Beim Anblick des aktuellen DC Extended Universe wünscht sich manch ein Fan zurück in die Ära des Christopher Nolan. Und der britische Filmemacher teilte nun mit, welchen entscheidenden Vorteil er gegenüber heutigen Superheldenstreifen besaß.

Christopher Nolans Batman-Trilogie fand mit The Dark Knight Rises ein fulminantes Finale

Das DC Extended Universe entwickelt sich mit Ausnahme von Patty Jenkins' Wonder Woman so gar nicht in die Richtung, wie es sich Warner Bros. und DC Films zu Beginn noch erhofft hatten. Anstatt mit Marvel Studios' Marvel Cinematic Universe um die Kinokrone zu kämpfen, hinken sie gnadenlos hinterher. Selbst Justice League, das Äquivalent zu den Avengers, kann weder Kritiker noch Fans überzeugen - das magere Einspielergebnis von bislang knapp 570 Millionen Dollar weltweit spricht klare Worte.

Dabei hatte Warner Bros. lange vor dem überwältigenden Erfolg von Marvel Studios eine Filmreihe, an die selbst die begnadeten Köpfe um Kevin Feige bis heute nicht herankommen: Christopher Nolans Dark-Knight-Trilogie.

Es war aber auch eine etwas andere Zeit und mit Nolan ein Mann am Ruder, bei dem kein Studio es wagen würde, ihm sein Handwerk zu erklären. Rund 2,45 Milliarden Dollar spielten die Filme Nolans mit Christian Bale in der Rolle des Dunklen Ritters weltweit ein. Zum Vergleich: Die bisherigen Filme innerhalb des DC Extended Universe, Batman v Superman: Dawn of Justice, Suicide Squad, Wonder Woman und Justice League haben zusammen knapp drei Milliarden eingespielt. Und Nolans Batman Begins (rund 370 Millionen Dollar weltweit) hatte anno 2005 einen schweren Stand, nachdem Joel Schumacher die Batman-Filme zugrunde filmte, Stichwort: Batnippeln. Nolan gelang es, die in die Lächerlichkeit abgedriftete Reihe mit einem enorm düsteren Setting wiederzubeleben. Eine Formel, an der Warner Bros. auch beim DC Extended Universe festhielt. Ohne allerdings den jeweils verantwortlichen Regisseuren die nötige Freiheit zu gewähren. Und es gibt noch einen Vorteil, den Nolan bei seiner Trilogie genoss, wie er auf einem Live in Pictures Event der BAFTA verriet.

Alle Zeit der Welt

Seine Filme Batman Begins (2005), The Dark Knight (2008) und The Dark Knight Rises (2012) hatten das Privileg, sich über mehrere Jahre zu spannen, wie Nolan sagte. "Das ist ein Privileg und ein Luxus, das Filmemacher heutzutage nicht mehr haben", so der Regisseur. "Ich denke, das war auch das letzte Mal, dass irgendjemand einem Studio sagen konnte, 'Ich mache vielleicht einen weiteren, das wird aber vier Jahre brauchen'. Es gibt einfach zuviel Druck in Bezug auf die Veröffentlichungstermine, um Leuten das zu gewähren, aber es war ein großer Vorteil. Wir hatten das Privileg und den Vorteil, sowohl als Menschen als auch als Geschichtenerzähler zu wachsen, bevor wir alle wieder zusammentrommelten."

Am besten lässt sich das auch an den Darstellern festmachen. Christian Bale spielte Batman über eine Zeitspanne von acht Jahren drei Mal. Ben Affleck hat ihn innerhalb von zwei Jahren schon zwei Mal gespielt.