Das von vielen Problemen geplagte Avengers-Gegenstück von Warner Bros. und DC Films soll Insidern zufolge vor dem Nachdreh durch Regisseur Joss Whedon "nicht anschaubar" gewesen sein. Indirekt bestätigt es Ben Affleck im Interview, als er den Film "ein interessantes Produkt zweier Filmemacher" nennt.

The Justice League Part One - Gerücht: Vor Nachdreh war Justice League eine filmische Katastrophe

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Wie wird der finale Film ausfallen?
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Mitten in der Produktion den Stil eines Films um quasi 180 Grad zu drehen ist nicht immer eine gute Idee. Aber die Reißleinen, die die Verantwortlichen bei Warner Bros. und DC Films nach den vernichtenden Kritiken zu Batman v Superman: Dawn of Justice und Suicide Squad zogen, waren wohl nicht nur berechtigt, sondern bestätigten sich auch im Erfolg der wesentlich geradlinigeren Origin-Story von Wonder Woman. Der Film von Patty Jenkins zählt zu den Sommerhits des Jahres und konnte bislang knapp 800 Millionen Dollar weltweit einspielen. Und im Gegensatz zu Zack Snyder und David Ayer ist es ihr gelungen, einen Film zu kreieren, dem auch Nichtkenner der Comicreihe folgen können - eben so wie beim Konkurrenten Marvel Studios.

Snyders Batman v Superman: Dawn of Justice, der als Einstand des DC Extended Universe dank Batman und Superman als Kinogranate gehandelt wurde, enttäuschte dagegen sowohl in Sachen Einspiel als auch filmisch. Zu verworren, zuviele Handlungen, zuviele Sprünge, zu wenig Charakterentwicklung, kein echter Feind, die Liste ließe sich nahezu endlos fortführen. Zugegeben, Snyder hatte mit Justice League Light ein mehr als ambitioniertes Projekt zu leiten. Stilistisch ähnlich geriet auch Ayers Suicide Squad. Kein Wunder, bis dato war Snyder auch der kreative Leiter des DC Extended Universe.

Kurskorrektur mit Joss Whedon

Während der Sendung Watch What Happens Live with Andy Cohen antwortete Diane Lane, Darstellerin von Martha Kent, auf die Frage eines Fans, ob Justice League besser werde als Marvel's Avengers, mit: "Nein. Kurz, aber schmerzlos. Ich hasse es, zu enttäuschen." Eine erstaunlich ehrliche Antwort, die von der Beteiligten Lane kam. Normalerweise besteht ja eine gewisse Art Maulkorb bei derart teuren Produktionen.

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Joss Whedon, übernehmen Sie! (hier am Set zu Marvel's Avengers)
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Keine zwei Wochen später aber folgte die gemeinsame Ankündigung von Snyder und Warner Bros., dass er aufgrund eines privaten Schicksalsschlags das Zepter bei Justice League abgegeben werde. Seine Tochter hatte im März dieses Jahres Selbstmord begangen. Die Verantwortung für den Nachdreh übernahm daraufhin Joss Whedon, der erst einen Monat zuvor als Regisseur für den geplanten Batgirl-Film angekündigt wurde und beim Drehbuch zu Justice League aushalf. Ein Zufall? Unter Umständen ist Snyder vielleicht doch nicht so freiwillig gegangen? Dazu passt, dass selbst seine Rückkehr ins DCEU und seine Tätigkeit als kreativer Leiter in Frage gestellt werden. Hat Warner Bros. nun also in Wahrheit die Leitung bereits an Whedon übergeben?

Immerhin war Whedon während der Marvel-Phasen eins und zwei der kreative Leiter des Marvel Cinematic Universe und inszenierte als Regisseur die beiden ersten Avengers-Streifen. Und da sich Warner Bros. nun doch wieder mehr in Richtung Marvel orientieren möchte, was wäre da passender als den Mann an Bord zu holen, der das Marvel Cinematic Universe maßgeblich kreativ beeinflusste?

Zur Theorie, dass Snyder nicht ganz freiwillig von seinem Posten zurückgetreten ist, passt, dass es heißt, Justice League wäre vor Beginn der Nachdrehs als Film "nicht anschaubar" gewesen. Eine frühe Schnittfassung muss also für mächtig viel Entsetzen bei Warner Bros. und DC Films gesorgt haben. Demnach sollen auch die Nachdrehs massiver ausfallen als bislang angenommen. So massiv, dass der Stil des Films eine Neustrukturierung erfährt.

Das Werk zweier Filmemacher

Ben Affleck, der zumindest noch für drei weitere Filme als Bruce Wayne a.k.a. Batman herhalten muss, teilte dementsprechend in einem Interview mit, dass der Film "das interessante Produkt zweier Regisseure" sei.

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Ben Affleck hält tapfer die Batman-Flagge hoch
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"Es ist etwas unorthodox", so Affleck. "Beide haben eine einzigartige Vision, beide haben starke Herangehensweisen. Ich hatte eine solche Erfahrung bei der Produktion eines Filmes bislang noch nie gehabt. Ich muss sagen, ich liebe es, mit Zack Snyder zu arbeiten, genauso wie ich das Zeug liebe, das wir mit Joss Whedon gemacht haben."

Natürlich teilte Affleck im gleichen Atemzug mit, dass die Nachdrehs keinen Hinweis auf eventuelle Probleme bei der Produktion darstellen würden. Aber der Gute muss ja auch ständig sagen, dass er nicht vorhabe, als Batman auszusteigen. Aber warum sollte Diane Lane eine derart negative Antwort geben, wenn sie überzeugt gewesen wäre, dass Justice League besser als Marvel's Avengers wird? Dass sie es später damit dementierte, sie habe Marvel's Avengers noch gar nicht gesehen, könnte ein zuvor angesprochener Maulkorb sein. Erging sich Snyder etwa in noch mehr Story-Chaos als schon mit Batman v Superman? Wie sehr beeinträchtigte seine Trauer die Produktion? Die Antwort erhalten wir spätestens mit den ersten Kritiken. Stellt sich nur die Frage: Wird der Film dann nicht auch etwas inkonsistent durch den Stil-Mix?

Synopsis

Von seinem neuen Vertrauen in die Menschheit und inspiriert durch den selbstlosen Akt von Superman stellt sich Bruce Wayne gemeinsam mit seiner neuen Verbündeten, Wonder Woman, einer noch größeren Gefahr. Zusammen bemühen sie sich, ein Team aus Übermenschen zusammenzustellen, um gegen diese neue Bedrohung anzutreten. Doch trotz dieser beispiellosen Liga an Helden bestehend aus Batman, Wonder Woman, Auqaman, Cyborg und The Flash ist es womöglich bereits zu spät, den Planeten vor einem Angriff dieses vernichtenden Ausmaßes zu schützen.

Ben Affleck als Bruce Wayne / Batman, Gal Gadot als Diana Prince / Wonder Woman, Jason Momoa als Arthur Curry / Aquaman, Ezra Miller als Barry Allen / The Flash und Ray Fisher als Victor Stone / Cyborg stellen die Justice League dar. Auch Nebencharaktere wie Amy Adams als Lois Lane, Laurence Fishburne als Daily Planet-Chefredakteur Perry White, Diane Lane als Martha Kent, Jeremy Irons als Alfred Pennyworth, J.K. Simmons als Commissioner Jim Gordon, Amber Heard als Mera, Kiersey Clemons sowie Willem Dafoe als Nuidis Vulko werden im Äquivalent zu Marvels Avengers auftauchen. Nach Batman v Superman: Dawn of Justice bleibt nur die Frage offen, was mit Henry Cavill als Clark Kent / Superman sein wird. Steht er erst gegen Ende von den Toten auf oder wird er eine größere Rolle erhalten? Und mit Ciarán Hinds als Steppenwolf ist zumindest einer, wenn nicht der Bösewicht des Films bekannt.

Deutscher Kinostart für Justice League Part One ist der 16. November 2017.