„Sind Sie Sarah Connor?“, donnert es durch den Türspalt. Dahinter thront ein bulliger Kerl in Lederkluft, dessen Statur kaum angsteinflößender sein könnte. „Ja?!“, erwidert eine junge Frau, die mit zittriger Stimme im Inneren ihres Einfamilienhauses wartet. Kurz blitzt ein rotes Leuchten in den Augen des Fremden auf, dann geht alles ganz schnell: Die Tür springt auf, zwei gezielte Schüsse treffen Sarah Connor in Kopf und Rücken, der Fremde zieht ungerührt von dannen.

25 Jahre ist diese Szene mittlerweile alt – und trotzdem hat sie nichts von ihrer Faszination verloren. Damals läutete sie ein Kinofranchise ein, das bis heute Bestand hat und in die Filmhistorie eingegangen ist. James Cameron, den damals noch jungen und unerfahrenen Regisseur, machte dieser Film zu einem der mächtigsten Männer Hollywoods. Seinen Star, Arnold Schwarzenegger, zur Ikone. Wir blicken zurück auf eine beispiellose Erfolgsstory.

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Am Anfang war “Der Terminator”

Schon der Ursprung seiner Sci-Fi-Saga klingt reichlich futuristisch. Er habe eine Eingebung empfangen, nach der ihm ein bestimmtes Bild nicht mehr aus dem Kopf ging, erklärte James Cameron einst in einem Interview - ein metallenes Skelett, das einem Flammenmeer entsteigt. Um diese Vision herum schusterte er quasi über Nacht ein Drehbuch zusammen und verlagerte die Handlung in die Gegenwart - aus Geldmangel hätte man den Film nicht in der Zukunft ansiedeln können.

Lance Henriksen (steht im Hintergrund, blaues Hemd) sollte eigentlich den Terminator spielen.

„Der Terminator“, sollte sein Werk heißen, dessen Hauptfigur ursprünglich ganz anders ausgesehen hätte. Als James Cameron irgendwann um 1980 die Idee zu seinem Sci-Fi-Actionkracher kam, hatte er für die Rolle des eiskalten Killerroboters eigentlich noch jemand ganz anderes im Sinn. Lance Henriksen (spielte etwa in „Aliens“ den Androiden Bishop), ein langjähriger Freund von Cameron, sollte den „Terminator“ spielen.

Zuvor sah Cameron drei andere bekannte Namen vor: Der deutsche Jürgen Prochnow (wurde bekannt durch „Das Boot“) sprang jedoch ab, der frühere Footballstar O.J. Simpson wurde von den Produzenten als „zu nett für diese Rolle“ empfunden. Camerons letzte Hoffnung hieß Mel Gibson, dessen Karriere damals gerade ins Rollen kam. Auch er sagte ab – ein B-Movie wollte Gibson scheinbar nicht drehen.

Die Geburt eines der legendärsten Filmzitate: I'll be back!

Dann castete man Arnold Schwarzenegger, den Cameron für die Rolle des Kyle Reese in Betracht zog. Eher durch Zufall kam man darauf, den unbekannten Österreicher als Terminator zu besetzen, Henriksen musste sich mit der Rolle des Police Detectives Vukovich zufrieden geben. Eine Entscheidung, die sich bezahlt machen sollte – erst Schwarzeneggers beeindruckende Physis verlieh dem Terminator sein bedrohliches Äußeres.

Mit geringsten Mitteln (nur 5,8 Millionen Dollar betrug das Budget) und unter widrigsten Umständen gedreht (die Produzenten wollten Camerons Vision mehrmals unterminieren), geriet „Terminator“ zum absoluten Blockbuster. Die Fans liebten den wortkargen Fiesling (lediglich 17 Sätze spricht Arnie im Film), das apokalyptische Setting und den rauen Ton der Geschichte. Aus dem B-Movie wurde ein grandioser Hit.

Dicker Gewinn am „Tag der Abrechnung“

Sieben Jahre später war vom „Backen kleiner Brötchen“ nichts mehr zu spüren. Cameron und Schwarzenegger machte ihr gemeinsames Werk zu Superstars, galten als Hitgaranten und besaßen damit völlige Narrenfreiheit in Hollywood. Das Budget für „Terminator 2“ wurde von 5,8 Millionen für den Vorgänger auf sagenhafte 100 Millionen – für damalige Verhältnisse absoluter Rekord, kein Film war bis zum diesem Zeitpunkt teurer.

Grandios gespielt, genial inszeniert und unheimlich cool: Terminator 2 ist ein Meilenstein der Filmgeschichte.

Ein Großteil des Budgets ging dabei für die revolutionären Spezialeffekte drauf. Neben „Jurassic Park“ gilt „T2“ als einer der Gründe für den CGI-Boom der 90er Jahre und den gewaltigen Sprung der SFX-Technik. Als Highlight des Films darf ruhigen Gewissens der T-1000 bezeichnet werden, dessen Fähigkeit sich in flüssiges Metall zu verwandeln per Morphing-Technologie verwirklicht wurde. Und die war ebenso aufwändig wie teuer.

Ein anderer großer Kostenfaktor war Arnold Schwarzenegger: Obwohl seit „Terminator 1“ eng mit James Cameron befreundet, ließ sich der – durch Filme wie Predator oder Total Recall mittlerweile zum Kassenmagneten aufgestiegene – Star lange bitten, die Fortsetzung zu drehen. Erst als ihm die Produzenten einen eigenen Jet bezahlten (für 14 Mio. Dollar), eine hohe Gage zahlten und man Arnold versprach, er dürfe dieses Mal den Guten spielen, willigte er ein.

Für die Make-Up-Effekte gab's den Oscar.

Auch hier hatte die Produktion mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen: Edward Furlong, der im Film den jungen John Connor gibt, kam während des Drehs in die Pubertät und damit in den Stimmbruch – all seine Sprachaufnahmen mussten später synchronisiert werden. Zudem kann man ihm beim Altern zusehen – in der Wüstenszene (die kurz vor Schluss spielt, aber früher gedreht wurde) ist Furlong deutlich jünger als zu Beginn von „T2“.

Der Aufwand lohnte sich: Über zehn Jahre hielt „Terminator 2“ den Rekord für das beste Einspielergebnis an den Kinokassen für einen Film mit R-Rating (vergleichbar mit deutscher FSK 18-Einstufung), weltweit spielte die Fortsetzung 520 Millionen Dollar ein und rangierte damit lange Zeit auf den vorderen Plätzen der „All-Time-Hitlisten“. Sogar vier Oscars sackte man ein – allerdings nur in den technischen Kategorien.

Für die Universal-Studios inszenierte Cameron ein 3D-Sequel.

Viele Kritiker bezeichnen „Terminator 2“ als besten Film der Reihe, nicht wenige zählen ihn sogar zu den größten Actionfilmen aller Zeiten. James Cameron perfektionierte hier seinen virtuosen Inszenierungsstil, der jede Actionsequenz zum pulstreibenden Happening werden lässt. 1996 produzierte Cameron für die Universal Studios eine Quasi-Fortsetzung – „T2 3-D: Battle Across Time“ war eine Theme Park-Attraktion mit den Originaldarstellern.

Die „Rebellion der Maschinen“ beginnt

Der Einfluss von „Terminator 2“ war gewaltig: Auf die Popkultur etwa, in der es danach Reminiszenzen hagelte. Unzählige Trittbrettfahrer schossen aus dem Boden und verschwanden gleich darauf wieder im Sumpf dunstiger Videotheken-Grabbelkisten. Eine Armada an Videospielen wurde produziert, der „T2“-Flipperautomat zählt bis heute zu den beliebtesten Spielhallenklassikern überhaupt.

Kristanna Loken blieb als Terminatrix reichlich blass.

Trotzdem dauerte es weitere zwölf Jahre, bis eine Fortsetzung gedreht wurde. James Cameron war durch seinen „Titanic“-Welterfolg mittlerweile zum Hollywood-Gott aufgestiegen und wollte sich am „Terminator“-Franchise nicht mehr beteiligen. Selbst mehrmaliges Bitten von Arnold Schwarzenegger half nur wenig. Ein Ersatz wurde in Jonathan Mostow gefunden, nachdem Ridley Scott, Ang Lee und John McTiernan absagten.

Das ursprüngliche Skript von „Terminator 3“ sah noch eine komplett andere Geschichte vor. In ihr wäre John Connor ein erfolgreicher Computerspezialist gewesen, der vom Militär gezwungen wird, eine alternative Version von Skynet in Betrieb zu nehmen. Auch Sarah Connor hätte im Film vorkommen sollen. Der Bösewicht sollte wieder ein Gestaltwandler sein, der jedoch erstmals auch die Form von (Festhalten!) Gaswolken annehmen sollte. Im Nachhinein wurde die kampfstarke T-X als Gegenspielerin gewählt, um den Sex-Faktor des Films zu erhöhen.

Dem heutigen Gouvernator sah man sein Alter in "Terminator 3" deutlich an.

Die Liste der vorgesehenen Kandidatinnen für die Rolle des T-X war lang. Illustre Namen wie Jery Ryan (Star Trek), Carrie-Anne Moss (Matrix), Famke Janssen (X-Men) oder die Wrestlerin Chyna kamen ins Gespräch. Ebenfalls auf der Liste: Vin Diesel und Basketballer Shaquille O’Neal - dass der T-X eine Frau (also die „Terminatrix“) sein würde, entschied sich erst während der Postproduktion.

Das Endergebnis wich weit von der frühen Skriptversion ab, enttäuschte aber dennoch: Zu weich, zu glatt, zu humorvoll erschien der neue Terminator, der zum großen Teil als müder Abklatsch des grandiosen Vorgängers erschien. Viele der markanten Serienzitate fehlten zudem, Jonathan Mostow mühte sich redlich, aber sowohl die Action als auch der Inszenierungsstil kamen nicht an Camerons Leistung heran.

Jonathan Mostows Fortsetzung war ein lauer Aufguss des tollen Vorgängers.

Der Erfolg von „Terminator 3“ hielt sich entsprechend in Grenzen – auch wenn man beileibe nicht von einem Flop reden kann. Arnold Schwarzenegger verließ die Filmbranche kurz darauf in Richtung Politik, James Cameron versucht derzeit mit „Avatar“ das Kino zu revolutionieren. Die Zukunft des Terminators liegt nun in den Händen einer neuen Generation von Filmemachern. Sie werden’s schon richten – schließlich sind wir alle unseres eigenen Schicksals Schmied…