Den Slasher-Film der 1980er Jahre muss man einfach lieben. Außer man befindet sich in einem und muss ums Überleben kämpfen. Das ist die clevere Prämisse von „The Final Girls“, der die Erzählmuster typischer Slasher-Filme parodiert, ihnen zugleich aber auch treu bleibt. Darüber hinaus gibt es reichlich 1980er-Jahre-Chic.

The Final Girls - Official Trailer #1

„The Final Girls“ ist eine Perle nicht nur des Subgenres, sondern im Horror-Bereich allgemein. Zu selten sieht man derart verspielte Filme, die eine originelle Idee haben und diese auch über 90 Minuten hinweg ansprechend und unterhaltsam aufbereiten können.

The Final Girls - Eine Parodie auf und ein Liebesbrief an das Slasher-Genre

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Die typische Gruppe Teenager. Nur nicht ganz auf dem typischen Weg in die Handlung gelangt.
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Alles fängt damit an, dass die Schauspielerin Amanda (Malin Akerman) mit ihrer Tochter Max (Taissa Farmiga) unterwegs ist. Einst hat sie in dem Slasher-Film „Camp Bloodbath“ mitgewirkt, hat es aber heute als Schauspielerin schwer. Ein verheerender Unfall passiert. Amanda stirbt.

Drei Jahre später ist Max Gast eines Double-Features beider „Camp Bloodbath“-Filme. Als das Kino Feuer fängt, läuft sie mit ihren Freunden zur Leinwand. Sie durchtrennt sie – und als die fünf Jungs und Mädels aufwachen, befinden sie sich mitten im Film. Das wird ihnen so schnell nicht klar, aber es dauert nicht lange, bis sie bemerken, dass der Film sie zwingt, gewisse Dinge zu tun. Wenn sie nicht mitspielen, vergehen einfach nur 92 Minuten – die Lauflänge des Films – und alles geht von vorne los. Also beschließen die Freunde sich zum Camp Blue Finch zu begeben, wohlwissend, dass dort der maskierte Killer Billy Murphy sein Unwesen treibt.

Ki ki ki ma ma ma

Schon der Anfang ist Klasse! Da läuft der Trailer für „Camp Bloodbath“ und huldigt sofort Harry Manfredinis Score für „Freitag, der 13.“, indem das legendäre „Ki ki ki ma ma ma“, das Jason Voorhees immer ankündigte, adaptiert wird. Auch im Film hört man es häufiger – und das gilt längst nicht nur für die Zuschauer. Unsere fünf Helden, die in den Film gezogen werden, hören es auch ständig und wissen dann, dass gleich Gefahr droht...

The Final Girls - Eine Parodie auf und ein Liebesbrief an das Slasher-Genre

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Ja, einen Killer gibt es natürlich auch. Und gute Gründe zum Schreien.
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Der Trailer imitiert typische 1980er-Jahre-Filme mit überzogener Musik und ebensolchen Darstellungen. Das merkt man vor allem auch später, als die Interaktion der modernen Menschen mit denen der 1980er Jahre stattfindet. Das wird noch dadurch unterstrichen, dass die Dialoge der 1980er-Leute unglaublich mies sind. Aber so muss es auch sein, das ist immerhin der Charme des Slasher-Zirkels jener Jahre.

Überraschend gut. Eine echte Perle.Fazit lesen

Richtig meta

„The Final Girls“ lässt sogar „Scream“ in Sachen Meta-Ebene alt aussehen. Die handelnden Figuren wissen hier nicht nur, wie ein Slasher-Film funktioniert, sie sind in einem. Das wird richtig großartig, als die Protagonisten von „Camp Bloodbath“ herausfinden, wer und was sie sind. Dennoch müssen sie sich an die Regeln des Skripts halten, auch wenn Variationen erlaubt sind.

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Erinnert ihr euch noch an die Slasher-Filme der 80er? Das Feeling bekommt der Film wunderbar eingefangen.
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Das nutzt „The Final Girls“ aber nicht nur, um für komische und (mild) blutige Momente zu sorgen. Der Umstand trägt auch dazu bei, Emotionalität aufzubauen, trifft die Tochter doch auf ihre junge Mutter, die natürlich gar nicht weiß, wen sie vor sich hat. Taissa Farmiga, die mit „American Horror Story“ auf sich aufmerksam gemacht hat, spielt im Grunde schon zu gut für einen Slasher-Streifen.