Was ist es, das den Menschen auszeichnet? Ist es seine Körperlichkeit? Ist es sein Bewusstsein? Oder gar seine Seele? Und könnte ein künstliches Lebewesen nicht auch über all das verfügen? Wenn dem so wäre, was würde einen Androiden überhaupt noch von einem Menschen unterscheiden?

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Das ist die Frage, der der britische Film „The Machine“ (DVD-Start: 25. April) nachgeht, und das den sichtbaren Budgetbeschränkungen zum Trotz recht gut.

Die nahe Zukunft: Die westliche Welt ist nach einem Kalten Krieg mit China in eine Rezession verfallen. Öffentliche Gelder sind rar gesät, weswegen der Wissenschaftler Vincent (Toby Stephens) mit Geldern des Militärs forscht. Er arbeitet an einer künstlichen Intelligenz und hat auch erste Erfolge erzielt. So konnte er Soldaten, die schwere Hirntraumata erlitten, mit Implantaten helfen.

The Machine - They Rise. We Fall. - Mensch gegen Maschine. Sexy Caity Lotz auf den Pfaden von "Blade Runner".

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Der Film erscheint bei uns am 25.04.2014 auf DVD/Blu-ray.
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Unterstützung bekommt er nun von der jungen Ava (Caity Lotz), die an einer KI gearbeitet und erstaunliche Fortschritte gemacht hat. Als sie getötet wird, erschafft Vincent einen Androiden, der mit Avas KI und ihrem Aussehen ausgestattet wird. Die künstliche Ava entwickelt echtes Bewusstsein, eine eigene Persönlichkeit, aber das missfällt Vincents Vorgesetztem Thomson (Denis Lawson), der aus dem Androiden eine Supersoldatin machen will. Er will von Vincent, dass er Avas Bewusstsein vernichtet und sie zur willigen Befehlsempfängerin macht.

Eine Dystopie

Die Welt ist ein dunkler Ort geworden. Fast immer regnet es. Die Forschungsanlagen sind ein kalter, verwinkelter, von Schatten gesäumter Betonbunker, in dem schemenhafte, stumme Soldaten mit Implantaten im Kopf und aufblitzenden Augen ihren Dienst verrichten. Es ist eine kalte Welt, die „The Machine“ beschreibt. Eine Dystopie, wie sie trister und farbloser nicht sein könnte.

Packshot zu The Machine - They Rise. We Fall.The Machine - They Rise. We Fall.

Der visuelle Stil des Films ist bemerkenswert. Regisseur Caradog W. James macht aus der Not eine Tugend. Das minimale Budget setzt er effektiv ein, um den Abriss einer Welt zu zeigen, die am Rande der Selbstvernichtung steht. Er erschafft einen Moment des Übergangs, das Ende einer Ära und den Neubeginn von etwas Wunderbarem, aber das postuliert er erst zum Ende hin.

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Caity Lotz ... Sexy.
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Der Look des Films ist bewusst so gestaltet, dass man sich an die SF-Filme der 80er Jahre erinnert fühlt. Die Ästhetik eines längst vergangenen Jahrzehnts stellt den Schwanengesang für die Zukunft dar. Immer untermalt von Synthesizerklängen, wie sie in den filmischen Dystopien längst vergangener Tage präsent waren.

Tiefgang

Ganz hat Caradog W. James seine Geschichte nicht im Griff. Mitunter kommt er vom Weg ab, etwa dann, wenn er sich mit Vincents Tochter beschäftigt oder eine Verschwörung rund um Denis Lawsons Figur aufbaut. Das sind Elemente, die sich nicht ganz harmonisch in die Geschichte einfügen.

Hybride aus Actionfilm und nachdenklicher Science-Fiction. Grandios ist Hauptdarstellerin Caity Lotz.Fazit lesen

Dem gegenüber steht jedoch ein interessanter Diskurs, der natürlich Anleihen beim großen Vorbild „Blade Runner“ nimmt, aber über ein angenehm hohes Maß an Eigenständigkeit verfügt. Der Film offeriert keine Antworten, aber er lässt dem Zuschauer dem Freiraum, sich seine eigenen Gedanken zu machen.

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Das Militär gegen die Maschine. Ein ungleicher Kampf.
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Darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein und ob ein Bewusstsein, ob Eigenwahrnehmung nicht auch mit einer Seele einhergehen. Ava, die Androidin, ist wie ein Neugeborenes, das das moralische Koordinatensystem kennen lernen muss, aber auch einen eigenen ethischen Kompass entwickelt.

Der Film profitiert dabei immens von Caity Lotz (bekannt als Canary aus „Arrow“). Sie stattet die menschliche und die künstliche Ava mit unterschiedlichen Manierismen aus. Großartig ist es, wie Ava ihre Menschlichkeit entdeckt – und sei es durch etwas so Simples wie Lächeln. Man hat hier wirklich das Gefühl, zwei unterschiedliche Wesen zu erleben, die beide differenziert und dreidimensional daherkommen.

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The Machine - They Rise. We Fall.
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…und Action

„The Machine“ weiß allerdings, was das Publikum erwartet. Es gibt hier nicht nur die philosophische Betrachtung dessen, was den Menschen auszeichnet, sondern auch handfeste Action. Lotz sieht in der körperbetonten Rolle sehr gut aus, darüber hinaus gibt es vor allem im Finale einiges an handfester Action, die sich sehen lassen kann.

In der Rolle des Schurken agiert übrigens ein „Star Wars“-Veteran. Denis Lawson, der Onkel von Ewan McGregor, war in der klassischen Trilogie der X-Wing-Pilot Wedge. Damals agierte er deutlich freundlicher, bei „The Machine“ ist er ansprechend sinister.