ACHTUNG: Dies ist eine SPOILER-News, die das Ende vorwegnimmt (auch wenn dies bei Seth Rogen sowieso zu erwarten war). Aus den gestohlenen Datensätzen, die ins Internet geleakt wurden, geht auch hervor, dass der Tod von Kim Jong Un in Seth Rogen und James Francos The Interview massiv entschärft werden musste. Für die internationale Version sogar noch mehr als für den US-Markt.

The Interview - Was im Finale von The Interview massiv entschärft wurde

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James Franco und Seth Rogen sollen den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un gezielt ermorden
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Seth Rogens The Interview trägt in der ganzen Sache rund um den Hackerangriff auf Sony Pictures durch die selbsternannten Guardians of Peace eine besondere Rolle. Schließlich hieß es zeitweise, der Angriff erfolgte als Rache für The Interview, da darin der fiktive Kim Jong Un ermordet werden soll. Ein Affront befand Nordkorea, und nannte die Hollywood-Komödie gar eine Kriegshandlung. Doch statt gleich in den Krieg zu ziehen, reichte Nordkorea bei der UN eine offizielle Beschwerde ein, und bezeichnete The Interview als "unverantwortlichen, provokanten US-Wahnsinn" von "Gangster-Filmemachern". Eine direkte Beteiligung am Hackerangriff wies Nordkorea zwar von sich, befürwortete den Angriff allerdings als positives Ereignis.

Bereits im August wurde bekannt, dass Sony Pictures das Finale abgeändert hat, um sich der Kritik Nordkoreas zu beugen. Was genau dazu führte, und was geändert wurde, das ging nun aus geleakten Email-Gesprächen hervor, an denen sich sogar Sonys oberster CEO Kaz Hirai beteiligte. Der Grund für das Brechen der 25-Jahre währenden Tradition, dass sich der Mutterkonzern nicht in die Angelegenheiten des autonomen Hollywood-Tochterstudios einmischt, ist der, dass man befürchtete, The Interview könne das Verhältnis zwischen Nordkorea und Japan verschlechtern, eben weil Sony Pictures ein Tochterunternehmen eines japanischen Konzerns ist.

Ursprünglich hatten Seth Rogen und Evan Goldberg einen wesentlich brutaleren Tod für den fiktiven Kim Jong Un geplant. Sein Gesicht sollte durch die Hitze der Explosion teilweise wegschmelzen, das Haar verbrennen, und seine Schädeldecke durch den Explosionsdruck regelrecht in Stücke gesprengt werden - und das alles in Zeitlupe. Das war Hirai aber zu brutal. Also bat er um eine Entschärfung der Szene, und ging sogar so weit, darum zu bitten, selbst diese entschärfte Version nicht außerhalb den Vereinigten Staaten zu zeigen. Sony Pictures' Motion Picture Chief Amy Pascal sendete Hirai daraufhin drei Versionen zu. Einmal die Version, die Hirai ablehnte, dann die Version, die Seth Rogen und Evan Geldberg ablehnten, und dann die Version, die Rogen entschärfte. Hier wurden die Verbrennungen um rund 50 Prozent heruntergeschraubt, und die Stücke aus Kim Jong Uns Schädel verdunkelt. Dies war eine Version, die Rogen nur äußerst ungern anfertigte.

Hirai zeigte sich in einer späteren Email zufrieden mit dieser entschärften Version, wollte aber auch diese noch weiter entschärft sehen, was Pascal bewilligte. Selbst Rogen war damit einverstanden, wenn auch wohl ziemlich unzufrieden, denn in einer Email zur finalen Version schrieb er, "Bitte sagt uns, dass es nun vorbei ist".

Wer einen Ausschnitt vom Material betrachten möchte, das höchstwahrscheinlich die finale Version darstellt, kann es sich hier ansehen.