Spider-Man, Spider-Man, does whatever a spider can … Spins a web, any size, catches thieves just like flies. Look Out! Here comes the Spider-Man.“ Seit der Veröffentlichung des Titelsongs der Spider-Man-Comicserie ist viel passiert. Zuletzt erfolgte vor zwei Jahren ein viel diskutiertes Reboot der erfolgreichen Spider-Man-Reihe mit Tobey Maguire in der Titelrolle und Andrew Garfield schlüpfte in den Spandex-Anzug des Spinnenmannes, den er wohl noch eine Weile tragen wird.

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Das Reboot zum beliebten Marvel-Superhelden Spider-Man löste heftige Diskussionen unter Fans aus. Die einen blieben knallharte Verfechter der alten Reihe, andere konnten sich mit dem neuen Spider-Man aber anfreunden. Dieser war jünger, besuchte die High-School und verliebte sich – wie auch in den Comics – in Gwen Stacy, Spider-Mans erste große Liebe. Von Mary Jane Watson keine Spur.

The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro - Nichts für Arachnophobiker

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Der Film startet bei uns am 17.04.2014 in den Kinos.
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Auch war Peter Parkers Verhalten und Äußeres mehr an das eines Teenagers der heutigen Zeit angepasst. Eine zottelige Out-of-Bed-Style-Frisur, stets skateboardfahrend und extrem coole und freche Sprüche machen den neuen Parker aus. Die Frisur und die coolen Sprüche hat er beibehalten, das Skateboard allerdings beiseite gelegt. Denn Peter Parker (Andrew Garfield) hat sich in der Fortsetzung „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ bestens mit seinen Spinnenfähigkeiten angefreundet und schwingt nun von Ort zu Ort.

Die freundliche Spinne von nebenan

Allerdings muss Peter auch bemerken, dass das Leben als Superheld kein leichtes ist. Für seine wunderschöne und clevere Freundin Gwen Stacy (taff gespielt von Emma Stone) findet er immer weniger Zeit, möchte er doch eine ganze Stadt vor Übeltätern jeder Art bewahren. So versucht er das Organisierte Verbrechen ebenso unter Kontrolle zu halten wie rüpelhafte Schüler, die kleinere Jungs aufmischen.

Kein Wunder, dass er abends todmüde ins Bett fällt. Zeit für Hobbys bleibt da keine. Selbst das Verschwinden seiner Eltern konnte er nicht weiter erforschen, auch wenn ihm dieses Ereignis natürlich weiterhin unter den Nägeln brennt.

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Peter Parker (Andrew Garfield).
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Und während Gwen nach England ziehen will, um dort die angesehene Oxford Universität zu besuchen, und somit das eventuelle Aus seiner Liebesbeziehung bevorsteht, tritt auch noch ein neuer Widersacher auf den Plan: Electro, der grandios von Jamie Foxx verkörpert wird.

Gebürtig heißt Electro eigentlich Max Dillon und arbeitet als Techniker bei Oscorp Industries. Doch durch einen tragischen Unfall am Arbeitsplatz (das klassische Muster also) verwandelt sich der schüchterne und stets gepiesackte Dillon, der sowieso schon einen kleinen Hang zum Soziopathen hat, in den Superschurken Electro, dessen Fähigkeit es unter anderem ist, Elektrizität zu kontrollieren.

Schön ist hier, dass Regisseur Marc Webb dem neuen Bösewicht Zeit für die Entwicklung von seinem Alter Ego Max Dillon zu Electro lässt. Langsam wird Dillon in seiner noch menschlichen Form eingeführt, irgendwie hat man Mitleid mit ihm, aber irgendwie bemerkt man auch schon, dass dieser Kerl nicht alle Tassen im Schrank hat und man sich vor ihm in Acht nehmen sollte.

The Amazing Spider-Man erhält mit „Rise of Electro“ ein ebenbürtiges Sequel, das sich sehen lassen kann!Fazit lesen

Diese beiden gegensätzlichen Gefühle tragen im Innern des Zuschauers jedoch lange Zeit einen Kampf aus, was der bemerkenswerten schauspielerischen Leistung von Jamie Foxx zu verdanken ist.

Hans Zimmer & The Magnificent Six

Zu Beginn nichts Böses wollend, legt Electro allerdings unbewusst den New Yorker Time Square lahm und verursacht ein riesiges Polizeiaufgebot, bei dem auch sein Idol Spider-Man auftaucht. Diese Szene beeindruckt nicht nur durch die Action und die bildgewaltigen Spezialeffekte, sondern auch durch die leisen Töne, die Gefühlsregungen und die fantastische Musik, für die in „The Amazing Spider-Man 2“ Hans Zimmer and The Magnificent Six verantwortlich sind, zu denen Johnny Marr und Pharrell Williams gehören.

Wie leise Stimmen flüstert das großartige Lied „Paranoia“ Electro ins Ohr, niemandem vertrauen zu können, alle würden ihn anlügen. Diese Stimmen werden immer lauter, gewaltiger, schreien am Ende in seinem Kopf. Doch nicht nur an dieser Stelle ist die Musik sehr auffällig und wichtig für die Stimmung der Szene – im gesamten Verlauf beeinflusst sie den Film immens und trägt dazu bei, dass man noch mehr mitfiebert und seinen Blick nicht von der Leinwand wenden kann.

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Max Dillon (Jamie Foxx).
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Dafür sorgen auch die durchweg gut eingesetzten 3D-Effekte: Spinnenweben fliegen ebenso durch den Kinosaal wie Electros Strahlen oder diverse Gegenstände. Auch Spider-Mans Ausflüge durch die Luft machen erneut großen Spaß. An dieser Stelle scheinen die Macher noch dazugelernt und einen draufgesetzt zu haben. Optisch macht der Blockbuster auf jeden Fall etwas her.

Zu viele Schurken verderben den Brei

Leider begeht „The Amazing Spider-Man 2“ den gleichen Fehler, den auch schon „Spider-Man 3“ gemacht hat, wenn auch nicht ganz in dem gleichen Ausmaß: zu viele Bösewichte! Schon der Trailer weckte diese Befürchtung: Electro, Green Goblin und Rhino? Wamms! Da hat Spidy aber alle Hände voll zu tun. An dieser Stelle sprechen wir eine Spoiler-Warnung aus. Wer sich möglichst alle Überraschungen bewahren möchte, sollte jetzt nicht weiterlesen und direkt zum Fazit springen.

Electro hätte, wenn es nach uns ginge, allemal gereicht. Immerhin wird Rhino (Paul Giamatti) keine große Rolle zugedacht, sodass er vermutlich mehr den nachfolgenden Teil vorbereiten soll. Doch auch der Handlungsstrang um Harry Osborn wirkt etwas zu viel. Anders als bei der alten Spider-Man-Trilogie stirbt Norman Osborn (Chris Cooper) zu Beginn des Films an einer Krankheit, ohne jemals als grüner Kobold gegen Spider-Man anzutreten.

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Gwen (Emma Stone) zur Rechten.
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Er hat durch die Krankheit zwar eine ungesund grüne Hautfarbe, was wohlmöglich als kleine Hommage gedacht ist, bleibt aber nicht lange auf der Bildfläche. Nach seinem Ableben erbt Normans Sohn und Peter Parkers alter Freund Harry Osborn (Dane DeHaan) Oscorp Industries.

Im Vergleich zum charismatischen und gutaussehenden Harry Osborn aus der Vorgänger-Trilogie, damals gespielt von James Franco, wirkt Dane DeHaan meist depressiv, griesgrämig und schmierig. Das ist keineswegs negativ gemeint, sondern einfach eine andere, aber ebenso interessante Herangehensweise an die Rolle des Harry Osborn, die dem Green Goblin auch einen ganz anderen Touch verleiht – gefährlich, widerwärtig und abstoßend.

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Und das Unglück nimmt seinen Lauf.
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So gibt es neben Electro noch einen anderen großen Handlungsstrang: Norman Osborn eröffnet seinem Sohn vom Totenbett aus, dass Harry eine genetische Krankheit geerbt hat, die nun beginnen dürfte auszubrechen und die ihn das Leben kosten wird.

Osborn benutze Oscorp zu Selbstforschungszwecken, um sein Leben zu verlängern bzw. ein Heilmittel gegen sein Leiden zu finden, was er in den genetisch manipulierten Spinnen vermutet, die Peter Parker gebissen haben, jedoch vernichtet wurden. Harrys Lösung: Er braucht Spider-Mans Blut! Und spätestens hier fühlt sich der Film doch etwas überladen an, wodurch die eigentlich spannende Geschichte um Electro immer wieder in den Hintergrund rutscht und an Bedeutung verliert.