Horror durch Reanimation – was für eine innovative Thematik! Und auch Produktionsprogramm für „The Lazarus Effect“, der bereits 2013 fertiggestellt wurde und erst jetzt via Blumhouse seine Auferstehung feiern darf. Ach hätten sich nur alle Beteiligten ein Beispiel an den hier zu sehenden Wiederbelebungs-Gräueln genommen und diesem mechanisch zuckenden Genre-Kadaver seine letzte Ruhe auf dem „Friedhof der Kuscheltiere“ gegönnt...

The Lazarus Effect - Official Trailer #2Ein weiteres Video

Rest in pieces

Auch auf dem „Frankenstein“-Friedhof wäre sicher noch ein Plätzchen frei gewesen, genauso wie auf dem „Flatliners“-Friedhof und dem „Re-Animator“-Friedhof. All diese Endstationen hätten dem Film ein würdigeres Schicksal ermöglicht als nun an den verschwitzten Achselhaaren durch desinteressierte Multiplex-Säle geschleift zu schleifen. Vorbei an vernichtenden Kritiken, vorbei an miserablen Einspielergebnissen, vorbei an genervten Genrefans. Die alles, wirklich alles was hier passiert, schon x-mal besser und spannender erlebt haben.

The Lazarus Effect - Ein blutleeres Hallo vom Frankensteinschen Flatliners-Friedhof!

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Verführerisch, tödlich und tot: Olivia Wilde.
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Zwei liierte Mediziner (Olivia Wilde und Mark Duplass), die mittels eines Serums die Toten auferstehen lassen wollen. Ein erster Erfolg mit einem Hund. Ein missglücktes Experiment, bei dem die Frau stirbt. Ein folgenschwere Entscheidung, motiviert durch Liebe, Skrupellosigkeit und Blödheit. Eine wiedererwachte „femme fatale“, irgendwo zwischen „Lucy“, schwarzen Augen und „Teufelskreis Alpha“. Allgemeine Ratlosigkeit, warum solche Forscher nie ein Faible für das Horror-Genre besitzen.

Wo schnell klar geworden wäre, dass das geplante Vorhaben noch nie Gutes hervorgebracht hat – außer gute Filme, aber darum geht’s ja hier nicht. Hier geht’s um stupide Nachverwurstung, ohne einen Funken Eigenständigkeit oder Hirn. Um pompöse Ernsthaftigkeit, garniert mit hohlem Science-Fiction-Gelaber. Um „jump scares“. Und um hoffnungslos überqualifizierte Mimen, die zunächst so tun müssen als wären sie intelligente Superhirne, um dann wenig später, wenn der Horror einsetzt, einen auf Sonderschüler zu machen.

The Lazarus Effect - Ein blutleeres Hallo vom Frankensteinschen Flatliners-Friedhof!

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Schlaue Ärzte versuchen sich an Reanimation. Entdecke den Fehler!
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Stroboskop, immer wieder Stroboskop

Sobald unsere Lucy 2.0 nämlich wieder aufersteht (unter einem weißen Laken – logo), schwenkt „The Lazarus Effect“ von Science Fiction auf Grusel, und die Darsteller von Tech Talk zu „am besten teilen wir uns auf“. Spätestens ab hier wird dann klar, dass Regisseur David Gelb, der zuvor Kurzfilme und eine Doku über einen Sushi-Koch gedreht hat, völlig neben seiner Spur arbeitet. Die Schocks werden meilenweit vorher mit Posaunen angekündigt, das PG-13-Rating verhindert Splatter-Schauwerte und dieses ewige Stroboskop-Geflacker, wenn mal wieder „plötzlich“ Auftauchen angesagt ist, geht sehr schnell auf den Zeiger.

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„The Lazarus Effect“ hat einfach nie eine wirkliche Chance, schon alleine wegen der bis ins Mark unoriginellen Geschichte. Man fragt sich, was einen Produzenten reiten kann, solch einem müden Mischmasch grünes Licht zu geben. Ein Low-Budget-Produkt, entstanden aus dem Wunsch nach Risikominimierung und dem Gedanken an ein jugendliches Publikum, das faul genug ist, dem Wort „Filmgeschichte“ keinerlei Bedeutung zuzumessen. Wer mal etwas gegen Olivia Wilde und Mark Duplass in der Hand haben möchte, sollte sie einfach in 10 Jahren mit „The Lazarus Effect“ erpressen. Bis dahin dürfte der Film nämlich klammheimlich aus ihren Filmographien verschwunden sein.