Wenn ihr wissen wollt, wie das Frankenstein-Monster in diesem Film aussieht, dann werft einen ganz genauen Blick auf das Cover der DVD und Blu-ray. Denn in „The Frankenstein Theory“ ist das Monster nur etwa fünf Sekunden zu sehen – und dann auch nicht in seiner ganzen Glorie. Das Gesicht kann man praktisch gar nicht ausmachen. Da bietet das Cover echt mehr, dem Film wird damit aber im Grunde kein Gefallen getan. Es wird eine Erwartung geweckt, die nicht erfüllt wird.

Jonathan Venkenhein (Kris Lemche) ist ein Wissenschaftler, der eine kühne Theorie vertritt, wegen der er aber auch bei seinen Kollegen in Ungnade gefallen ist: Mary Shelleys „Frankenstein“ ist kein Roman, sondern die fiktionalisierte Version einer wahren Geschichte. Mehr noch, es ist die Geschichte von Johann Venkenhein, der aus Leichenteilen ein neues Wesen erschuf und dies reanimierte.

The Frankenstein Theory - Was, wenn es das Frankenstein-Monster wirklich gibt?

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Der Film erscheint bei uns am 23.05.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Jonathan hat lange geforscht und ist sich nun sicher, wo er die Kreatur finden kann. Das soll dokumentiert werden, weswegen er eine befreundete Dokumentarfilmerin und ein Kamerateam anheuert. Man bricht auf nach Kanada, wo man Karl anheuert, der die Gruppe in die Wildnis führt, entlang der Route von Tieren, die der Kreatur sehr wahrscheinlich als Nahrung dienen.

Allerdings sind entlang dieser Route auch zahlreiche Morde geschehen und Menschen verschwunden. Dementsprechend ist es gefährlich, nach der Kreatur zu suchen, aber Jonathan ist sicher, dass er an seine Menschlichkeit appellieren kann, wenn es erst mal gefunden wird. Aber er hat sich geirrt …

Das Monster macht sich rar

Zugegeben, dass die Kreatur kaum im Film ist, ist ein Nachteil. Aber: „The Frankenstein Theory“ ist einer der wenigen Found-Footage-Filme, der diesen Makel umgehen kann, weil die Geschichte interessant ist. Oftmals ist bei diesem Format das Problem, dass es nur die wenigen Sekunden sind, in denen am Ende das Schreckliche passiert, was diese Filme überhaupt halbwegs interessant macht.

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Ja. Irgendwo dahinten müsste das Monster sein. Schade, dass man nichts davon sieht.
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Hier hat man zwar auch die Kulmination am Ende, sie ist aber nicht das Hauptausschlaggebende bei diesem Film. Stattdessen funktioniert er, weil die Theorie so verdammt faszinierend ist. Sicherlich ist sie überzogen, aber die Idee, dass einer der berühmtesten Horror-Romane aller Zeiten auf realen Ereignissen basiert, regt die Phantasie immens an. Zudem ergibt sich dadurch eine weitere Metaebene, da Mary Shelleys Roman dann auch den Anstrich des Realen hätte.

Found Footage noch und nöcher, aber immerhin: Die Idee, die hinter diesem Film steckt, ist faszinierend.Fazit lesen

Das wird in den ersten Minuten des Films sehr schön gelöst, als Jonathan Venkenhein Bilder und Schriftstücke aus dem privaten Archiv seiner Familie präsentiert und damit seine Theorie untermauert.

Der weiße Hai lässt grüßen

Es gibt eine Szene in dem Film, die an „Der weiße Hai“ erinnert. Das ist insofern auch durchaus passend, da man mit Karl einen Mann hat, der nicht sehr viel anders als Quint ist. Darüber hinaus ist die Wildnis auch kaum anders als das Meer – an beiden Orten geht ein unsichtbares Grauen um.

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Hat Mary Shelley die Wahrheit zu Papier gebracht?
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Als die Gruppe in der Holzhütte sitzt und Karl die Geschichte erzählt, wie ein Eisbär in der Tundra für Tod und Schrecken gesorgt hat, da ist das ein Moment, der an die Indianapolis-Erzählung von Robert Shaw in „Der weiße Hai“ angelehnt ist.

Der Tod im Schnee

Im klassischen Sinne spannend ist „The Frankenstein Theory“ nicht. Er arbeitet mit den typischen Elementen des Formats, womit sich dann aber doch immer wieder Szenen ergeben, die mitreißend sind. Natürlich ist das simpel gestrickt, wenn die Kamera auf Nachtsichtmodus gestellt ist und man von draußen das Knurren der Kreatur vernimmt.

Der dokumentarische Ansatz des Films hilft in mehr als einer Hinsicht. Zum einen ist der Film nicht so verwackelt, wie das bei diesem Format häufig der Fall ist, zum anderen gibt es teilweise auch eine musikalische Untermalung. In vielerlei Hinsicht erinnert „The Frankenstein Theory“ an den Urfilm des Formats, „The Blair Witch Theory“, wobei aber auch gesagt werden muss, dass der noch deutlich gruseliger war.