heranzieht – endlich vor. Schade nur, dass man ihn nicht im Kino sehen konnte.

The Scribbler - Unzip Your Head - Official Trailer

Suki (Katie Cassidy) leidet an multiplen Persönlichkeiten. Darum befindet sie sich auch in einem Halfway-House, in dem sie, aber auch andere auf ein normales Leben vorbereitet werden sollen. Nur: Nichts in diesem Haus ist normal, am wenigsten natürlich Suki, die sich einer experimentellen Behandlung unterzieht und dies neuerdings auch in ihrer Wohnung machen kann. Mit dem „Siamese Burn“ kann sie praktisch nach und nach jede ihrer multiplen Persönlichkeiten ausbrennen. Das ist ein schmerzhafter Vorgang, der mit einem Nebeneffekt einhergeht: Suki hat Blackouts.

The Scribbler - Unzip Your Head - Wer ist sie und wenn ja wie viele?

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Der Film erscheint am 31.10.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Darum glaubt die Polizei auch, dass sie für die Selbstmorde von Frauen verantwortlich ist, die sich in schöner Regelmäßigkeit vom Hausdach stürzen. Suki steht im Verdacht, diese Frauen gestoßen zu haben. Und vielleicht ist dem auch so, kann sie sich doch nicht erinnern. Oder vielleicht war es auch eine ihrer vielen Persönlichkeiten. Möglicherweise sogar der Scribbler, eine ihrer Persönlichkeiten, die ständig spiegelverkehrt geschriebene Nachrichten für Suki zurücklässt…

Reichlich ungewöhnlich

Bei den meisten Filmen kann man absehen, in welche Richtung sie sich entwickeln. Das macht es umso erfrischender, wenn man mal auf einen Film stößt, der so sehr in seiner eigenen Welt agiert, dass man dem Ende entgegenfiebert, da nie gänzlich klar ist, was als nächstes passieren wird.

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Suki (Katie Cassidy) hat vielleicht das eine oder auch andere mentale Problem...
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Das geht einher mit der Darstellung der Hauptfigur, die erstaunlich vielschichtig von Katie Cassidy („Arrow“) dargestellt wird. Wie sie mit der dissoziativen Persönlichkeitsstörung ihrer Figur umgeht, ist höchst interessant. Es sind Nuancen, die sie immer wieder anders erscheinen lassen. Sie ist das Aushängeschild des eigentlichen Themas von „The Scribbler“. Es sind die ewigen Fragen: Wer bin ich? Was ist normal? Warum kann ich nicht ich selbst sein?

Und die Antwort ist: Man kann, man soll, man muss sogar. Nur wer sich selbst treu ist, weiß um seine eigene Stärke. So erlebt man den Werdegang von Suki mit, von einer hochgradig gestörten Person zu jemand, der mehr wird, als man für möglich gehalten hätte.

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Schade, dass der Film es nicht in die Kinos geschafft hat. Sehenswert ist er auf jeden Fall.
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Polarisierend

„The Scribbler“ ist die Art Film, die wirklich nicht jedem gefallen wird. Entweder man ist davon in den Bann gezogen oder das Teil lässt einen gänzlich kalt. Visuell ist der Film einfach prächtig. Das starke Farbenspiel sorgt für eine unwirkliche Stimmung, die durch die immer absurder zu werden scheinende Geschichte noch akzentuiert wird. Inhaltlich muss man sich drauf einlassen, er bietet keine einfache Schwarzweiß-Geschichte, es ist alles nur eine Schattierung von Grau, bis hin zum fast schon an Superhelden erinnernden Finale.

Coole Besetzung

Eine „Buffy“-Reunion ist es nicht wirklich, da sich Michelle Trachtenberg und Eliza Dushku im Film nicht begegnen. Sie sind aber Teil eines ansprechenden Ensembles, zu dem auch „Terminator“-Veteran Garret Dillahunt, Kunal Nayyar („The Big Bang Theory“) und Porno-Sternchen Sasha Grey gehören. Sie ist es aber nicht, die sich hier auszieht, dafür zeigt sich Katie Cassidy von ihrer besten Seite, was dann zumindest für die Zuschauer noch etwas bietet, die dem Reiz des Films nicht erliegen.