Spätestens jetzt dürfen sich die angeblichen Guardians of Peace nicht nur Cyberattacken, sondern auch Terrorismus auf die Kappe schreiben. Im Zuge des Hackerangriffs auf Sony Pictures drohte man Kinogängern, die sich Seth Rogen und James Francos neuen Film The Interview ansehen wollen, mit 9/11 - also einem Terroranschlag.

The Interview - Hackergruppe Guardians of Peace droht Kinogängern mit 9/11

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Müssen Kinogänger um ihr Leben fürchten?
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Es ist eine Sache, eine Cyberattacke zu starten, und Details zu Filmen, also im Grunde zu einem vernachlässigbaren Medium zu enthüllen, aber Menschen mit einem Anschlag zu drohen, nur weil sie sich einen bestimmten Film im Kino ansehen wollen, ist nicht mehr zu verantworten. Genau das hat die Hackergruppe Guardians of Peace nun allen, zumindest allen US-Bürgern angedroht, die vor haben, sich Seth Rogen und James Francos The Interview im Kino anzusehen.

#GoP (Guardians of Peace, welch ironische Namenswahl) hatte ja The Interview bereits als Vorwand für den Hackerangriff auf Sony Pictures benutzt. Zeitweise wurde sogar Nordkorea selbst hinter den Angriffen vermutet. Doch das Regime wies jede Involvierung von sich, zeigte sich aber mit der Gruppe sympathisierend.

Mittlerweile geht Sony Pictures gegen jedes Medium vor, das Details und Informationen zu den Leaks veröffentlicht. Selbst großen Seiten wie The Hollywood Reporter oder The Wall Street Journal wurden bereits mit rechtlichen Schritten gedroht, sollten sie weiterhin News diesbezüglich veröffentlichen.

#GoP reagierte daraufhin mit der Ankündigung mehrerer "Weihnachtsgeschenke". Das erste "Geschenk" wurde auch bereits geleakt: Emails von Sony Entertainment CEO Michael Lynton.

Zusätzlich drohte die Gruppe allerdings auf sehr makabre Weise Kinogängern, die sich The Interview im Kino ansehen wollen, mit einem Anschlag mit 9/11-Ausmaßen. "Wir werden euch zu gegebener Zeit und an den Orten, wo The Interview, inklusive der Premiere gezeigt wird, demonstrieren, was für ein bitteres Schicksal all jene erwartet, die im Terror Spaß suchen. Schon bald wird die gesamte Welt sehen, was für einen schlechten Film Sony Pictures produziert hat. Die Welt wird voller Furcht sein. Erinnert euch an den 11. September 2001. Wir empfehlen euch, euch von den Orten zu dem Zeitpunkt fernzuhalten (Falls sich euer Haus in der Nachbarschaft befindet, solltet ihr es besser verlassen). Was sich auch immer in den kommenden Tagen ereignen wird, wurde von der Gier von Sony Pictures Entertainment heraufbeschworen. Die gesamte Welt wird SONY dafür verurteilen."

Am 11. September 2001 steuerten Terroristen zwei gekaperte Flugzeuge in die beiden Zwillingstürme des World Trade Centers, und ein weiteres auf das Pentagon, und töteten über 3000 Menschen.

Spätestens jetzt dürfte die Androhung von Mord Grund genug sein, die Mitglieder dieser Hackergruppe ausfindig zu machen, und zu verurteilen.

Sony Pictures reagierte bereits auf die Drohungen und sagte die Premiere ab. Auch einige Kinobetreiber nahmen den Film bereits aus dem geplanten Programm und werden ihn nicht zeigen. Dennoch, das Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten konnte bisher noch keinen Beweis für aktiv geplante Terroranschläge gegen US-Kinos ausmachen, die Analyse sei noch im Gange.

Hierzulande startet The Interview am 5. Februar 2015.