Mit dem ersten Teil kann dieser vierte Film natürlich nicht mithalten, eine dunkle Seite des Scorpion Kings gibt es nicht, stattdessen fängt das Ganze mit Swashbuckler-Musik, einem Jäger-des-verlorenen-Schatzes-artigen Einbruchs in einen Palast und einem Ersatz für Dwayne „The Rock“ Johnson an, der optisch passt, schauspielerisch ähnlich limitiert ist, und das Ganze wie eine Fernsehproduktion wirken lässt. Denn auf der Mattscheibe ist Victor Webster am besten aufgehoben, war er dort doch schon Serienstar in „Mutant X“ und „Continuum“.

The Scorpion King 4 - Der verlorene Thron - Trailer

Nun also ist er Mathayus, der von seinem Kumpel Drazen (Will Kemp) beim Stehlen eines magischen Artefakts verraten wird. Sein König schickt ihn nichtsdestotrotz ins entfernte Königreich Nirvania, wo er dem dortigen König ein Friedensangebot unterbreiten soll. Aber eigentlich schickt man keinen Krieger wie Mathayus, wenn es um Frieden geht. Das ist auch Drazen klar, dessen Vater dennoch auf das Friedensangebot eingehen will.

The Scorpion King 4 - Der verlorene Thron - Ein Rock-für-Arme führt dieses Fantasy-Abenteuer an

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Der Film erscheint bei uns am 26.02.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Was macht ein verschlagener Typ also? Den Vater killen, es Mathayus in die Schuhe schieben und die Schergen hinter ihm und Valina (Ellen Holmann, bekannt aus „Spartacus“) herschicken, deren Vater der eigentlich rechtmäßige König des Reichs ist. Das Trio hat einen goldenen Schlüssel, mit dem sich ein Objekt unvorstellbarer Macht erlangen lässt. Es folgt eine Quest, wie sie jedem Krieger bestens zu Gesicht steht, umso mehr, wenn man von einer Horde böser Burschen gejagt wird…

Weg mit der Wüste

Dass man auch neue Filme der „Scorpion King“-Reihe immer günstiger drehen kann, stellt dieser vierte Teil unter Beweis. Eigentlich erlebt er ja seine Abenteuer im alten Ägypten, aber in Wüstengegenden drehen ist teuer. Rumänien ist günstig. Darum verschlägt es Mathayus auch nach Nirvania mit all seinen Wäldern und saftigen Wiesen.

Das sorgt dafür, dass der Film einen deutlich anderen Look als seine Vorgänger hat. Er entfernt sich auch immer weiter von dem, was „Scorpion King“ eigentlich gewesen ist. Die dunkle Seite von Mathayus, sein Schicksal, wird kaum noch angesprochen, stattdessen präsentiert sich das Ganze als sich selbst nicht ernst nehmendes Abenteuer, das bei aller Action und wilden Keilereien auch Situationskomik und coole Sprüche noch und nöcher zu bieten hat.

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Unterhaltsamer Schwachsinn.
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Was den Film dabei sympathisch macht, ist seine Nonchalance. Er traut sich sogar was. So gibt es Frauencatchen mit Valina, die ihrer Gegnerin mit einem gezielten Tritt einen Zahn ausschlägt. Der fliegt in Richtung des Zuschauers und prallt mit entsprechendem Geräusch vom Bildschirm des Fernsehers ab. Auf die Idee muss man auch erst mal kommen.

Die Wüste ist zu teuer, diesmal ist der Scorpion King im rumänischen Wald unterwegs – das aber mit viel Action und Humor.Fazit lesen

Stelldichein der Gaststars

Das Budget war klein, aber es hat gereicht, um eine ganze Reihe von bekannten Namen in Cameo-Auftritten zu bieten. „Bekannt“ ist dabei natürlich relativ. Fans alter Actionhaudegen werden sich aber freuen. So gibt es in der Eröffnungssequenz Don „The Dragon“ Wilson, dem gleich darauf Lou Ferrigno folgt. Viel zu tun haben sie nicht, schön ist es aber dennoch.

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Darüber hinaus sieht man noch Rutger Hauer als Mathayus‘ König und Michael Biehn als Drazens Vater. Auch diese Rollen sind sehr, sehr limitiert, sie tragen aber dazu bei, „Scorpion King 4“ zusätzlichen Reiz zu verleihen.

Aber: Nicht alle passen ins Fantasy-Sujet. Gerade Michael Biehn sieht aus, als wäre er mit einem billigen Kostüm auf dem Weg zur nächsten Faschingsfeier.