Wych Kaosayananda hat mal wieder zugeschlagen, besser bekannt als Kaos. Nicht nur phonetisch dem Chaos gleich, sondern auch als Synonym für seine Filme, denn egal, was Kaos anpackt, am Ende kommt einfach nur unzusammenhängender, unausgegorener Quatsch heraus. Diesmal hat es „Tekken“ erwischt.

Tekken 2 - Kazuya's Revenge - Official Trailer

Der neue Film „Tekken 2 – Kazuya’s Revenge“ ist es allerdings kaum wert, mit der legendären Spielserie in einem Atemzug genannt zu werden. Selbst im Vergleich zum Film aus dem Jahr 2010 stinkt dieser Heuler gnadenlos ab. Denn im Grunde hat man das Gefühl, dass dieses Teil eigentlich gar kein „Tekken“-Film hätte werden sollen. Vielmehr erscheint es so, dass man in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vor Drehbeginn noch ein paar Kleinigkeiten ergänzt und Namen verändert hat, um das Machwerk dann eben doch als „Tekken“-Sequel vermarkten zu können.

Ein Prequel

Wenn ein Film einen Kinostart auf den Philippinen erhält, ansonsten aber auf den meisten Weltmärkten einfach auf DVD und Blu-ray herausgebracht wird, kann man erahnen, dass nichts Großartiges zu erwarten ist.

Tekken 2 - Kazuya's Revenge - Wenn wenigstens die Prügeleien gut wären…

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Seit wann kämpft man in Tekken mit einem Schwert, wenn man nicht gerade Yoshimitsu heißt!?
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An den ersten Teil muss man sich nicht unbedingt erinnern, wenn man doch die Lust verspüren sollte, sich diesem neuen Film hinzugeben. Denn ein Fortsetzung ist das nicht, eher ein Prequel, aber auch dafür benötigt man keine Vorkenntnisse. Der Film rotzt seine eigene Geschichte herunter, die – das muss man zugeben – manchmal in schönen Bildern erzählt ist, ansonsten aber lähmende Langeweile verströmt. Diese wird nur gelegentlich unterbrochen, wenn ein paar Kämpfe kommen, die ansehnlich sind.

„Tekken 2 – Kazuya’s Revenge“ erzählt davon, wie der unter Amnesie leidende Kazuya (Kane Kosugi) verhaftet und dem ominösen Minister (Rade Serbedzija) vorgeführt wird. Der erklärt ihm, dass er eine Art Umerziehungslager für Sünder führt, aber ein Heiliger ist er auch nicht, will er doch, dass Kazuya seine Befehle ausführt – und die beinhalten, als Assassine tätig zu werden.

Packshot zu Tekken 2 - Kazuya's RevengeTekken 2 - Kazuya's Revenge

Kazuya entdeckt, dass der Minister nicht ist, wer er zu sein vorgibt. Das erfährt Kazuya, weil ihm ein früherer Mitstreiter, der viel zu kurz auftauchende Bryan Fury (Gary Daniels) mehr oder minder hilft, obwohl Kazuya geschickt worden ist, um ihn umzubringen. Kazuya stellt sich gegen den Minister und hat als einzige Verbündete Rhona Anders (Kelly Wenham).

Noch nicht mal das Gekloppe kann diesen Film noch retten.Fazit lesen

Es kommt, wie’s kommen muss. Der Gute kämpft gegen die Bösen und findet nebenher noch heraus, dass er der Sohn von Heihachi ist. Der wird hier erneut von Cary-Hiroyuki Tagawa gespielt und ist eine der wenigen Verbindungen zum ersten Film. Auch Gary Daniels tauchte dort auf. Beide haben hier kaum etwas zu tun.

Das geht damit einher, dass dies eben nie als „Tekken“-Film gedacht war. Tatsächlich war der Arbeitstitel „Agent X“, was auch erklärt, wieso man mit Rhona Sowieso eine Figur hat, die kein „Tekken“-Spieler kennt.

Tekken 2 - Kazuya's Revenge - Wenn wenigstens die Prügeleien gut wären…

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Guckt der Typ im Hintergrund da etwa gerade direkt in die Kamera?
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Wenn die Action versiegt …

Man kann zum ersten „Tekken“-Film stehen, wie man will, aber zwei Dinge waren dort richtig. Erstens gab es ein Turnier, zweitens gingen damit viele Kämpfe einher. Kämpfe gibt es zwar auch im neuen Film, aber hauptsächlich im ersten Akt. Danach schläft die Geschichte und die Bereitschaft, sich aufs Maul zu hauen, deutlich ein, bis sie erst nach elendig langer Wartezeit wieder ihr Haupt reckt.

Die Kämpfe selbst sind nur zum Teil sehenswert. Die Bewegungen von Kane Kosugi sind großartig, aber ihre Wirksamkeit wird ausgehebelt, da der Schnitt, vor allem aber auch die Kampf-Choreographie nicht gerade überragend ist. Die innere Logik eines solchen Kampfes, die die großen Film-Fights von den mediokeren unterscheidet, ist hier einfach nicht gegeben.

Tekken-Stimmung am Ende?

Während des Films fühlt man sich nie an „Tekken“ erinnert, am Ende im Grunde auch nicht. Nur die letzte Einstellung mit Cary-Hiroyuki Tagawa verbreitet ein bisschen Stimmung. Nicht so sehr, dass man eine Fortsetzung sehen würde, aber genug, damit man mit diesem grauenhaften B-Film abschließen kann.