Neue Email-Leaks haben nun weitere brisante Details zu The Interview ans Tageslicht gebracht. So soll Sony Pictures selbst vorgeschlagen haben, statt einem fiktiven Diktator tatsächlich Kim Jong Un zu verwenden. Außerdem wusste die US-Regierung Bescheid über den Film und segnete ihn nach einer Sichtung sogar ab.

The Interview - Sony Pictures schlug Kim Jong Un als Antagonist vor, US-Regierung wusste Bescheid

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Hätten Seth Rogen und Evan Goldberg doch einen fiktiven Diktator verwenden sollen?
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Es ist momentan das Thema Nummer 1 in Hollywood und im Filmgeschäft: Eine bislang völlig unbekannte Hackergruppe hat es geschafft, mit Sony Pictures ein großes Filmstudio dazu zu bringen, einen bereits fertiggestellten, und eigentlich kurz vor der Kinoveröffentlichung stehenden Film mit Starbesetzung von allen Veröffentlichungen zu canceln und quasi einzustampfen. Seth Rogen und Evan Goldbergs The Interview, das die Ermordung des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un zum Thema hat, soll weder ins Kino kommen, noch auf Bluray / DVD und / oder über Video on Demand erscheinen.

Während Prominente ob des Verlusts der künstlerischen Freiheits protestieren, einige Sony Pictures als einen Haufen Feiglinge bezeichnet, und man bereits befürchtet, Trittbrettfahrer könnten sich dieser Praktik bedienen, warnen andere vor übereilten Kurzschluss-Reaktionen wie das kostenlose Streamen des Films über das Internet. Wie einige bereits richtig erkannten: Was Sony Pictures nun auch immer entscheidet, es wird immer die falsche Entscheidung sein.

Dabei hätte Sony Pictures das Debakel von Anfang an verhindern können. So wie aus geleakten Emails hervorgeht, soll es sogar ein Executive von Sony Pictures gewesen sein, der vorschlug, keinen fiktiven Diktator zu verwenden, sondern gleich den derzeitigen Herrscher in Nordkorea, Kim Jong Un. Angeblich hätten ein ehemaliger CIA-Agent und ein ehemaliger Berater von Hillary Clinton sich das Drehbuch durchgelesen, und nichts Schlimmes gefunden, was geändert werden hätte müssen.

Keith Weaver, Sony Pictures' Executive Vice President of Worldwide Government Affairs fragte sogar extra per Email nach, ob das so stimme mit den ehemaligen Regierungsmitarbeitern, denn er könne förmlich schon riechen, in welche Richtungen sich das entwickeln könnte. So äußerte Weaver extreme Bedenken, was die Nutzung von Kim Jong Un als Antagonisten angeht. Auch nahmen die Verantwortlichen bei Sony Pictures die Beschwerde Nordkoreas nicht ernst. Das Land hatte bereits im Juni diesen Jahres den Film als Kriegshandlung bezeichnet, und Beschwerde bei der UN eingelegt. Vielleicht ist Nordkorea nicht ganz unschuldig bei dieser Sache, schließlich hat Kim Jong Un Südkorea und der Welt schon mehrfach mit einem Krieg gedroht, während schlußendlich nie etwas in der Richtung passierte.

Neben Weaver zeigte sich auch Bruce Bennett, ein Defense Analyst, den Sony Pictures Entertainments CEO Michael Lynton als Berater an das Set von The Interview holte. In einer Email wandte sich Bennett an Lynton, und teilte ihm mit, dass er die Gelegenheit hatte, den Film zu sehen, und dass er glaube, dass die Nordkoreaner Teile des Films lieben, aber auch gewisse Teile hassen werden.

Wie Sony Pictures nun weiter verfahren wird, steht noch nicht fest. Sicher ist nur, dass The Interview vorerst nirgends zu sehen sein wird.

Aber vielleicht hätte Sony Pictures ja einen Executive wie Les Grossman aus Tropic Thunder gebraucht, der hier von Tom Cruise verkörpert wird:

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