Natürlich hat „Terminator Rising“, anders als es die im Original ungleich zurückhaltender „Perfect: Android Rising“ betitelte US-Amateurproduktion hierzulande suggeriert, nichts mit der berühmten Film- oder auch TV-Serie gemein. Auf ernsthafte Verwechslungen dürfte der für solche Ripoff-Ambitionen bekannte Verleih ohnehin kaum noch spekulieren: Meist genügt bereits ein Blick auf das Cover solcher Titel, um sich des Schwindels zu versichern.

Terminator Rising - Unser Ende ist ihre Zukunft - Deutscher Trailer

Liebevolle Unzulänglichkeiten

Ganz abwegig ist die Umbenennung des Titels allerdings auch nicht, verweist sie schließlich sogleich auf den Quell großzügiger Inspirationen, aus dem Regisseur Chris R. Notarile hier im Fanboy-Modus schöpft. Dazu zählt „Terminator“ ebenso wie „RoboCop“, an deren halbwegs populären Ripoffs wie etwa „Shadowchaser“ er augenscheinlich auch Gefallen fand. Es den Vorbildern mit bescheidenen Mitteln nachzumachen, ist ja nicht zwangsläufig verkehrt.

Terminator Rising - Unser Ende ist ihre Zukunft - Garantiert ohne Arnold Schwarzenegger

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Zum Töten programmiert: Android beziehungsweise Terminator Lia (Samantha Talbott), bereit für ihren ersten Einsatz in irgendeinem alten Fabrikgelände.
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Nun zählt Chris R. Notarile jedoch zu den vielen, vielen Regiegeisteskindern der 80er-Jahre, deren filmische Ambitionen in zumeist sehr nerdige Fanprojekte münden, von denen es den wenigsten gelingen mag, technische (und erst recht ästhetische wie erzählerische) Unzulänglichkeiten liebevoll zu kaschieren. Oder mit charmanter Begeisterungsfähigkeit über ihren Dilettantismus hinwegzutäuschen.

Noch viel schöner ist es natürlich, wenn Amateur- oder Fanfilme, zu denen „Terminator Rising“ zweifelsfrei zählt, bemüht sind, die schon finanziell beeinträchtigten handwerklichen Fähigkeiten durch unübliche Tricks und Kniffe oder schlicht überraschend simple, aber effektive Einfälle aufzuheben. Dass daraus sogar eine eigene Filmsprache, eine von der Not zur Tugend gebrachte Ausdrucksform, entstehen kann, hat nicht allein Peter Jackson mit „Bad Taste“ unter Beweis gestellt.

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Rebellenführer im Kampf gegen eine totalitäre Regierung: Brooks (Hector De La Rosa), Cass (Kasey Williams) und Avis (Dana Jesberger) mit schicken Plastikwaffen.
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„Terminator Rising“ nun entwirft ein dystopisches Amerika der Bürgerkriege, bei denen in alten Lagerhallen hausende Rebellengruppen gegen eine in Büroräumen agierende totalitäre Regierung vorgehen. Um den wütenden Mob unter Kontrolle zu bringen, schickt das Militär den Androiden Lia in den Kampf, der sich als gefühlloser Supersoldat zur perfekten Tötungsmaschine eignen soll. Das reicht natürlich kaum zu einem Kurzfilmplot, eh klar.

Blut! Action! Stunts!

Gedreht wurde auf Parkplätzen, in Tiefgaragen und Abrissgebäuden rund um New Jersey, ein Großteil spielt sich allerdings innerhalb diverser Privatwohnungen ab. Fertig gestellt hat Notarile seinen Film dann in Personalunion, für den Vor- und Abspann nutzte er gängige Bildschirmschoner. Nahezu unerträglich ist der mit Kameramikrophonen aufgenommene Originalton der Dialoge, sodass man gezwungen ist, auf die erwartungsgemäß achtlose Synchronfassung auszuweichen.

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Böser Blick und passender Mündungsfeuer-Patch: Lia is rising. Oder so.
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Seiner natürlichen Einschränkungen scheint sich Chris R. Notarile allerdings nicht recht bewusst, dem weitgehend unsympathischen DVD-Kommentar des Films zufolge hält er sich offenbar tatsächlich für einen nächsten Cameron. Er lobt seine mutmaßlich aus dem eigenen Freundeskreis rekrutierten Darsteller, die tatsächlich derart engagiert hölzern durch den Film stolpern, dass man ihm zumindest nicht vorwerfen kann, er sei ohne Leidenschaft entstanden.

Wie schon im unbeholfenen „Halloween“-Ripoff „Methodic“, das hierzulande ebenfalls veröffentlicht wurde, filmt Notarile seinen (ja ebenfalls einst im Low-Budget-Sektor operierenden) Idolen nach dem Mund, ohne seine überschaubaren Fähigkeiten unter Kontrolle zu halten. Die unschön übers Bild geklatschten CGI-Templates von Blut, Mündungsfeuer oder einer kurzen finalen Explosion sind lausig, die wenigen Kampfszenen stellen ihre Ungeschicklichkeit sogar aus.

Terminator Rising - Unser Ende ist ihre Zukunft - Filmszenen zum Widerstandskrieg der Zukunft

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Mit raffinierter Schnitt- und Kameraarbeit ließe sich selbst auf diesem Niveau einiges verschleiern, wenn man denn schon unbedingt an kostspieliges Kino gemahnen möchte, statt etwas im Bereich der eigenen Möglichkeiten zu kreieren. Aber an entsprechenden Modifikationen ist „Terminator Rising“ leider nicht interessiert, und deshalb wirkt dieser Film auch als das, was er ist: billig und albern, weder Rede noch Geld wert.