Das Zombie-Genre entwickelt sich. Nach Jahren der Stagnation finden sich immer wieder Filmemacher, die frische Ideen haben, die dann aber auch gleich in mehr als nur einem Titel umgesetzt werden. Der neueste Schrei in Sachen Zombies sind Geschichten um die Rückkehrer, die nicht als hirnlose, gehirnfressende Monster daherkommen, sondern Menschen fast wie du und ich sind.

The Returned - Weder Zombies noch Menschen - Deutscher Trailer

Da gibt es einerseits die französische Serie „The Returned“, die 2012 startete, den Comic „Revival“, der praktisch eine ähnliche Geschichte erzählt, schon bald das amerikanische Remake der französischen Serie und dann noch den spanischen Film „The Returned – Weder Zombies noch Menschen“. Der in Kanada gedrehte Film, der nach dem Debüt auf den Fantasy Film Fest Nights am 15. Juli auf DVD und Blu-ray erscheint, ist in erster Linie ein interessantes Drama und keineswegs ein handelsüblicher Horrorfilm.

The Returned - Weder Zombies noch Menschen - Der nächste Schritt in der Evolution des Zombie-Genres

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Der Film erscheint bei uns am 15.07.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Nach dem ersten Zombie-Ausbruch machte sich die Forschung daran, einen Wirkstoff zu finden, der bei einer erneuten Epidemie helfen kann. Man entwickelte ein Protein, das Infizierten alle 36 Stunden injiziert werden muss. Damit wird der Virus in Schach gehalten, die Returned, wie diese Menschen genannt werden, können ein normales Leben führen.

Kate und Alex führen ein solches Leben. Sie arbeitet im Krankenhaus, er ist infiziert. Letzteres ist ein Umstand, der schon seit sechs Jahren vorherrscht, aber erst jetzt erzählt Alex seinem besten Freund Jacob und dessen Frau Amber davon.

Da Gerüchte die Runde machen, dass die Produktion des Proteins ins Stocken gerät, haben Kate und Alex einen größeren Vorrat angelegt, aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Mitglieder einer Anti-Returned-Bewegung haben es auf die Returned abgesehen, die Regierung lässt die Returned mittels Militär in Auffanglager zusammenbringen und Alex und Kate wird klar, dass sie verschwinden müssen. Aber wie lange wird der Vorrat an Wirkstoff schon reichen? Und wem können sie überhaupt noch trauen?

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Musiker Alex (Kris Holden-Ried) ist eine tickende Zeitbombe.
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Gutes Drama

„The Returned – Weder Zombies noch Menschen“ ist ein alles in allem ganz guter Film. Er verzichtet weitestgehend auf Szenen, wie man sie in Zombie-Filmen erwartet, sondern konzentriert sich stattdessen mehr darauf, einen Blick auf die Gesellschaft zu werfen, die durch die Wiedergänger verändert worden ist.

Abkehr vom üblichen Zombie-Einerlei. Mehr ein packendes Drama, denn ein Horrorstoff.Fazit lesen

Das Virus ist eine Krankheit, von der Wirkung auf die Gesellschaft nicht unähnlich HIV. Die Analogie ist zwar etwas holprig gestaltet, aber sie funktioniert dennoch und zeigt, was passiert, wenn Minoritäten aus Angst ausgeschlossen werden. Der Film nimmt dabei vor allem eine intime Erzählweise ein, er bleibt nahe an den beiden Hauptfiguren und lässt die größeren Entwicklungen nur am Rand passieren. Das ist verständlich, da es den Zuschauer stärker zur Identifikation auffordert, aber auch ein bisschen schade, da gerade der größere Ansatz der Geschichte immens interessant gewesen wäre.

So oder so ist jedoch eine Geschichte geboten, die sich mit essenziellen Fragen befasst und unangenehme Antworten gibt, wenn es um die Themen Loyalität, das Bewahren der eigenen Menschlichkeit im Angesicht immenser Angst und den Wert des Lebens geht. Denn in einer Situation, in der ein Wirkstoff nur noch begrenzt vorhanden ist, hängt das Überleben vom Sichern größtmöglicher Bestände ab.

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Ist der Impfstoff wirklich knapp?
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Das Interessante daran ist, dass der Film nicht schwarzweiß gezeichnet ist. In dieser „Beschaffungskriminalität“ gibt es kein Gut und Böse mehr, jeder ist bis zu einem gewissen Grad schuldig.

Dumm ist, wer Dummes tut

So interessant die Geschichte ist, so dümmlich agieren die Figuren bisweilen. Es gibt zwei große Momente in dem Film, bei denen man sich nur die Hand vor den Kopf schlagen kann. Einerseits, als Alex und Kate sich zuerst verdünnisieren, damit er nicht doch noch in einem Lager endet, aber dann in ihre Wohnung zurückkehren. Andererseits, als eine Kollektion mit Ampullen, die in einem Schutzkoffer befindlich sind, derart auf den Boden fallen, dass keine heil bleibt - ganz zu schweigen von Kates Verhalten, als sie durch die Garage läuft.

Der Film strapaziert hier die Glaubwürdigkeit. Es sind diese Momente, die nicht nur herausreißen, weil man sich ob derartiger Dummheit nur wundern kann. Beide Szenen hätte man anders gestalten können und müssen. Es hätte für den Film Wunder gewirkt. Denn so sehr die Prämisse auch gefällt, diese Schnitzer fallen negativ auf und trüben das gute Gesamtbild ein wenig.