Das Problem mit den meisten Zombiefilmen ist, dass sie sich in der Regel nicht sonderlich von ihren Bruder- und Schwesterproduktionen unterscheiden. Fast alle Filme, die sich mit einem bestimmten Sub-Genre beschäftigen, folgen einer vorgefertigten Reihe an Klischees und zu Erwartendem, so dass sich der geneigte Kinogänger schon im Vorfeld sicher sein kann, wie der Hase läuft. Was unterscheidet „The Last Days on Mars“ also von anderen Filmen seiner Art? Nun, ja. Er spielt auf dem Mars...

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Von nun an geht’s bergab...

Da sind wir also. Auf dem Mars. Eine Truppe aus bunt zusammengewürfelten Klischee-Charakteren lebt für sechs Monate auf engstem Raum zusammen und sucht nach irgendwas. Wasser. Viren. Zeichen von Zivilisation. Einen U-Bahn-Tunnel. Man weiß es nicht. Doch eines ist klar: gefunden haben sie noch nichts.

Natürlich ändert sich das kurz vor ihrer Abreise. Die Ablösung klopft quasi schon an die Tür, da macht sich ein Mistkerl auf der Suche nach Ruhm und Ehre auf den Weg zur Ausgrabungsstätte. Dinge passieren. Mistkerle werden zu Zombies. Viel Geschrei. Ein bisschen Hide&Seek mit den Untoten. Noch mehr Geschrei. Blut. Mehr Blut. Tote.

The Last Days on Mars - Andere Zombiefilme spielen nicht auf dem Mars...

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Der Film erscheint bei uns am 15.08.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Das dieser Film das Rad nicht neu erfinden würde war klar. Leider geht er auch keine neuen Richtungen. Oder präsentiert schicke neue Ideen. Man verlässt sich einfach darauf, dass das alternative Setting seinen Teil leisten und das Publikum begeistern wird. Leider wird damit der Auftrag verfehlt, denn in ein Setting, eine Umgebung, muss man sich einfühlen können.

Es fällt schwer sich den Handlungsträgern verbunden zu fühlen und sich in ihre Situation hineinzuversetzen, wenn die ganze Geschichte auf einem anderen Planeten spielt, umgeben von technischen Krimskrams, mit denen sich kein normaler Bürger auskennt. So verfolgt man über 90 Minuten das tölpelhafte Verhalten von Menschen, die schon ab der ersten Minute für tot erklärt wurden und für die man schwerlich Sympathie aufbauen kann.

Packshot zu The Last Days on MarsThe Last Days on Mars

Der Hauptcharakter ist ein schwammiges Etwas, dass sich nicht so recht entscheiden kann, ob es cool souverän oder psychisch labil ist. Die Hassfigur ist scheinbar die einzige mit Verstand und der Macht des logischen Denkens. Und alle anderen sind hauptsächlich da, um dumme Entscheidungen zu treffen.

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Wieder eine dumme Entscheidung. Wieder einer verletzt.
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Und dann wären da ja noch die Zombies. Was die wollen? Wir haben keine Ahnung. Mal scheint es, dass sie gern an den Überlebenden knabbern würden. Doch dann bemühen sie sich nur, ihre menschlichen Gegenspieler in ihresgleichen zu verwandeln. Dabei blieb ein Restfunke Verstand übrig und die Zombies nutzen allerlei Werkzeug für ihre Ziele. Bohrmaschine, Sprengstoff und Raumfähre sind alles nur nützliche Dinge in der Welt eines Zombies.

Das macht „The Last Days on Mars“ zu einem Kampf, der unausgeglichener nicht sein könnte. Untote, intelligente Zombies, die einfach nicht besiegt werden können, gegen schon sehr bald tote, nicht sonderlich intelligente Menschen, die sich ihr eigenes Grab schaufeln.

Zombies! Auf dem Mars! Das war´s eigentlich auch schon.Fazit lesen

Und so dümpelt der Film vor sich hin, weiß in keiner Sekunde zu überraschen und erfüllt von der ersten bis zur letzten Sekunde jedes Klischee, jedes Vorurteil, das jemals irgendwer, irgendwo über Zombiefilme hatte. Nur halt auf dem Mars. Dazu kommen noch einige Logikfehler, die den Braten dann aber auch nicht mehr fett machen.

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Er ist tot. Lassen sie ihn in Ruhe. Er ist wirklich tot ... Aber klar doch.
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Zum Vorteil gereicht dem Film jedoch, dass er nicht im üblichen Sinne schlecht ist. Er gibt sich nur halt in keiner Minute die Mühe, mehr zu sein, als nur ein weiterer Film über Menschen, die gegen Zombies kämpfen und dabei absolut alles tun, was auch absolut alle anderen getan haben, die bisher in das zweifelhafte Vergnügen kamen, ihre ehemaligen Freunde und Bekannte mit einem Feuerlöscher verprügeln zu müssen.

Die schauspielerische Leistung ist mehr als solide, die Tricktechnik kann sich sehen lassen und die ruhige, äußerst passende Untermalung, gibt dem Film für einen Moment sogar einen melancholischen, schwermütigen Unterton. Den er aber leider nicht halten kann, da er zu sehr damit beschäftigt ist, den Zuschauer in den Wahnsinn zu treiben. Wirklich und wahrhaftig: so viel Dummheit erträgt doch niemand. Sollen sie von mir aus alle auf dem Mars verrecken.