Die Russo-Brüder haben bewiesen, dass sie nicht nur einen guten Marvel-Streifen inszenieren können, sondern, dass sie auch einen verdammt guten Avengers-Zusammentreffen auf die Reihe kriegen (mit Captain America: Civil War). Doch was unterscheidet Joe und Anthony Russo von Joss Whedon?

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Die meisten dürften wohl in erster Linie bei dieser Frage anbringen, dass Joss Whedon für eine lockere und recht anspruchslose Unterhaltung steht, während Anthony und Joe Russo eher die düstere Seite des Superhelden-Daseins porträtieren. Andererseits muss man aber auch sagen, dass Whedon zu einem frühen Zeitpunkt das Sagen hatte, als das Marvel Cinematic Universe ohnehin noch unbeschwerter daherkam. Bei den Russos begann es dann bereits mit den Verschwörungen rund um S.H.I.E.L.D. und Andeutungen (Captain America: The Return of the First Avenger).

Wie sehen es die Darsteller? Immerhin arbeiten sie monatelang mit den Regisseuren am Set. In einem kürzlichen Interview gaben Paul Bettany (Vision) und Elizabeth Olsen (Scarlet Witch) darauf eine Antwort: "Sie unterscheiden sich stark voneinander, aber nicht insofern, dass einer besser als der andere wäre", so Bettanys neutrale und kurze Antwort.

"Der größte Unterschied ist der, dass Joss Whedon alles selbst schreibt", ließ Olsen indes wissen. "Wenn er schreibt, dann ist er jeder Charakter und er geht jede Kampfszene so gut er kann durch, bevor er sie schreibt. Ich denke, der Hauptunterschied ist der, dass die Russos mehr delegieren und sie setzen ihr Vertrauen in diejenigen, an die sie Aufgaben abgeben. Was nicht heißen soll, dass Joss Whedon kein Vertrauen hatte, aber es herrscht enorm viel Druck für einen Regisseur, wenn man heimgeht und zuhause noch für die kommende Woche umschreiben muss. Also denke ich, je größer ein Film wird, desto spezifischer sollten die Dinge an gewisse Abteilungen übergehen. Und ich glaube, genau das erlaubt es, bei den Dialogen noch mehr Freiheiten zu genießen."

Klingt, als ob Whedon als großer Comic-Nerd eine ziemlich genaue Vorstellung davon hatte, was er wen wie spielen lassen wollte, während die Russos offener sind für Ideen und ihren Darstellern mehr Freiheiten zur eigenen Gestaltung erlaubten. Und genau das, stimmen sowohl Bettany als auch Olsen ein, haben die Russos von ihnen am Set verlangt: sich einzubringen.

Bettany selbst glaubt, dass der Erfolg der Marvel-Filme ohnehin darauf fuße, dass sie von Fans gemacht seien, die die Charaktere und das Universum liebten. "Ich bin nicht damit aufgewachsen, Comics zu lesen, aber sie sorgen dafür, dass man sich in den Charakter verliebt", so der Schauspieler.

Synopsis

Während die Avengers und ihre Verbündeten die Welt weiterhin vor Gefahren schützen, die zu groß für einen einzigen Helden sind, tritt eine neue Gefahr aus den Schatten des Universums: Thanos. Als ein Despot intergalaktischen Ausmaßes ist es sein Ziel, alle sechs Infinity-Steine - Artefakte unvorstellbarer Macht - zu finden und sie dazu zu nutzen, der Realität seinen Willen aufzuzwingen. Alles, wofür die Avengers bislang gekämpft haben, führte auf diesen einen Moment hin - das Schicksal der Erde und die Existenz selbst war noch nie so unsicher wie jetzt.

In Anthony und Joe Russos The Avengers: Infinity War spielen unter anderem Robert Downey Jr. als Tony Stark / Iron Man, Mark Ruffalo als Dr Bruce Banner / Hulk, Chris Evans als Steve Rogers / Captain America, Scarlett Johansson als Natasha Romanoff / Black Widow, Chris Hemsworth als Thor, Elizabeth Olsen als Wanda Maximoff / Scarlet Witch, Tom Holland als Peter Parker / Spider-Man, Jeremy Renner als Clint Barton / Hawkeye, Paul Rudd als Scott Lang / Ant-Man, Anthony Mackie als Sam Wilson / Falcon und Don Cheadle als James Rhodes / War Machine mit.

Deutscher Kinostart für den ersten Teil des großen Finales ist der 26. April 2018. Ein Jahr darauf folgt dann der Abschluss der Marvel Phase Drei mit Avengers 4.