Nachdem Sony Pictures erst den Kinostart von The Interview aufgrund Terrordrohungen der Hackergruppe Guardians of Peace in Nordamerika abgeblasen hat, teilte nun die Sony Pictures Releasing GmbH mit, dass auch der Kinostart in Deutschland ausfallen wird. Dafür bietet Game of Thrones-Autor George R.R. Martin die Nutzung seines eigenen Kinos an.

The Interview - Sony Pictures streicht auch deutschen Kinostart, George R.R. Martin bietet sein Kino für Ausstrahlung an

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 5/161/16
Wird es The Interview in George R.R. Martins Kino in Santa Fe zu sehen geben?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Als Sony Pictures im Zuge der Terrordrohungen durch die Hackergruppe Guardians of Peacer den Kinostart von Seth Rogen und Evan Goldbergs neuem Film The Interview cancelte, fiel kein Wort darüber, wie es mit dem internationalen Release aussieht. Die Hoffnung bestand, vor allem, da der Film in Deutschland sowieso erst am 5. Februar 2015 hätte anlaufen sollen, dass sich die Wogen bis dahin geglättet hätten, damit einem Kinostart nichts mehr im Wege steht. Doch leider ist dem nicht so. Wie die Sony Pictures Releasing GmbH nun mitteilte, betrifft die Entscheidung auch alle anderen Regionen auf der ganzen Welt. Das bedeutet also, dass auch der deutsche Kinostart ausfällt.

Ein Ersatztermin ist genauso wenig in Aussicht wie eine Veröffentlichung über Video-on-Deman oder auf Bluray / DVD. Sony Pictures hat den Film quasi zu den Akten in das Giftschränkchen gelegt. Soll es das gewesen sein? Ein Budget von über 40 Millionen Dollar einfach so verpufft? Wenn es nach Game of Thrones-Autor George R.R. Martin geht, mitnichten. So hat er sich über seinen privaten Liveblog zu The Interview geäußert, und nannte die Angst der Publisher pure Feigheit.

"Es ist erstaunlich, was für eine gemeinschaftliche Feigheit hier herrscht", so Martin. "Nur gut, dass diese Kerle nicht da waren, als Charlie Chaplin Der große Diktator inszenierte. Wenn Kim Jong-Un sie schon erschreckt, hätte Adolf Hitler sie in ihre Unterwäsche scheißen lassen."

Doch Martin belässt es nicht bei der bloßen Kritik, denn dann wäre er ja fast nicht besser als die Leute, die er soeben kritisiert hat. So schlägt er vor, dass Seth Rogen The Interview doch in kleinen Independent-Kinos zeigen könnte. Diese Kinos wären mehr als glücklich darüber, wenn sie für die großen Ketten in die Bresche springen, und den umstrittenen Film zeigen dürften. Tatsächlich lädt Martin Seth Rogen sogar dazu ein, nach Santa Fe zu kommen, wo Martin ein eigenes Kino besitzt, und seinen Film in seinem Kino zu zeigen.

"Meiner bescheidenen Meinung nach wäre das Jean Cocteau Cinema mehr als froh darüber, The Interview zu zeigen, vorausgesetzt Sony wird den Film tatsächlich für die Kinoauswertung freigeben, anstatt ihn zu streamen, oder gar als Direct-to-DVD zu veröffentlichen. Komm nach Santa Fe, Seth, wir werden deinen Film zeigen."

Da hat der gute Martin dem Rogen wohl ein Angebot gemacht, das er nicht ausschlagen kann.