Mit seinen Einsätzen als James Bond war Pierce Brosnan nie zufrieden. Er hat stets darauf hingewirkt, von den großen Geschichten mit den übergroßen Schurken wegzugehen und einen realistischeren Ansatz zu wählen. Er wollte im Grunde das, was später auch die Bourne-Filme durchexerzierten. Aber gegen die Produzenten konnte er sich nie durchsetzen. Wie ein Brosnan-Bond mit einer glaubwürdigeren Geschichte ausgesehen hätte, kann man nun in „November Man“ sehen.

The November Man - Official Trailer

Seit 2008 ist der Agent Peter Devereaux (Pierce Brosnan) im Ruhestand, aber dann wird er vom CIA-Agenten Hanley (Bill Smitrovich) wieder aktiviert, denn im Umkreis von Arkady Fedorov, dem Kandidaten für die russische Präsidentschaft, ist eine Agentin, die aus Moskau herausgeholt werden muss. Sie hat Informationen, mit denen Fedorov gestürzt werden kann. Und sie ist die Frau, in die Peter verliebt war, es vielleicht immer noch ist.

The November Man - James Bond ist zurück!

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Der Film erscheint am 06.03.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Er geht also nach Moskau, doch die Mission gerät zum Fiasko, denn von höherer CIA-Stelle wird entschieden, dass die Frau zum Risiko geworden ist, weswegen der Agent David Mason (Luke Bracey), der einst von Devereaux ausgebildet worden ist, sie erledigen soll. Devereaux wird klar, dass man ihn reingelegt hat, aber er hat noch einen Hinweis bekommen. Einen Namen: Mira Filopova. Sie muss er finden, um Licht in das Dickicht dieser Geschichte zu bringen. Aber hinter ihr sind auch eine russische Auftragskillerin und die CIA her.

Die Welt der Agenten

Die Geschichte ist nicht übermäßig komplex, aber dank wechselnder Loyalitäten und rasanter Schauplatzwechsel mag sie manchmal doch etwas größer erscheinen, als sie eigentlich ist. Dabei gibt es im Grunde eine Mixtur: Auf der einen Seite den Rache-Plot, auf der anderen Seite, das große Spiel. Denn die CIA plant nichts weniger als sich eine russische Marionette auf dem Präsidentenstuhl zu erschaffen.

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Der james-Bond-Film, den wir nie bekommen haben?
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Das hat weniger das Flair eines James Bonds als vielmehr eines Bournes oder eines klassischen Agenten-Films typischer John-le-Carré-Art, wenn man davon absieht, dass hier mehr Action als bei den filigranen Spionagegeschichten des Schriftstellers zu finden sind. „November Man“ wiederum beruht auch auf einer literarischen Vorlage. Bill Granger ersann die Figur Mitte der 1970er Jahre und verfasste mehrere Romane. Dem Film liegt nicht der erste zu Grunde, wohl aber dessen Titel. Der November Man, das ist ein Spitzname für Devereaux, weil dort, wo er durchkommt, nichts mehr lebt.

Brosnan hat es nicht verlernt

In die Rolle des Agenten schlüpft Pierce Brosnan mit absoluter Leichtigkeit. Für ihn ist es fast schon wie eine zweite Haut, in die er hier schlüpft. Peter Devereaux, das ist ein Bruder im Geiste von James Bond, wenn auch erdiger. Er trinkt nicht aus Vergnügen, sondern zur Kompensation, er lässt kaum jemanden an sich heran, auch nicht kurzzeitig, aber er ist nicht minder tödlich.

Für Bond-Fans gibt es übrigens noch ein weiteres Bonmot im „November Man“. Pierce Brosnan trifft auf Daniel Craigs zweites Bond-Girl: Olga Kurylenko („Ein Quantum Trost“) spielt Alice Fournier, die Devereaux beschützen muss, weil sowohl Russen, als auch Amerikaner hinter ihr her sind.