Seit 2011 ist „The Loft“ bereits fertig. Liegt ein Film so lange auf Eis, bedeutet das meist nichts Gutes. Das Remake des belgischen Thrillers ist aber die löbliche Ausnahme, denn er weist zwar dieselben Stärken und Schwächen des Originals auf, ist aber spannend gestaltet. Interessant ist dabei auch der direkte Vergleich, da Erik Van Looy beide Filme inszeniert und mit Matthias Schoenaerts auch einen Darsteller erneut besetzt hat.

The Loft - Deutscher Trailer #1Ein weiteres Video

Das Loft ist ein Appartement, das der Architekt Vincent (Karl Urban) für sich und seine Freunde vorgesehen hat. Er gibt Chris (James Marsden), Luke (Wentworth Miller), Marty (Eric Stonestreet) und Filip (Matthias Schoenaerts) Schlüssel, stellt aber auch Regeln auf. Hier kann jeder seine Eroberungen, seine Geliebte oder einfach auch nur Prostituierte treffen, ohne dass es verräterischer Hotelrechnungen oder Kreditkartenabrechnungen gäbe, auf die die Ehefrauen stoßen könnten. Das geht auch eine Weile gut, aber dann betritt Luke das Loft eines Morgens und findet die Leiche einer blonden Frau vor.

The Loft - Wer fremdvögelt, mordet auch?

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Der Film läuft bei uns am 11.12.2014 in den Kinos an.
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Er ruft die Freunde zusammen, die sich nun die Frage stellen, was sie machen sollen. Sollen sie die Leiche verschwinden lassen? Können sie das überhaupt? Und wer von ihnen war zuletzt mit der Frau im Loft? Denn nur einer von ihnen kann es gewesen sein.

Kürzer, aber schöner

Im direkten Vergleich zu „Loft – Tödliche Affären“ fällt auf, dass das amerikanische Remake gut zehn Minuten kürzer ist. Die Szenen, aber auch die Abfolge des Geschehens ist jedoch gleich, es wurde nur etwas gestrafft. Ein anderer Unterschied ist, dass der Film freundlicher wirkt. Er hat schönere Farben, wirkt wärmer, wohingegen das Original eine gewisse klinische Kälte ausstrahlte. Das macht den Film heimeliger, angenehmer, vielleicht auch verführerischer.

„The Loft“ ist kein Shot-for-Shot-Remake wie „Psycho“ oder „Funny Games“. Die Geschichte ist praktisch gleich, aber die Inszenierung ist versierter. Erik Van Looy nutzte die Möglichkeit, dieselbe Geschichte noch einmal erzählen zu können. Er findet neue Blickwinkel, interessante Ideen, kurz: Er variiert sein eigenes Original und übertrumpft es dabei nicht, kommt diesem aber gleich.

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Erik van Looy führte auch bei dem original Regie.
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Es ist im Grunde egal, welchen von beiden Filmen man sieht. Beide sind spannend, beide sind gut, aber das Remake wird es weltweit leichter haben. Weil eine gewisse amerikanische Sensibilität vorhanden ist, die dem Film gut tut und die der Zuschauer nach jahrelanger Kost amerikanischer Filmkunst auch eher gewöhnt ist.

Ein sich überschlagender Plot

Die Struktur mit den Rückblicken, die langsam erhellen, was passiert ist, ist interessant. Mit jedem weiteren bekommt man neue Verdachtsmomente, aber das ist auch das Ein und Alles dieses Films, denn er versteht es, den Zuschauer immer wieder zu überraschen. So gibt es Twists, die man nicht unbedingt kommen sieht, die aber aufregend gestaltet sind. Sie lassen sogar vergessen, dass sie nicht immer ganz stimmig sind.

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Betrachtet man sich den Film in der Retrospektive, nachdem man um das Ende weiß, merkt man schon, dass einige Szenen so nicht unbedingt funktionieren. Das fängt schon mit der Szene an, als eine Figur die Leiche findet. Was man hier sieht, ist nicht das, was passiert.

Der Film nimmt sich hier die Freiheit, offen zu lügen. Er bricht damit einen unsichtbaren Pakt mit dem Publikum, denn das, was man sieht, ist normal das, was auch passiert ist. Rückblicke, die lügen, das hat es in der Filmgeschichte schon gegeben, das wird aber nicht immer gut aufgenommen. Hier funktioniert es, weil die Geschichte so herrlich verschachtelt ist, dass man sich darüber gar nicht aufregen mag.