Als „The Fast and the Furious“ im Jahr 2001 in die Kinos kam, da hätte niemand ahnen können, dass sich daraus ein riesiges Franchise entwickeln würde. Für Vin Diesel und Paul Walker war der Film so etwas wie ein Startschuss, aber auch der Beginn einer holprigen Karriere mit vielen Versuchen, manchen Hits, aber auch vielen Rohrkrepierern, weswegen sie zusammen oder einzeln immer wieder zu diesem Franchise mit seiner wechselhaften Geschichte zurückkehrten.

14 Jahre Hochgeschwindigkeit

Walker war nicht der einzige, der für die Rolle des smarten Undercover-Polizisten Brian O’Connor in Betracht gezogen worden ist. Im Rennen waren auch Mark Wahlberg, Christian Bale und sogar Eminem. Vin Diesel war hingegen immer die erste Wahl für Dom Torreto.

Die Idee zu dem Film kommt von Regisseur Rob Cohen, der in einem Magazin über illegale Straßenrennen gelesen hatte und davon so fasziniert war, dass er auch Mühe darin investierte, solchen Rennen in Los Angeles zusehen zu können. Die inhaltliche Ausrichtung des Films ist sehr einfach gestrickt, denn im Grunde handelt es sich nur um ein Remake von „Point Break – Gefährliche Brandung“. Einziger relevanter Unterschied ist, dass Surfen durch Autorennen ersetzt wurde.

Der Titel wiederum geht auf den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1955 zurück. Universal erwarb die Rechte an dem Titel, hatte aber kein Interesse an der Story des alten AIP-Films.

Gedreht wurde „The Fast and the Furious“ in Los Angeles und in Teilen von Südkalifornien. Während Diesel und Walker ihre Führerscheine hatten, mussten Jordana Brewster und Michelle Rodriguez die vor Drehbeginn erst machen.
Bei Kosten von 38 Millionen Dollar erwies sich der Film als großer Hit, spielte er weltweit doch mehr als 200 Millionen Dollar ein. Da war es nur natürlich, dass die Arbeit an einem Sequel augenblicklich begonnen wurde.

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Einmal Walker, keinmal Diesel

Vor dem eigentlichen Film „2 Fast 2 Furious“ gab es mit „Turbo Charged Prelude“ noch einen Kurzfilm, der davon erzählt, wie Brian O’Connor vom FBI gesucht wird, Los Angeles verlässt und versucht, wo anders ein neues Leben anzufangen. Sein Weg führt ihn nach Miami, wo er schließlich den von Ludacris gespielten Ex-Rennfahrer Tey Parker, den Wagentuner Jimmy und die von Devon Aoki gespielte Rennfahrerin Suki kennen lernt. In Miami fährt Brian wieder Rennen und macht sich schnell einen Namen als Bullit.

„2 Fast 2 Furious“ kam 2003 in die Kinos. Er wurde so schnell produziert, dass weder Vin Diesel noch Rob Cohen daran teilnehmen konnten und wollten, da sie sich schon mit „xXx“ befassten. Für das Studio war das okay. Man war dort der Meinung, dass es reichte, wenn einer der beiden Stars des Originals wieder dabei war – und Paul Walker war an Bord. Oder besser gesagt: im Cockpit seines Flitzers.

Der brachte auch seinen eigenen Wagen mit. Der Skyline GT-R, den Brian fährt, gehörte Walker, der ihn selbst für den Film aufgemöbelt hat. Walker, der ein begeisterter Rennfahrer war, übernahm auch einige der Stunts selbst, musste da aber beim Studio erst Überzeugungsarbeit leisten.

Da man Walker auch einen Co-Star zur Seite stellen wollte – immerhin hatte gerade auch der Konflikt der beiden Helden im ersten Teil so gut funktioniert - heuerte man Tyrese Gibson an. Die Kosten für das Sequel waren deutlich nach oben geschnellt. „2 Fast 2 Furious“ kostete 76 Millionen Dollar, spielte mit 236 Millionen Dollar weltweit aber nur ein bisschen mehr als das Original ein.

Das ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass Vin Diesel diesmal fehlte. Später sollte sich zeigen, dass diese Reihe eben auch sehr stark auf ihre beiden Stars fokussiert ist.

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Kein Walker, (fast) kein Diesel

Der dritte Film der Reihe ist eine Kuriosität. Einerseits, weil die Stars nicht dabei sind, andererseits, weil sich später zeigte, dass er chronologisch an sechster Stelle der Filmreihe steht.

The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ wurde von Neal H. Moritz produziert, der den noch jungen Regisseur Justin Lin anheuerte. Der hatte die schwierige Aufgabe, einen Film einer bekannten Reihe zu machen, der nicht auf die Stars zurückgreifen kann. Das ist ein Unterfangen, das meist bei Direkt-auf-DVD-Sequels zu sehen ist, hier sollte das Ergebnis jedoch ins Kino.

Die Hauptrolle des jungen Mannes, der in Tokio an Drift-Wettrennen teilnimmt, ging an Lucas Black. Dessen Kumpel Han wurde von Sung Kang gespielt. Kang kam beim Publikum besonders gut an, aber dennoch ereilt ihn in diesem Film der Tod. Ein Umstand, der im vierten Teil der Reihe zu Stirnrunzeln führte.

Am Ende des Films gibt es einen Cameo-Auftritt von Vin Diesel als Dom Toretto, der sich mit der Hauptfigur ein Rennen liefert. Vin Diesel erklärte sich zu diesem Auftritt bereit, aber nur unter einer Bedingung. Er wollte von Universal die Rechte an der Figur und dem Franchise von „Riddick“ zurück. Da der zweite Film der Reihe gefloppt war und Universal kein Interesse hatte, das Franchise weiterzuverfolgen, gab man Diesel die Rechte. Immerhin bekam man ihn so für „Tokyo Drift“ und musste dem Star keine Gage bezahlen.

Sein Auftritt sollte eigentlich den vierten Film vorbereiten, der chronologisch direkt hätte folgen sollen. Allerdings entschied man sich später, den vierten Teil zeitlich vor dem dritten spielen zu lassen. Das erlaubte es, Sung Kang als Han zurückzubringen.

Das offizielle Budget des Films beläuft sich auf 85 Millionen Dollar, allerdings darf diese Summe angezweifelt werden, da auf deutlich günstigere Stars gesetzt wurde. Weltweit erreichte der Film ein Einspiel von 158 Millionen Dollar, was ihn erfolgreich machte. Allerdings merkte man schon, dass ohne die beiden Stars Vin Diesel und Paul Walker als Zugpferde deutlich weniger Leute kamen.

Der dritte Teil bewies aber, dass in diesem Franchise Leben steckte, man brauchte nur die Originalteile, wie der deutsche Titel des vierten Films schließlich so schön andeutet.

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Die Rückkehr

„Fast & Furious: Neues Modell, Originalteile“ kam 2009 in die Kinos. Neben Walker und Diesel kehrten auch Jordana Brewster und Michelle Rodriguez zurück. Zudem präsentierte man erneut Sung Kang, was so manchen Zuschauer verwirrte, denn explizit ausgesprochen, dass dieser Film vor dem dritten Teil spielt, wurde es nicht. Neu dabei war Gal Gadot als Gisele, die noch in mehreren Filmen mitwirkte, bevor sie jüngst als Wonder Woman bei den DC-Superheldenfilmen verpflichtet wurde.

Justin Lin kehrte ebenfalls zurück und nahm auf dem Regiestuhl Platz. Bei diesem Film klotzte man richtig. Mehr als 240 Autos wurden für den Film gebaut (und zum guten Teil auch geschrottet).

Wie schon die Vorgänger wurde auch dieser Film mit unvorteilhaften Kritiken bedacht. Dem Interesse des Publikums tat dies keinen Abbruch. Schon am ersten Wochenende wurden 70 Millionen Dollar eingespielt. Der Film hielt damit den Eröffnungsrekord an einem April-Wochenende. Insgesamt machte der Film weltweit mehr als 363 Millionen Dollar – mehr als doppelt so viel wie der direkte Vorläufer.

Das Budget lag indes nur bei 85 Millionen Dollar. Der Film erwies sich damit nicht nur als erfolgreich, sondern muss als zweite Geburt des Franchises verstanden werden. Walker und Diesel hatten zudem erkannt, dass diese Filme ihnen regelmäßige Hits bescherten, was ihnen erlaubte, auch in Produktionen mitzuwirken, die ansonsten weniger gut laufen.

Übrigens gibt es mit „Los Bandoleros“ auch einen Kurzfilm, der die Hintergrundgeschichte für die Figuren und die Ereignisse, die zu dem Öl-Truck-Überfall führen, liefert. Er wurde von Vin Diesel geschrieben und inszeniert. Zu sehen sind er, Michelle Rodriguez und Sung Kang.

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Und jetzt noch Rock

Nur zwei Jahre später debütierte „Fast Five“ (2011), der abermals von Justin Lin in Szene gesetzt worden ist. Neben den altgedienten Stars stieß nun auch Dwayne „The Rock“ Johnson zum Ensemble, hier aber noch als Gegner von Dom Toretto und Brian O’Connor. Kritiker sahen in ihm jedoch das beste Element des Films.

Generell erhielt „Fast Five“ erstaunlich gute Kritiken. Die Mixtur aus Action und Humor unter Ignorieren jedweder physikalischen Gesetze sorgte für gute Laune. Bei diesem Film war man schon so sicher, dass es weitergehen würde, dass man sogar eine Szene nach dem Abspann einbaute, in der Johnsons Figur herausfindet, dass Doms Freundin Letty, dargestellt von Michelle Rodriguez, noch am Leben ist. Zuvor dachte man, sie sei im vierten Film gestorben.

Zu diesem Zeitpunkt wurden die Filme auch schon zu extremen Ensemble-Stücken, waren doch nicht nur Walker, Diesel und Johnson, sondern auch Tyrese Gibson, Ludacris, Jordana Brewster, Matt Schulze, Sung Kang und Gal Gadot dabei. Das geschah auf Initiative von Diesel, der alle Figuren zusammenbringen wollte, selbst solche, die bisher nicht interagiert haben. Die „Fast“-Reihe sollte zu einer Art familiärer Angelegenheit werden.

Gedreht wurde in Puerto Rico, wo man Steuervergünstigungen erhielt. Mit einem Budget von 125 Millionen Dollar war „Fast Five“ teurer als seine Vorgänger, der Einsatz lohnte aber. Der Film spielte weltweit 626 Millionen Dollar an und war damit extrem erfolgreicher als sein Vorgänger. Die Reihe hatte endgültig ihre Erfolgsformel gefunden. So sollte es nun weitergehen!

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Die sechste Runde

Fast & Furious 6“ (2013) entstand erneut unter der Regie von Justin Lin. Alle Stars des vorherigen Films sind wieder mit dabei, und auch Michelle Rodriguez kehrte zurück. Als Schurke stieß zudem Luke Evans hinzu – und während des Abspanns gibt es ein Cameo, das den siebten Film vorbereitet.

Jason Statham spielt den Bruder von Luke Evans und schwört Rache an Dom Toretto und seinen Freunden. Er beginnt damit, Han zu töten. Das ist die Sequenz aus „Tokyo Drift“, nun aber erweitert, sodass man wirklich sehen kann, was passiert. Die Filme 4 bis 6 spielen damit vor „Tokyo Drift“, während der siebte dann danach angesiedelt ist.
Im Verlauf der Filme hatte die Reihe auch eine Transformation erlebt. Was ursprünglich um Autorennen kreiste, wurde mit dem vierten und fünften Film zu einer Reihe, die Action bot – aber eben mit Autos. Das öffnete die Filme für ein neues Publikum, wie sich auch am sich immer stärker wachsenden Einspiel zeigte.

Das zeigt sich auch an „Fast & Furious 6“, der immer irrere Actionsequenzen aufbietet, jedwede Realität hinter sich lässt, für das Publikum aber damit auch einiges zu bieten hat. Negative Kritiken? Interessieren niemanden. Bei Kosten von 160 Millionen Dollar spielte der Film weltweit 788 Millionen Dollar ein und war damit noch einmal erfolgreicher als sein direkter Vorgänger.

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Abschied von Paul

Der siebte Teil „Furious 7“ hätte bereits 2014 in die Kinos kommen sollen, doch der unerwartete und tragische Tod von Paul Walker verhinderte dies. Er geschah mitten in den Dreharbeiten, so dass zeitweise auch überlegt wurde, ob man die Produktion und damit auch die Reihe ganz stoppt. Es wurde schließlich entschieden, dass Paul Walker dies wohl nicht gewollt hätte – und dass der Film auch sein Vermächtnis sein würde.

Das Drehbuch musste umgeschrieben werden, viel Material mit Walker war aber schon im Kasten. Noch fehlende Momente, die neu geschriebene Szenen miteinander verbinden sollten, wurden mit Hilfe von Walkers Brüdern Caleb und Cody umgesetzt, die als Stand-Ins für ihren Bruder agierten.

Justin Lin führte nicht mehr Regie, diesmal übernahm James Wan. Die Stars des vorherigen Films sind alle wieder mit dabei, neu an Bord sind Jason Statham und Kurt Russell sowie Tony Jaa und Djimon Hounsou.

Der siebte Teil wurde in 3-D gedreht, auch aufgrund der Produktionsumstände wurde das Budget aufgebläht, da es lange Phasen gab, in denen die Crew bezahlt werden musste, aber nichts gedreht werden konnte. Auch die Nutzung von CGI für einige Walker-Szenen war kostspieliger. So beläuft sich das Budget auf stolze 250 Millionen Dollar. Es gilt aber fast als sicher, dass der Film noch erfolgreicher laufen wird als sein Vorgänger, schon allein deswegen, weil die Leute Paul Walker ein letztes Mal sehen wollen.

Wie es danach weitergeht? Ein achter Film dürfte unausweichlich sein, er wird dann aber anders sein, da ohne Walker etwas fehlt. Aber die Reihe hat sich in den letzten Filmen auch so sehr neu erfunden, dass sie ohne ihn weitergehen kann, da sie längst mit einem sehr großen Ensemble operiert, das genügend Potenzial für weitere Geschichten mit sich bringt. Mit den Schnellen und den Wilden dürfte noch lange nicht Schluss sein.

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