Ein fluchender, kiffender, sich prügelnder Teddybär – das sieht man nicht alle Tage. Wohl auch deswegen hat Seth McFarlanes „Ted“ sich zum internationalen Kinohit entwickelt. Denn wenn man es genau betrachtet, erzählt McFarlane eigentlich eine altbekannte Geschichte, nur dass der Slacker-Kumpel des Protagonisten eben kein Mensch, sondern ein Stofftier ist. Diesem Umstand ist es dann aber doch zu verdanken, dass „Ted“ lustiger ist als ähnlich gelagerte Filme.

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Als kleiner Junge wünscht sich John Bennett (Mark Wahlberg), dass sein Teddybär zum Leben erwacht. Am nächsten Morgen stellt er fest, dass sein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Der lebendige Teddybär wird zum Star, vergisst aber niemals seinen besten Freund. Und wie es mit allen Stars ist, kräht irgendwann kein Hahn mehr nach Ted.

Aber John und Ted leben auch weiterhin zusammen, mittlerweile schon im 27. Jahr. Das stört Johns Freundin Lori (Mila Kunis) etwas, da sie nie einen Moment allein mit John sein kann. Zudem macht John nichts aus seinem Leben, hängt in einem miesen Job fest, gammelt mit Ted herum und kifft ohne Ende. Lori erwartet, dass John sich endlich ändert, weswegen er seinen besten Kumpel bittet, sich eine eigene Wohnung zu suchen.

Das heißt für Ted, er muss sich in die Arbeitswelt werfen, um selbst für seine Wohnung und seinen Unterhalt aufkommen zu können. Doch damit beginnt das Chaos erst – und wird nicht besser, als ein gestörter Vater und sein übergewichtiger Sohn ein Auge auf den Teddy werfen…

Ted - Er flucht, er kifft, er steigt den Mädels nach - ein Problembär, wie wir ihn uns wünschen

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Kiffen und abhängen: Ted und John führen ein Slacker-Leben.
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Erstaunlich zusammenhängend

Eigentlich hätte sich ein Stoff wie dieser für eine Nummernrevue angeboten, im Grunde so etwas wie die Filmversion von McFarlanes Zeichentrickserien „Family Guy“ und „American Dad“. Diese setzen auch mehr auf Gags, die im Zweifelsfall mit der Handlung nichts zu tun haben, aber das sind, woran man sich erinnert, weil die Geschichten der Shows doch eher mager sind.

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„Ted“ hat aber eine durchaus stimmige Geschichte zu bieten, deren emotionale Beats überraschend passgenau geformt sind. Vielleicht liegt es daran, dass jeder sich an ein eigenes Stofftier erinnern kann und das auf Ted projiziert, aber sobald man den Bären laufen sieht, ist man von ihm wie verzaubert. Das ändert sich auch nicht, als er erwachsen ist, säuft, flucht und herumhurt.

Die vielleicht beste Komödie des Jahres. Auf jeden Fall die ungewöhnlichste. Mit einem Bär, der flucht, kifft und den Ladys hinterhersteigt!Fazit lesen

Seinem alten Muster bleibt McFarlane jedoch treu: Es gibt eine Vielzahl von Gags, die mit der Geschichte an sich nichts zu tun haben, die jedoch richtig reinhauen. Tatsächlich sind hier einige der besten Lacher dabei, wobei der Humor mitunter schon recht derbe daherkommt – immer natürlich relativiert dadurch, dass die Anstößigkeiten aus dem Mund eines Teddybären kommen.

Nostalgie

Seth McFarlane ist wie sein Held John in den 80er Jahren groß geworden. Diesem Jahrzehnt und seiner Popkultur huldigt der Filmemacher ausgiebig, sei es durch Knight-Rider-Klingeltöne, eine Fotographie, die „E.T.“ zitiert, oder die kleine Verbeugung vor „Jäger des verlorenen Schatzes“, als Ted sich aus dem Staub macht.

Besonders huldigt er jedoch dem grandiosen Edel-Trash „Flash Gordon“ aus den frühen 80er Jahren, den John und Ted einfach lieben. McFarlane wohl auch, lässt er es sich doch nicht nehmen, Sam J. Jones für einen grandiosen Gastauftritt anzuheuern.

Auch andere bekannte Gesichter gibt es in „Ted“ zu sehen. So absolvieren Tom Skerritt, Norah Jones und Ryan Reynolds (als der Typ, der aussieht wie der Kerl, der Green Lantern versaut hat) Cameos, die zwar kurz sind, aber für eine Vielzahl von Gags gut sind.

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Ted hat einen Schlag bei den Frauen.
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Ein ewiger Jugendlicher

Mark Wahlbergs Figur ist ein 35 Jahre altes Mannkind. John hat sich sein Leben lang mit Händen und Füßen gewehrt, erwachsen zu werden. Dass er eine Freundin hat, ist schon das größte Zugeständnis an das Leben in der Erwachsenenwelt. Ansonsten ist er jedoch im Stadium eines Teenagers stehen geblieben, wenn nicht gar eines Kindes, hat er doch nicht nur immer noch seinen Teddybär, sondern fürchtet sich vor Donner.

An sich ist John keine Figur, mit der man sich gerne identifizieren würde, aber Wahlberg macht einen liebenswerten Loser aus ihm, der im Zusammenspiel mit Ted zur Hochform aufläuft.

Ted wiederum ist ein derart unflätiger und beleidigender Zeitgenosse, dass man das einem Menschen niemals nachsehen würde. Aber wenn der Bär vom Leder zieht, dann ist das trotz aller Worte irgendwie süß, wie man in zwei sehr lustigen Szenen mit dem Filialleiter des Supermarkts, in dem Ted tätig ist, sehen kann.