Vor zehn Jahren eroberte Tobey Maguire als Spider-Man die Leinwand. 2004 und 2007 folgten die Fortsetzungen zu dem beliebten Marvel-Superheld. Umso verwunderlicher ist es, dass nur fünf Jahre später ein kompletter Reboot der Reihe erfolgt. Neue Schauspieler, neue Storyline, nur eines bleibt gleich: Peter Parker wird durch einen Spinnenbiss zum Spinnenmann.

The Amazing Spider-Man - Dritter Trailer4 weitere Videos

Diesmal schlüpft allerdings Andrew Garfield in die Rolle des schüchternen Peter Parker, der als kleiner Junge von seinen Eltern verlassen wird. Daraufhin wächst er bei seinem Onkel Ben (Martin Sheen) und seiner Tante May (Sally Field) auf. Im Gegensatz zur vorangegangenen Spider-Man-Saga setzt „The Amazing Spider-Man“ chronologisch früher ein. Dass Peter von seinen Eltern verlassen wurde und was das in dem Jungen auslöst, wird in der alten Fassung nicht genauer thematisiert.

Zeitsprung: Peter ist ein schmächtiger High-School Schüler und Außenseiter. Eines Tages findet er im Keller von Onkel Ben den alten Aktenkoffer seines Vaters. In der Hoffnung, das Verschwinden seiner Eltern damit aufklären zu können, stellt er Nachforschungen an.

Peter Parker wird wieder Spiderman

Diverse Manuskripte führen ihn zur Firma OsCorp (bei der auch Norman Osborn in „Spider-Man“ arbeitet) und dem Labor von Dr. Curt Connors, dem ehemaligen Partner seines Vaters. Connors (Rhys Ifans) beschäftigt sich mit genetischen Experimenten, die die Kreuzung von menschlicher und tierischer DNA erforschen. Sollte er erfolgreich sein, könnte er der Menschheit zu einem „besseren Leben“ verhelfen. Und obwohl Peter keinen Hinweis auf den Verbleib seiner Eltern bei OsCorp findet, verändert sich schlagartig sein Leben: Denn dort wird Peter von einer Spinne gebissen und dort findet er auch seinen ersten Widersacher.

The Amazing Spider-Man - Zurück auf Anfang: War das wirklich nötig?

alle Bilderstrecken
Erbe von Tobey Maguire: Andrew Garfield ist der neue Peter Parker/Spider-Man.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 14/171/17

Während in der 2002er Version nur der Spinnenbiss zu Highschool-Zeiten erfolgt und sich der Rest der Handlung abspielt, als Peter Student und Fotograf für den Daily Bugle ist, muss der Spider-Man der neuen Ausgabe die Schulbank drücken. Dort lernt er auch seine erste große Liebe Gwen Stacy (Beauty Emma Stone) kennen und so dreht sich ein Teil der Geschichte um die aufblühende Beziehung dieser beiden.

Packshot zu The Amazing Spider-Man The Amazing Spider-Man kaufen: ab 10,97€

Spidy und die Pubertät

Die Verschiebung der Handlung zu einem früheren Zeitpunkt in Peter Parkers Leben bringt natürlich auch eine andere Rahmensituation mit sich. Und die Tatsache, dass Spider-Man nun ein Teenager ist, lässt den Film auch ein bisschen wie einen Teenie-Film wirken. Denn Spidy schlägt sich mit typischen Teenager-Problemen herum: Bullies, der Pubertät (und die damit verbundene Suche nach der eigenen Identität), der Schulzeit und Mädchen.

Ob ein Remake der Spider-Man-Reihe notwendig war, entscheidet jeder am besten selbst. Doch klar ist: Der neue Spider-Man ist auf jeden Fall sehenswert!Fazit lesen

Während Parker auf der Leinwand gegen diese Probleme ankämpft, hat der versierte Zuschauer mit etwas anderem zu kämpfen: Wenn man die letzten drei Spider-Man-Filme verfolgt hat, ist es merkwürdig, nun schon eine Neuauflage der Reihe zu sehen. Besonders rufen die markanten Momente Erinnerungen hervor: wie Peter gebissen wird, Onkel Ben stirbt und ein wahnsinniger Wissenschaftler die menschlichen Stärken verbessern will.

The Amazing Spider-Man - Zurück auf Anfang: War das wirklich nötig?

alle Bilderstrecken
Neue Liebe: Als Teenager ist wie in den Comics Gwen Stacy und noch nicht Mary Jane die Flamme von Peter.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 14/171/17

Das wirkt dann mehr wie ein Déjà-vu als wie ein neuer Film. Und wer die 2002er Version noch sehr gut in Erinnerung hat, dem fallen sogar noch mehr Gemeinsamkeiten auf. Doch interessant ist vor allem: Was ist an „The Amazing Spider-Man“ neu und was besser, das zu diesem Zeitpunkt ein Remake rechtfertigen würde?

Neue Figuren, neue Technik, bessere Bilder

Neu ist Gwen Stacy, die auch schon in den Comics Spider-Mans erste große Liebe war. Erst danach kam Mary Jane Watson. Gwens Vater ist der Polizei-Hauptkommissar, der Jagd auf Spider-Man macht. Neu ist auch Dr. Curt Connors, der sich mit Hilfe eines Serums in das humanoide Reptil „The Lizard“ verwandelt. Ebenso wie beim Green Goblin macht das Serum den Menschen stärker, aber gleichzeitig auch aggressiv, wahnsinnig, gewalttätig und irgendwie schizophren. Somit ist die Ausgangsposition und die Intention des Gegenspielers die gleiche.

Zudem wird verstärkt auf die Comicfassung zurückgegriffen, da Spider-Man seine Spinnenfäden nicht mehr organisch produziert, sondern diese mechanisch über Konsolen an seinen Handgelenken abfeuert. Leider wird diese Änderung kaum spürbar. So hätte man diesen Mechanik-Faktor z.B. mehr ausspielen können, indem Parker die Munition ausgeht. Das geschieht leider nie. Und auch die Geschichte um das Verschwinden der Eltern wird ab dem Zusammentreffen mit Dr. Connors nicht weiter verfolgt. Man verweist hierbei lediglich auf die Fortsetzung.

Natürlich haben sich innerhalb der letzten zehn Jahre die Effekte stark verbessert. Wenn Spider-Man von Dach zu Dach hüpft und durch die Großstadt schwingt, wirkt es jetzt noch echter, flüssiger und detailgetreuer. So glänzt u.a. die Szene, in der Peter Parker die genmanipulierten Spinnen entdeckt, durch tolle, in blaues Licht gehüllte, Bilder. Ebenso gelingen die Visualisierung des gigantischen Reptils und die luftigen Ausflüge vom Superhelden im rot-schwarzen Spandex-Anzug.

The Amazing Spider-Man - Zurück auf Anfang: War das wirklich nötig?

alle Bilderstrecken
Die Actionszenen sind technisch weiter als in den "Vorgängern" - auch wegen 3D.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 14/171/17

Und wie sollte es auch anders sein: Spider-Man wird wie die anderen Marvel-Verfilmungen in 3D gezeigt. Doch leider laufen die 3D-Effekte erst gen Ende zur Höchstform auf, ganz als hätten sich die Macher in der Mitte des Films schlagartig daran erinnert, dass der Streifen dreidimensional in die Kinos kommen soll. So fliegen später Spinnweben, Gebäudeteile und Monsterzähne in den Kinosaal.