Ursprünglich war dies die Geschichte, die Regisseur Gareth Evans erzählen wollte, aber seinerzeit konnte er das Budget nicht aufbringen, weswegen er sich entschloss, mit „The Raid“ die Vorgeschichte zu gestalten. „The Raid“ erwies sich international als Erfolg, womit sich Evans ans Werk machen konnte, mit dem dreifachen Budget – eine für Hollywood-Maßstäbe geradezu lächerliche Summe von 4,5 Millionen Dollar – seine Vision umzusetzen.

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„The Raid 2“ beginnt zwei Stunden nach dem Ende des Originals. Rama hat den Angriff auf das Hochhaus überlebt, ein Polizist rekrutiert ihn nun aber, um das Problem an der Wurzel zu packen. Man jagt korrupte Polizisten, doch um an die heranzukommen, muss Rama in die Organisation von Ucos Vater eingeschleust werden. Das heißt, dass Rama ins Gefängnis muss, wo er Ucos Freundschaft gewinnen soll.

The Raid 2 - Noch härter, noch blutiger, noch brutaler

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"The Raid 2" kommt am 24.07.2014 in die Kinos.
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Zwei Jahre später kommt Rama frei und wird in die Organisation aufgenommen. Eigentlich sollte er daran arbeiten, die korrupten Polizisten zu Fall zu bringen, doch er gerät mitten ins Getümmel, denn Uco ist es nicht nur leid, von seinem Vater herumkommandiert zu werden, nein, er zettelt auch noch einen verheerenden Bandenkrieg an.

Action pur

Wie schon beim ersten Film ist auch bei „The Raid 2“ zu konstatieren, dass es mit der Geschichte nicht weit her ist. Sie gaukelt eine Komplexität vor, die gar nicht existiert, zusammen mit einer Charakter-Entwicklung, die auch nur behauptet ist. Uco erweist sich als schablonenhafte Schurkenfigur, Rama als aufrechter Held, der sich hin und wieder um seine Familie Sorgen machen darf. Aber dieser Handlungsstrang geht im Action-Gewitter schnell unter.

Nein, ein „Goodfellas“ oder „The Departed“ ist „The Raid 2“ nicht geworden, dafür sind die narrativen Szenen viel zu beliebig und austauschbar. Sie bestehen aus typischen Genre-Versatzstücken und sind streng nach Klischee gestaltet. Aus dem Grund strapazieren sie auch die Geduld etwas, denn mit einer Laufzeit von 140 Minuten ist „The Raid 2“ wirklich episch. Weniger wäre hier aber durchaus mehr gewesen.

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Die Kampfsequenzen sind wieder absolut fantastisch.
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Handlung pfui, Fights hui

Natürlich sieht man sich „The Raid 2“ aber auch nicht an, weil man eine ausgefeilte Handlung erwarten würde. Es ist im Endeffekt wie bei einem Porno. Das Gelaber muss man durchstehen, um zu den guten Szenen zu kommen. In diesem Fall bedeutet das Action in einer Form, wie man sie im Kino so praktisch nie zu sehen bekommt.

Die Geschichte ist nach wie vor mager, aber die Action ist ein Gedicht (der Gewalt).Fazit lesen

Gareth Evans ist sich seiner Inszenierung, aber auch seiner Stars sehr sicher. Anders als in Hollywood muss er Kämpfe nicht stakkato-artig schneiden, um die Illusion zu erzeugen, die Schauspieler könnten wirklich kämpfen. Hier gibt es lange Einstellungen, die ohne Schnitt daherkommen und eine Kampf-Choreogrpahie aufweisen, die schlichtweg atemberaubend ist.

Wie schon beim ersten Teil, der 2012 „Expendables 2“ den Rang als bester Action-Film des Jahres abgelaufen hat, wird es auch dieses Jahr mit „Expendables 3“ sein, und das noch mehr, da der eine Freigabe für Kinder erhalten hat. Die würde „The Raid 2“ nie im Leben bekommen, denn Gewalt hat hier Konsequenzen. Hier brechen Knochen, hier spritzt das Blut, hier ist der Tod brutal, aber auch mit einer gewissen Ästhetik versehen, derentwegen der Film sicherlich auch angegangen werden wird.

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Action pur.
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Aber wer handfeste Action sehen will, die ohne Schnitt-Gewitter oder Drähte, an denen die Stars herumwirbeln, auskommt, der ist hier genau richtig. Erfreulicherweise gibt es auch reichliche Einlagen, die zudem sehr viel abwechslungsreicher als im Vorgänger sind, weil mehr unterschiedliche Örtlichkeiten und Kämpfer auch gleichzeitig mehr Diversifikation bedeuten.

Coole Ideen

Evans hat ein paar sehr clevere Ideen, wie er die Action inszeniert. So erlebt man einen Kampf zwischen fünf Männern in einem Auto (!). Auch andere Kämpfe haben es in sich. Besonders bemerkenswert ist die Sequenz, in der Hammer Girl in einem U-Bahn-Waggon gegen mehrere Männer kämpft. Dies ist überhaupt eine tolle Sequenz, die mit den Taten ihres Kollegen, der nicht mit Hämmern, sondern einem Baseballschläger agiert, gegengeschnitten wird.

Die beiden Figuren, die nicht nur cool erscheinen, bleiben natürlich vollkommen unterentwickelt. Bei anderen Figuren, wie etwa dem Attentäter Koso, gibt es hingegen Charaktermomente, die angesichts seines Schicksals verschwendete Zeit bedeuten.