Gerne würde diese Rezension ganz ohne Worte auskommen. Man müsste sie einfach nur mit ein wenig heiterer, mal dramatischer Musik unterlegen und die Emotionen im Kopf spielen lassen. Dazu ließe man dann eine kleine Diashow mit großartigen Bildern aus diesem großartigen Film laufen, die wichtige Handlungseckpfeiler zeigen. Denn Worte sind unnötig, wenn das Schauspiel und die Szenerie klar genug sind und für sich sprechen.
Trotzdem wird diese Kritik nicht ohne Worte funktionieren. Wie sonst solle man hier all das loben, was „The Artist“ geschaffen hat? Der Film ist ein Experiment in unserer reizüberfluteten Zeit. Er versetzt den Zuschauer in eine Welt zurück, die die wenigsten von uns erlebt haben. Als Filme noch schwarzweiß und stumm waren, untermalt von zumeist simplem Klavierspiel, das die sprachlosen Schauspieler auf der Leinwand begleitete.
In genau dieser Zeit lebt George Valentin (Jean Dujardin), seines Zeichens Stummfilmstar in Hollywood. Um 1927 füllt er riesige Kinosäle und bringt die Massen zum Toben – für den heutigen Kinozuschauer natürlich vollkommen lautlos. Denn das ist das Besondere an diesem Film über Stummfilme: Bis auf sehr wenige Ausnahmen hört man nur die klassische Stummfilm-Musik. Kein Lachen, kein Schreien, keine Sprache – selbst Autos und Hunde geben keinen Mucks von sich.
George Valentin (Jean Dujardin) ist ein gefeierter Stummfilmstar.„The Artist“ fängt mit einer Kinopremiere an. Während dieser wartet das Filmteam hinter der Leinwand auf die Resonanz des Publikums. Zum Schluss des Films ertönt kein Laut. Kein Applaus, kein Johlen. George Valentin und seine Crew stehen versteinert hinter der Bühne. Irgendwann wirft Valentin plötzlich seine Faust in die Luft und strahlende Gesichter sind zu sehen. Erst durch diese Gesten erlangt man Gewissheit darüber, dass das Premierenpublikum Begeisterung zeigt. Was anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, stellt sich schnell als Normalität ein.
So führt der Stummfilmstar, von Presseleuten umzingelt, ein Radiointerview, von dem man natürlich nichts hört. In dieser Menschenmasse stolpert urplötzlich eine gewisse Peppy Miller (Bérénice Bejo) hervor. Zwischen ihr und George existiert sofort eine besondere Magie. Kurz darauf wird sie als Tänzerin für einen von Georges Filmen engagiert, wo es bei einer Szene zwischen den beiden ordentlich knistert.
Peppy schafft es nach und nach aufzusteigen, bis sie zwei Jahre später direkt an Georges Seite spielt. Indes geht Georges Ehe zu Grunde und auch seine Karriere scheint vor dem Aus zu stehen: Man entdeckt den Tonfilm in Hollywood. Doch Stummfilmstar George Valentin passt nicht in das neue Konzept. Man braucht „neue Gesichter, Gesichter mit Stimme“. Während Peppy Miller der neue Stern am Hollywood-Himmel wird, erlebt George einen tiefen Fall, vom heißbegehrten Star zum arbeitslosen Künstler.
Gut behütet: Bérénice Bejo als Peppy Miller.Dabei greift der Stummfilm auf alle erdenklichen cineastischen Bild-Möglichkeiten zurück, um dies zu verdeutlichen: Sobald Georges Untergang bevorsteht, setzt strömender Regen ein, der mehrere Tage anhält. In einer Pfütze liegt sogar ein Plakat von dem einst strahlenden Star, auf die Leute unbedacht drauftreten. Auf dem Weg zurück vom kleinen An-und Verkaufsladen, in dem er seinen teuren Smoking verkauft, schlurft er unter einem Schild her, auf dem groß die Lettern „Lonely Star“ prangen. All das geht so weit, bis George schließlich dem eigenen Wahnsinn verfällt und seine Wohnung in Schutt und Asche legt, während große Gesten und ausdrucksstarkes Minenspiel die Szenerie dominieren.
Allgemein sind Gestik und Mimik natürlich die wichtigsten Instrumente eines Stummfilmschauspielers. Während in der heutigen Zeit gute Drehbücher und witzige Dialoge miserable Schauspielkunst zu vertuschen wissen, bietet sich für die „The Artist“-Darsteller diese Möglichkeit nicht. Allen voran Hauptdarsteller Jean Dujardin, der zu Recht für diese Leistung für den Oscar nominiert wurde. Er spielt den charismatischen Stummfilmstar, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Immer ein charmantes, breites Lächeln auf den Lippen und eine unfassbar ausdrucksstarke Mimik, sein Spiel mit den Augen, selbst die Augenbrauen lässt er des Öfteren tanzen.
So brilliert Jean Dujardin in den lustigen Szenen mit gewitztem Grinsen, ebenso wie in den höchst emotionalen Momenten, in denen jeder Zug seines Gesichts pure Verzweiflung annimmt und man so sehr mit ihm mitfühlt, betroffen und fasziniert zugleich, wie es schon lange kein Schauspieler mehr in einer solchen Intensität zu vermitteln vermochte.
Regie: Michel HazanaviciusGenre:Komödie, Drama, RomanzeFilmstart: Spieldauer: 100 minDarsteller:Missi Pyle, Penelope Ann Miller, James Cromwell, John Goodman, Bérénice Bejo, Jean Dujardin ... mehr
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während ein Kinobesuch für mich ein erlebnis mit freunden ist, und da gehört für mich z.B. popcorn futtern etc. dazu. und danach ein leckeres bierchen schlürfen und die lustigsten /actionreichsten szenen gemeinsam revue passieren lassen
mal die unterschiedlichen wohnorte ausser acht gelassen, werd ich dich dennoch nie durch mein popcorn im kino stören, da wir in die unterschiedlichsten filme gehn zu unterschiedlichsten zeiten.
und wer nachts in New Kids geht, darf sich nicht aufregen, wenn besoffene assoziale ins kino kotzen^^ (leicht dramatisiert dargestellt)
hach, ist es nicht herrlich, dass es unterschiedliche geschmäcker gibt ;D
In diesem Sinne, euch allen noch einen schönen Abend und gute Nacht.
@Bienchen: Schau, deine Entschuldigung finde ich jetzt stark und richtig. Klasse!
Schließlich wollen wir alle nur Filme schauen.
@Kinologe: Hm, das Ausniesen der kompletten Weltwetterlage ist meiner Ansicht nach jetzt nicht so schlimm und du machst das ja auch nicht absichtlich. Klar ist es ein kleiner (feuchter?) Störfaktor, aber es kommt ja auf die Intensität an, mit der man persönlich einen Film erleben möchte. Du selbst störst dich ja nicht unbedingt damit. Mich stören viel mehr die Knabberer und Raschler und vor allem die Kommentierer (egal welcher Art - Teenie, Proll, Kenner, Hellseher oder Gruppendynamiker).
Einmal meinte wer: "Für jeden deiner Nieser stirbt ein Justin Bieber Fan." Seitdem schaue ich nur noch DVDs.
Gerne täte ich mir auch diesen Stummfilm ansehen, allerdings befürchte ich den letzten Rest der Justin Bieber Fans auch noch zu vernichten. *sniff*
PS: Ein Leidensgenosse: www.stupidvideos.com/.../A_Very_Large_Sneeze
Schwamm drüber, Hauptsache wir haben beide Spass im Kino - ob nun alleine oder mit Begleitung :)
Dafür müsstest du aber in die Schweiz auswandern, Filme in Englisch gucken und auch noch auf die gleichen Filme stehen wie ich ;)
Es gibt ja wirklich Mediennutzer, die inhalieren Filme, Bücher oder Musik nicht, sie können tatsächlich überhaupt nicht versinken. Sicher muss dazu der Stoff auch stimmen. Dennoch verstehen diese Personen dann auch nicht, wenn man sich von ihnen gestört fühlt. Sie können nicht nachvollziehen, dass man etwas virtuellem mehr Aufmerksamkeit geben kann als seiner realen Umgebung. Aber genau das macht ja die Magie guter Stoffe aus. Und ich finde es wunderbar oder grausam, danach irgendwann wieder in die Welt um mich herum entlassen zu werden. Diese kurze Phase des Eskapismus ist mir persönlich einfach wichtig. Und mit Störfaktoren ist das eben meist nicht möglich. "Ist doch bloß ein Film" ist genauso ein Problem für mich. Wer sich in etwas fallen lassen kann, darin vollkommen aufgeht, hat einfach mehr vom "bloßen" Film.
Jedenfalls verstehe ich, wenn du gerne allein ins Kino gehst.
Würde dich ja fast fragen, ob wir nicht zusammen allein ins Kino gehen sollen ;)
Aber es muss nicht gerade der 27. Fast & Furious sein.
Ich war früher häufig mit einem Freund im Kino, der ziemlich auf meiner Wellenlänge lag, was Filme und die Immersion in dieselben angeht. Das war eine tolle Sache. Man hat sich nicht gestört und man wusste, dass man gemeinsam etwas erleben kann, was beiden auf die gleiche Weise gefällt. Da hat man auch nachher kaum geredet, weil jeder erstmal die Eindrücke verarbeitet hat. Gleichzeitig wusste man aber, dass es dem Andern auch so geht. Geile Sache!
Leider gingen die Interessen irgendwann auseinander und so haben wir heute nicht mehr viel gemeinsam und sind unsere Wege gegangen.
Es bringt einfach nichts, wenn ich irgendwen mitschleppe, der nur mitkommt, weil er mir eine Freude machen will. Und umgekehrt.
Wer Kino als Happening mit Freunden sieht, der geht einfach ganz anders da rein - und meistens sind das Leute, die ich nicht mit mir im Kino will. Nicht weil ich persönlich was gegen die hätte, sondern weil die einfach häufig tuscheln, mit dem Handy rumwedeln und jede Szene lautstark kommentieren.
Wobei es natürlich auch schon passiert ist, dass sich solche Leute dann aus Rücksicht in eine Nachmittagsvorstellung verzogen haben und als Engländer just mit mir in der gleichen Vorstellung landeten.
Das passiert halt.
Alleine und in Begleitung. Aber alleine geht man wirklich den meisten Problemen aus dem Weg, wenn man rein des Filmes wegen ins Kino gehen möchte.
Für mich ist es wichtig, dass diejenigen, die in denselben Film mit mir gehen, auch darin versinken wollen, nicht stören, mir den Film erzählen oder Unmutsäußerungen daherbringen, weil sie einen Film "langweilig" oder unlogisch finden, "nichts passiert", oder dass irgendwelche Prolls oder unterbelichteten Teenies "witzig" sein wollen, kommentieren und an den falschen Stellen lachen.
Je leerer das Kino, desto weniger hat man diese Gefahr der Zerstörung der Konzentration auf den Film und dessen und des Kinos Atmosphäre.
Allein gehen hat den Vorteil, dass auch die nicht vorhandenen Kinopartner, die ich eigentlich mag, genau diese Probleme nicht hervorrufen.
Viele gehen auch nur ins Kino, weil sie sich mit anderen treffen wollen, aber nicht um des Filmes Willen. Wenn ich mir einen Film anschauen will, dann habe ich all diese Probleme nicht, wenn ich allein gehe. Unterhaltungen nach einem Film in einer Gruppe klappen übrigens meist nicht, weil im Endeffekt sich die meisten gar nicht so sehr für den Film begeistern können.
Ich gehe auch lieber zu zweit ins Kino, vorausgesetzt der Film interessiert beide. Wenn ein Kumpel sich für einen Film extrem interessiert und ich den auch gern sehen will, der Film mich auch intellektuell anspricht, dann sage ich meist zu, weil ich dann relativ sicher sein kann, dass der Film intensiv geschaut wird und man noch was vom Kumpel hat, danach oder davor, und auch die Diskussion lohnt.
Aber es muss nicht gerade der 27. Fast & Furious sein.
Bienchen, ich finde schade, dass - wie es im Internet Mode ist - viele gleich auf die Schiene "RL" und den Zug "keine sozialen Kontakte" aufspringen. "Get a life" ist auch so ein Antispruch geworden. Warum diese persönliche Attacke gegenüber Miriamel? Völlig unnötig und daneben.
Oops, jetzt ist es mir auch passiert. Sollte aber nur eine Verteidigung einer völlig normalen Denkweise Miriamels sein, so wie deine ebenfalls völlig normal ist, bis auf die Attacke.
Glaub du, was du glauben willst/musst - ich hatte nur gehofft, dass ich klar machen kann, dass es eben auch noch andere Ansichten gibt.
Im Gegensatz zu dir kümmert es mich wenig, wer mit wem ins Kino geht... und eben darum lauf ich auch nicht rum und bemitleide Leute mit anderen Ansichten.
Denk mal drüber nach.
Und außerdem kannst du nicht sinnerfassend lesen, ich rede nicht wärend eines Filmes im Kino mit meiner Begleitung, höchstens es passiert was total unvorhergesehenes, z.b. Grusel Szene oä. Aber DANACH, bei einem Lokalbesuch z.b. oder am Nachhause weg, da reden wir über den Film, wenn uns danach ist.
Egal, ich wollte dir nicht meine Lebensart aufzwingen, wieso auch, jeder soll das machen was er für richtig hält, solange er keinen anderen damit schadet, aber mein Bedauern über solche Zeitgenossen wie dich wollte ich zum Ausdruck bringen, nicht mehr und nicht weniger, hoffe du hast jetzt endlich alles verstanden und bist nicht mehr sauer, du Rumpelstilzchen. ;-)
Das würde ich nie machen weil es viel schöner ist mit seinem Partner oder guten Freunden gemeinsam einen Film im Kino ankucken, und danach darüber zu sprechen usw.
Ist kein Angriff gegen deine Person aber finde ich traurig wenn du wirklich nur alleine ins Kino gehst.
Wieso wusste ich, dass sowas kommt xD
Pass auf: Wenn ich mit jemandem ins Kino geh, gehts los:
- Will nicht in den Film
- Kann nicht am Nachmittag
- Will nicht in O-Ton-Vorstellung
- Kann nur dort und dort
- Will nachher über den Film reden (ja ich mag das NICHT)
Fazit: Ich nerv mich. Und weil ich mich nicht nerven will (und andere auch nicht, die sich dann auch nerven), geh ich alleine und alle sind glücklich.
Ich kauf mir immer ne Karte für den Platz direkt in der Mitte. Am Nachmittag hats fast keine Leute und im O-Ton sowieso weniger. Da bin ich meistens fast alleine im Kino -> Ein Traum!
Ausserdem, wie Enisra schon sagte: Was machst du mit jemandem im Kino? Abgesehen von Teenager-Zeiten damals...
Ich meine, ich will in einen Film versinken und darum redet man eh nicht miteinander (und wenn, dann stört das höchstens).
Es ist mir auch schon lange klar, dass die meisten Leute das nicht verstehen, aber immer mit solchem Unsinn daher kommen, ist schon recht fragwürdig.
Ich geh allein, weil ich lieber allein gehen WILL.
Wenn du lieber mit jemandem gehst - OK. Aber es sind nun mal nicht alle gleich.
Aber naja, so schlimm ist das nicht alleine sich nen Film anzusehen, ich mein, was soll man auch mit den anderen machen? mit Handhelds da hocken und MP spielen? Sich unterhalten?
Vorallem, was soll man denn machen wenn sich keiner für den spezifischen Film interessiert den man sich unbedingt im Kino anschauen will?
Das würde ich nie machen weil es viel schöner ist mit seinem Partner oder guten Freunden gemeinsam einen Film im Kino ankucken, und danach darüber zu sprechen usw.
Ist kein Angriff gegen deine Person aber finde ich traurig wenn du wirklich nur alleine ins Kino gehst.
Wieso? Ich gehe grundsätzlich alleine ins Kino. Wo ist das Problem?
Niemand sollte alleine ins Kino gehen müssen. :-(
Oder dann doch lieber Drive :)
Lass ihn doch. Ich war in Iwo Jima am Ende der einzige im Kino, weil der Rest (vier Teenies) raus sind wg. des "scheiß Untertitels". So sehr ich Blockbuster mag, aber genauso darf es auch mal ein Kunstwerk wie The Artist sein.
Ich denke, dieser Film ist nicht für die große Masse gemacht worden, sondern eine Liebeserklärung an die gute, alte Zeit. In meiner Kindheit habe ich einige Charlie Chaplin Streifen gesehen, alles Stummfilme, die trotzdem sehr humorvoll, manchmal bitter traurig oder sogar sehr ernst waren. Ein Film braucht keine Sprache, wenn die Handlung für sich selbst spricht.
Jean Dujardin ist übrigens einer der ganz großen, aber hierzulande weitgehend unbekannten Schauspieltalente. Ich habe ihn durch die beiden Agenten-Parodien OSS 117 (Ausleih-Tipp!) kennengelernt. Filmsammler werden sich dieses Film-Kleinod sowieso schon mal vorgemerkt haben und dafür schon platz im Regal schaffen. :)
Das siehst du so.
Andere mögen es nicht derart empfinden.
Über Geschmack lässt sich nicht streiten.
Der Film ist der beste Film seit Jahrzehnten du Kunstbanause. Du hälst Tiny Toons sicher auch für Kinderkram was?
Von mir aus muss nicht viel geredet werden: Macht der Terminator auch nicht.
Aber bischen Tempo muss der Film für mich schon haben und dieses gezwungen Musisch-Kreative liegt mir so oder so nicht.
Das ist zumindest mal ein Film, wo ich mich nicht ärgern muss, dass er in meinem Standardkino nicht in O-Ton läuft ;)