Eigentlich sollte der Film „Animal Rescue“ heißen, so wie die Kurzgeschichte von Dennis Lehane, auf der dieser Film basiert. Das Drehbuch hat Lehane gleich selbst geschrieben, ein Film vom Format eines „Gone Baby Gone“ oder „Shutter Island“ ist nicht herausgekommen, sehenswert ist „The Drop – Bargeld“ aber allemal.

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Geldwäsche ist ein dreckiges Geschäft, eines, das durchaus komplex ist. Zumindest in Brooklyn. Hier benutzt die Mafia mehrere Bars, in deren Safes Geld abgelegt und gelagert wird, bis die Barkeeper es weitergeben. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es ist nicht bei den Buchmachern zu finden, was Razzien der Polizei schwierig macht. Auch die Bar, in der Bob (Tom Hardy) arbeitet, ist in diese Machenschaften verwickelt, er selbst macht sich darüber aber nicht allzu viele Gedanken. Dann wird der Laden jedoch überfallen, womit sich die Frage stellt: Wer sind die Räuber und wie besorgt man dem Paten sein Geld?

The Drop - Bargeld - Tom Hardy ist mehr als nur ein Barkeeper

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Der Film läuft bei uns am 04.12.2014 an.
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Bob findet derweil einen Hund in einer Mülltonne. Er nimmt sich des Kleinen an, doch schon bald macht sich Eric Deeds (Matthias Schoenaerts) bemerkbar. Der Gauner erklärt, der Hund gehöre ihm, aber Bob kann ihn haben – wenn er 10.000 Dollar für ihn springen lässt.

Während sich Bob noch mit dieser Angelegenheit herumschlägt, ermittelt ein Polizist in dem Raubüberfall, weil er hofft, dass er auch Informationen über einen Vermisstenfall erhält, der bereits Jahre zurückliegt.

Das Milieu

Eine von Dennis Lehanes Stärken ist die Schilderung des Milieus. Hier wird Brooklyn zu einer Art Mikrokosmos, zu einem Viertel, das nach eigenen Regeln und Gesetzen funktioniert. In dem jeder um die Machenschaften der Gauner weiß, aber keiner den Mund aufmachen will. In dieser Welt lebt Bob, ein normaler Mann, den jedoch eine immense Einsamkeit umgibt. Man spürt das, Tom Hardy spielt Bob mit einer fühlbaren, aber subtilen Wehmut. Er ist ein Mann, der allein ist, der auch niemanden an sich heranlässt, der aber ein großes Herz hat.

The Drop - Bargeld - Tom Hardy ist mehr als nur ein Barkeeper

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Der Thriller wurde unter dem Arbeitstitel: "Animal Rescue" in den USA produziert.
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Das wird illustriert durch den Hund, dessen er sich annimmt. Es ist der Hund – Bob tauft ihn nach einem Heiligen Rocco –, der ihn aus seinem Schneckenhaus herausholt, der ein Gefühl in ihm erweckt, das sich auch auf die von Noomi Rapace gespielte Nadia erstreckt.

Als Kontrast zu Hardys intensiven Spiel gibt es James Gandolfini in seiner letzten Rolle, als ein Mann, der ausgesprochen subtil ist, in dem aber auch Verzweiflung und Wut brodeln, weil er in einer Welt lebt, in die er nicht mehr hineingehört.

Langsam

„The Drop – Bargeld“ ist kein schnell erzählter Film. Er erinnert tatsächlich eher an die Crime-Dramen der 1970er und 1980er Jahre als an modernes Kino. Hier lässt man sich noch Zeit, gibt den Figuren den nötigen Raum, sich zu entfalten und gestaltet filigran eine Geschichte, die immer stärker in den Bann zieht.

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Das mag nicht so offensiv sein wie in Lehanes anderen Filmen, weswegen „The Drop – Bargeld“ etwas geringer erscheint. Die Wendungen sind nicht überraschend – zumindest bis zum Schluss – und eher natürlich, aber die Geschichte lebt vor allem vom exzellenten Spiel seines Ensembles.

Neben Hardy und Gandolfini brillieren hier auch Naomi Rapace als Frau, die Bob nahekommt, und Matthias Schoenaerts, der als Gauner den unscheinbaren Barkeeper zwingt, Farbe zu bekennen. Das gipfelt in einem kurzen, aber nachhaltigen Finale, das grimmiger nicht sein könnte.