Der erste Teil von „Ted“ war eine ungeahnte Überraschung, da der grundlegende eine Gag des Films über weite Strecken standhaft blieb und der humoreske Vulgärsumpf fast schon subversive Lacher hinbekam. Die Donner-Buddies namens Ted (Seth McFarlane) und John (Mark Wahlberg) waren grundympathische Pfeifen und das ansonsten furchtbar traurige Genre der amerikanischen Komödie hatte einen seiner wenigen aktuellen Hits. Keine Frage, „Ted 2“ durfte & musste kommen.

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Mensch oder Plüsch?

Und da ist er auch schon, in seiner ganzen knapp zweistündigen Pracht, die nicht nur erneut einen Box-Office-Reibach verursachen, sondern auch Seth McFarlanes Karriere wieder auf Kurs bringen soll. Der Mann hat schließlich eine schwache Oscar-Präsentation, „A million ways to die in the West“ und die Absetzung von „The Cleveland Show“ hinter sich. Zeit also für eine Runde Nummer-sicher-Sequel, das natürlich nicht mehr „einfach so“ überraschen kann, aber dennoch irgendwie unerwartet daherkommt. Weil es nämlich wieder verdammt lustig ist.

Ted 2 - Die Rückkehr der Donner-Buddies

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Kommt ein Spermagag geflogen...
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„Ted 2“ spielt ein Jahr nach „Ted“ und startet mit der Hochzeit von Ted und Tami-Lynn (Jessica Barth). Schon kurz danach ist die Ehe jedoch grauer Alltag, woraufhin ein Kind her soll – weil Kinder ja traditionelle Eheretter sind. Das Problem dabei sind natürlich Teds anatomische Defizite, was zunächst den Versuch einer Adoption und dann einen Gerichtstermin nach sich zieht. Ist Ted wirklich nur ein Gegenstand oder tatsächlich ein mit allen Rechten ausgestattetes menschliches Wesen? Eine auf Bongs spezialisierte Rechtsanwältin (Amanda Seyfried) soll Klarheit schaffen.

Süßliche Arschritzen

„Ted 2“ geht los, wie Sequels im besten Fall immer losgehen sollten: Mit einer knalligen Tanznummer, die sinnlose Größe demonstriert. Die danach folgende Geschichte ist eigentlich zuckersüßer Schleim, der mal wieder amerikanische Liberalität predigt und dazu auch passende Gerichtsszenen bereithält. Im Mittelteil droht der Film tatsächlich in ungemütliches Wohlfühl-Territorium abzugleiten, doch glücklicherweise dominieren immer noch Arschritzen-Gags. Wie üblich in amerikanischen Mainstream-Komödien.

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Ted im Anzug? Jetzt geht’s um Menschenrechte.
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Der nicht wie übliche Unterschied ist hier ganz banal die große Trefferquote der Gags, die zudem in einem menschlichen Rahmen stehen, der jenseits der zähen Gerichtsdramatik gewinnende Wärme ausstrahlt. Das Herz des Films ist die immer noch tolle Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren, die angenehm konsequent auf Quatsch basiert. Man möchte zu gerne auch ein Donner-Buddy sein und mit Ted und John im weiten Meer pubertärer Unkorrektheit baden. Sperma, Drogen, niedere Popkultur und Minderheiten: Einfach nur locker bleiben, dann kommt das Kichern von selbst.

A und B

Es ist schon erstaunlich, wie stark sich „Ted 2“ um sich selbst und die amerikanische „Kultur“ dreht und wie viel davon wirklich lustig ist. Normalerweise schreit so eine Anbiederung an den Zeitgeist nach Verzweiflung, doch hier kommt es einfach einen Tick schlauer, einen Tick sympathischer. Die Donner-Buddies dürfen sich das erlauben, weil sie schon längst beim Zuschauer angekommen sind. Wer hier ernsthaft nach Entrüstung und fieser Nachtreterei sucht, darf gerne auf die zahlreichen Gags gegen Schwule und Frauen zeigen und sollte gleich danach mal einen Doktor aufsuchen. Der Stock im Hintern könnte nämlich zu einem Problem werden.

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Ja, diese beiden sind verheiratet und haben keinen Sex mehr. Einfach unglaublich!
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Was bei „Ted 2“ wirklich auf den Geist geht, ist das Produktplacement (unter anderem von Hasbro), doch ansonsten geht der Film absolut in Ordnung, zumindest auf dem Niveau einer großen Sommerkomödie. Seth McFarlane hat sein Mojo noch, auch wenn diese Gerichtsnummer schon arg zieht und generell der Eindruck entsteht, dass die Laufzeit zu lang ist. Wenn „Ted 2“ ohne die ganzen B-Momente auskommen könnte, also mindestens 20 Minuten kürzer wäre, dann hätte man hier eine echte A-Komödie vor sich. Way to go, du knuffiger Teddybär ohne Penis, und trotzdem noch gute Unterhaltung. „Ted 2“ ist erneut besser als die Erwartung daran.