Der Auftritt von Kultregisseur Quentin Tarantino bei einer Anti-Polizeigewalt-Kundgebung in New York im vergangenen Oktober könnte weitreichende Konsequenzen für The Weinstein Company und den kommenden Film The Hateful Eight haben. Polizei-Gewerkschaften und -Lobbies rufen zum Boykott auf.

The Hateful 8 - Polizei-Lobby ruft zum Boykott gegen Quentin Tarantinos neuem Film auf

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Quentin Tarantino bei einem Protestmarsch mit anschließender Rede in New York
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Quentin Tarantino sorgte bei seinem Auftritt in New York auf einer Anti-Polizeigewalt-Kundgebung einer Gruppierung für Aufsehen, die sich dem "Kampf gegen den Völkermord an Schwarzen und Latinos in den USA" verschrieben hat.

"Ich bin hier, weil ich ein Mensch mit einem Gewissen bin. Und wenn ich einen Mord erblicke, dann kann ich nicht tatenlos zusehen und ich muss einen Mord als solchen bezeichnen und den Mörder als eben solchen", so Tarantino bei seiner kurzen Rede. Dass sich Tarantino sehr stark mit Schwarzen identifiziert, hat er in der Vergangenheit öfters zum Ausdruck gebracht, privat wie auch in seinen Filmen. Samuel L. Jackson bezeichnete ihn mal als schwärzer als der schwarze Filmemacher Spike Lee, der Tarantino für den übertriebenen Gebrauch des Schimpfworts Nigger kritisierte.

Doch dieses Mal könnte Tarantino einen Schritt zu weit gegangen sein, wenn es nach der Polizei geht. Sein Auftritt fand genau eine Woche nach dem tödlichen Schuss auf den 33-jährigen NYPD-Officer Randolph Holder in East Harlem, New York statt, der aufgrund eines Fahrraddiebstahls gerufen wurde. Aingesichts dieser Tat wirkte Tarantinos Teilnahme und vor allem seine Aussage wie blanker Hohn. Daraufhin rief das New York Police Department zum Boykott seines kommenden Films The Hateful Eight auf. Ein Aufruf, den die Polizei aus Philadelphia und Los Angeles ebenfalls teilten.

"Er soll sich schämen, vor allem jetzt, wo wir den Mord an einem New York Police Officer betrauern", so William J. Bratton, New York City Police Commissioner. "Es gibt keine Worte, um die Verachtung zu beschreiben, die ich für ihn und seine Kommentare zu dieser Zeit empfinde."

"Wir unterstützen den konstruktiven Dialog zur richtigen Verhaltensweise der Polizei", so Craig Lally, Präsident der Los Angeles Police Protective League. "Aber es gibt keinen Platz für eine aufrührerische Rede, die unsere Polizeibeamten zu einem noch größeren Ziel machen, als sie es bereits sind. Quentin Tarantino hat die Verantwortungslosigkeit auf eine neue und inakzeptable Ebene gehoben."

Auch der Präsident der Philadelphia Police Union John McNesby hat nur Verachtung für Tarantino übrig: "Mr. Tarantino hat sich mit seinen Filmen ein schönes Leben erarbeitet, indem er Gewalt in die Allgemeinheit projizierte und Kriminelle verherrlichte. Und wie sich herausstellt, hasst er Polizisten."

Selbst Tarantinos Vater Tony Tarantino kritisiert seinen Sohn für diese Ungerechtigkeit gegenüber den New Yorker Polizisten. "Quentin ist ein phänomenales Talent, ein Filmgenie. Wenn jemand wie er aufsteht und ein Statement wie dieses abgibt, dann spürt man es auf der ganzen Welt", so sein Vater. "Es ist eine Ungerechtigkeit, New Yorker Polizisten als Mörder zu bezeichnen. Sie verdienen diese Art Gerede nicht."

Mittlerweile unterstützen auch die National Association of Police Organizations mit über 240.000 Beamten, die New Jersey State Policemen’s Benevolent Association und die Polizei aus Chicago und Houston den Boykottaufruf.

The Hateful 8 - Polizei-Lobby ruft zum Boykott gegen Quentin Tarantinos neuem Film auf

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Der Boykottaufruf könnte sich negativ auf The Hateful Eight auswirken
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Unterstützung erhält Tarantino dagegen von seinen Kollegen aus Hollywood. "Sag weiterhin die Wahrheit, sprich weiterhin die Wahrheit aus und kümmer dich nicht die Hater", so Jamie Foxx, der mit Tarantino an Django Unchained gearbeitet hatte.

Auf Anfrage von AP teilte Kurt Russell, Star von Tarantinos kommenden The Hateful Eight, mit, dass er einen großen Respekt für die Arbeit der Polzei empfinde, "und ich bin mir sicher, dass auch Tarantino so empfindet."

Dagegen zeigte sich The Weinstein Companys Harvey Weinstein besorgt um den Erfolg des kommenden Westerns. Er erwäge Sondervorstellungen für Polizisten und ihre Familien und forderte Tarantino auf, sich öffentlich zu entschuldigen.

Tatsächlich kündigte Tarantino laut TheWrap bereits ein Statement an, in dem er erklären wolle, warum er an dem Protestmarsch teilnahm und was er mit seiner Aussage meinen wollte.

The Hateful Eight startet hierzulande am 28. Januar 2016 in den Kinos.

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