Dieser Film hat gleich mehrere Titel parat. In den USA wurde er auch als „Rise of the Fellowship“ veröffentlicht, was einen Mockbuster im Asylum-Stil erwarten ließe. Der eigentliche Titel „The Fellows Hip“ ist da schon deutlicher, um was es sich bei diesem Film handelt und in welche Richtung die Geschichte geht.

The Fellows Hip - Der Herr des Rollenspiels - Official Trailer #1

Randall Dooley ist das, was man einen echten Nerd nennt. Damit ist er ein Außenseiter, ebenso wie seine drei besten Freunde, die wie er in ihrer Freizeit in einem Game-Shop arbeiten und alle Zeit darauf verwenden, Online-Games zu spielen. Besonders hat es ihnen „Herr der Ringe Online“ angetan.

The Fellows Hip - Der Herr des Rollenspiels - Ein Game, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

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Randall ist der USB-Träger,
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Das ist fast auch die einzige Freude im Leben, denn sein älterer Bruder schikaniert Randall, die Mutter versteht ihn nicht und erteilt Computerverbot und er ist in eine Cheerleaderin verliebt, die ihn natürlich keines Blickes würdigt.

Aber dann ergibt sich die Chance, im Leben doch mal etwas zu beweisen, einmal zu den Gewinnern zu gehören. Denn in Florida wird ein „Herr der Ringe“-Game-Wettbewerb durchgeführt, den Randall und seine Freunde gewinnen wollen. Doch die Reise nach Florida ist fast so beschwerlich und aufregend wie die der Gefährten in „Der Herr der Ringe“.

Auf ihrer Reise stehen ihnen rivalisierende Gamer, ein machthungriger Schuldirektor, ein böser Bruder und einige merkwürdige Hippies im Weg. Für Randall und seine Freunde ist es fast so, als wären die Ringgeister hinter ihnen her.

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Gefährliche Gegner erwarten die tapfere Gruppe.
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Vier Gamer unterwegs

„The Fellows Hip“ lebt von einer smarten Idee, nicht unähnlich dem Film „Fanboys“, auch wenn hier offenkundig deutlich weniger Geld zur Verfügung stand. „The Fellows Hip“ zeigt aber auch sehr beeindruckend, wie viel sich heute mit einer kostenkünstigen Red One Kamera machen lässt. Der Look des Films ist exzellent, wobei die Macher sich als große Fans von Peter Jacksons Trilogie erweisen. Sie schaffen es, eine filmische Atmosphäre zu erschaffen, die durchaus den Eindruck vermittelt, die Gamer-Buddys würden sich durchs Auenland bewegen.

Immer wieder zitiert der Film die große Vorlage, visuell, aber auch akustisch. Der Soundtrack ist so gestaltet, dass immer wieder Erinnerungen an Howard Shores Score aufkommen. Speziell gilt dies in den Szenen, die sich direkt auf Momente der Trilogie beziehen.

Sehr amüsant ist dabei auch, wie sich die Nerds so manches Mal vorstellen, direkt in Mittelerde zu sein. In einer Szene wird Randall von seinen Verfolgern gestellt, die den USB-Stick haben wollen, den er um den Hals trägt. Vor seinem geistigen Auge – und damit vor den Augen des Zuschauers – verwandelt sich der Häscher in einen Ringgeist, der nach dem Ring greift, während Randall in der Kluft Frodos versucht, sich dem Griff des Bösewichts zu entziehen.

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Fast so tragisch wie der Tod von Boromir.
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In einer anderen Sequenz wird der Tod von Boromir nachgestellt. Eigentlich ja mit Paintball-Kugeln, aber in der Phantasie der Nerds wird aus dem Gegner ein Uruk-hai, der einen der ihren ins Jenseits befördert.

Gandalf und Gollum

Die vier Gamer treffen auf ihren Reisen auch Gestalten, die direkt dem „Herr der Ringe“ entstiegen sein könnten. Nicht optisch, wohl aber in ihrem Benehmen. So werden die Gamer von ihrer eigenen Version eines Gollums verfolgt und erhalten Hilfe von einem weisen Mann, der in einer anderen Welt locker Gandalf hätte sein können.

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The Fellows Hip: Rise of the Gamers.
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Das Skript findet darüber hinaus immer wieder Gelegenheiten – einen Paintball-Fight im Wald –, bei denen Zitate aus Peter Jacksons Filme eingebracht werden. So darf der dicke Gamer mal losprusten, dass er für den Sprint, nicht aber für die Langstrecke gemacht ist. Oder die einzige Gamerin, die natürlich nicht die Gelegenheit auslässt, Eowyns „Ich bin kein Kerl“ zu zitieren.

Das hat alles natürlich eine gewisse Vorhersehbarkeit, weil die Geschichte so gestaltet ist, dass die erwartbaren Zitate auch folgerichtig kommen. Aber das alles ist mit unheimlich viel Enthusiasmus dargeboten und in der Umsetzung so liebevoll, dass es für „Herr der Ringe“-Fans, aber auch für Gamer höchst vergnüglich wird.

Vier Nerds unterwegs – eine Reise, so abenteuerlich wie die der Hobbits. Ein Spaß für Herr-der-Ringe-Fans.Fazit lesen

Was leicht darauf hätte hinauslaufen können, den Humor auf Kosten der Geeks zu präsentierten, ist hier eine verspielte Verbeugung vor den nerdigen Eigenbrötlern.