Der eine heiratet, der andere sägt jede Frau ab, die Interesse an ihm hat, weil ihm Kleinigkeiten missfallen. Aber beide sind beste Freunde und stehen im Mittelpunkt dieser zwar wenig originellen, aber amüsanten irischen Komödie.

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Fionnan (Hugh O’Conor) steht kurz vor der Hochzeit und hat eigentlich keine Lust auf ein Junggesellen-Wochenende, aber sowohl seine Zukünftige als auch seine Freunde überzeugen ihn. Es soll also in die Berge zum Campen gehen, aber einen Haken gibt es. Seine Verlobte erwartet, dass er auch ihren Bruder mitnimmt, den alle nur „The Machine“ (Peter McDonald) nennen. Und das nicht umsonst, denn ein bisschen irre ist der unangepasste Typ schon. Darum setzen Fionnan und seine Freunde auch alles daran, ihn nicht mitnehmen zu müssen. Doch vergebens. The Machine ist dabei – und erst durch ihn wird allen klar, was im Leben wirklich wichtig ist.

Männer unter sich

Die Figuren sind recht stereotyp gestaltet. Die meisten haben keine nennenswerten Charakteristika. Sie sind Funktionsträger: Der etwas spießige Ehemann in spe, dessen etwas unsteter Freund, der Kumpel mit den Schulden und dem Stock im Arsch und ein schwules Pärchen. Am interessantesten ist auf jeden Fall The Machine, da er Aufruhr in die recht homogene Gruppe bringt.

The Bachelor Weekend - „Moriarty“ macht mit den Jungs einen Junggesellen-Ausflug

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"The Machine" bringt Schwung in die homogene Gruppe.
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Das funktioniert nach vorhersehbaren Mustern, da The Machine nicht nur ein nerviger, ruppiger Typ ist, sondern eben auch tiefergehende Seiten hat und eine Verwundbarkeit offenbart, die ihm die anderen nicht zugetraut hätten. In Gruppen braucht man einen Typen wie ihn, damit sich richtig was rührt. Das ist natürlich alles nicht besonders originell, aber es ist höchst amüsant und täuscht darüber hinweg, dass der Film eine sehr episodische Struktur aufweist.

Der moderne Mann

Man kann „The Bachelor Weekend“ völlig oberflächlich betrachten und sich daran erfreuen, er hat aber durchaus auch noch mehr zu bieten. Der Film arbeitet sich am Bild dessen ab, was typische Männlichkeit auszeichnet, bietet dabei aber sowohl den Figuren als auch dem Publikum eine Erfahrung, die darüber hinausgeht. Auch Männer können Momente der Schwäche haben und sie können die Maske fallen lassen, hinter der ihre Gefühle verborgen sind.

Packshot zu The Bachelor WeekendThe Bachelor Weekend

Das zeigt der Film mit seiner sympathischen Geschichte, die vor allem auch davon lebt, dass die Figuren und ihre Handlungsweise authentisch und glaubwürdig gestaltet sind. Man hat hier das Gefühl, ein paar Freunden bei einem Trip zuzusehen.

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Man fühlt sich wie unter Freunden. Nackten Freunden.
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Viele Lacher

Eine Komödie steht und fällt mit dem Humor. Der ist hier stark ausgeprägt, und das längst nicht nur in den Szenen mit The Machine. Aber die mit The Machine sind die mit Abstand besten. Grandios ist, wie er zu der Gruppe hinzustößt und dem von Andrew Scott („Sherlock“) gespielten Davin erstmal die Meinung geigt, weil der nicht an sein Handy gegangen ist.

Naturgemäß wirkt The Machine hier wie ein absoluter Irrer, aber McDonald spielt ihn mit so entwaffnender Sympathie, dass man automatisch auf seiner Seite steht. Es ist diese Figur, die aus den anderen herauskitzelt, wer sie wirklich sind. Er ist der Katalysator der emotionalen Reise von Fionnan, Davin und den anderen.