Den hundertsten Geburtstag von Tarzan hat man verpasst. Der ist 2012 gewesen, womit der an und für sich für 2013 anvisierte „Tarzan 3-D“ sowieso zu spät gekommen ist. Wegen der aufwendigen Animation konnte der ursprüngliche Termin auch nicht gehalten werden, im Februar schwingt sich der Herr der Affen nun aber von Baum zu Baum.

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John Greystoke, Chef der Firma Greystoke Energies, sucht in Afrika nach einem Meteor, der vor 70 Millionen Jahren die Dinos vernichtete, aber eine unglaubliche Energiequelle sein soll. Er findet ihn auch, doch beim Rückflug mit dem Hubschrauber stürzt dieser ab. Greystoke und seine Frau sterben, während ihr kleiner Sohn von einem Gorilla gerettet wird. Er wächst als Tarzan bei den Gorillas auf. Als Teenager lernt er dann Jane kennen, die ihren Vater, den Forscher Jim Porter, besucht. Tarzan rettet sie aus misslicher Lage, doch dann muss Jane abreisen.

Tarzan 3D - Die Affen rasen durch den Wald, der eine macht den andern kalt.

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Die Figur des Tarzan wurde von Edgar Rice Burroughs erdacht.
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Mehrere Jahre später kehrt sie mit Clayton, dem Manager von Greystoke Energies, nach Afrika zurück. Sie hofft, dass die Firma beim Erhalt der Umwelt hilft, Clayton ist jedoch nur an dem Meteor interessiert. Dafür ist er bereit über Leichen zu gehen. Aber das lässt Tarzan nicht zu.

Ein Mo-Cap-Abenteuer

Für den Film setzt man nicht nur auf Animation, man hat mit dem Motion-Capture-Verfahren gearbeitet. Man kann verstehen, warum diese Entscheidung getroffen wurde, die Umsetzung sorgt jedoch dafür, dass „Tarzan 3-D“ in erster Linie für Jungs im Alter von acht bis zwölf Jahren interessant ist. Denn während die Umgebung wie der Dschungel, aber auch künstliche Elemente wie Helikopter fotorealistische Qualität aufweisen, leiden die Figuren darunter, dass sie sehr leblos erscheinen. Ihre Bewegungen sind authentisch, die Gesichter wirken jedoch wie aus schon etwas angestaubten Computerspielen.

Man wollte hier vermeiden, ins „uncanny valley“ vorzustoßen, jenem unheimlichen Tal, das sich auftut, wenn Figuren fotorealistisch sind, man aber weiß, dass etwas nicht stimmt und dies zumeist in toten, leblosen Augen sieht. Dem kann man entgehen, indem man die Gesichter cartooniger aussehen lässt, damit hat man jedoch die Diskrepanz zwischen authentischer Kulisse und übertriebenen Figuren. Im Grunde wäre es wohl besser gewesen, analog zu Filmen wie „300“ mit echten Schauspielern vor Green Screen zu drehen und dies dann mit den künstlichen Hintergründen zu kombinieren.

Tarzan 3D - Die Affen rasen durch den Wald, der eine macht den andern kalt.

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Die Affen sehen fantastisch aus...
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Immerhin ist die Umsetzung in 3-D sehr gelungen. Der Film wartet mit plastischem Ambiente auf. Man fühlt sich hier schon inmitten eines Dschungels. Da muss man den Machern gratulieren, mit internationalen Produktionen nicht nur mitzuhalten, sondern sie bisweilen auch übertrumpfen zu können.

Tolle Dschungel-Animation reibt sich an cartoonesken Figuren. Die Geschichte ist simpel gestrickt, aber flott erzählt. Besser, als man erwarten durfte.Fazit lesen

Die Geschichte

Im Großen und Ganzen orientiert man sich an Edgar Rice Burroughs Originalroman, allerdings wurden neue Elemente eingebracht. So spielt die Geschichte in der Gegenwart. Darüber hinaus hat man mit dem Meteor ein Element, das nicht nur Auslöser der Geschichte ist, sondern auch die Gelegenheit gibt, ein paar monströsere Kreaturen in die Handlung einzubauen, da die Strahlung des Weltallbrockens sowohl für positive als auch negative Veränderungen der Umwelt verantwortlich ist.

Die Geschichte ist dabei recht simpel gestrickt. Die Charakterisierung folgt einer klaren, undifferenzierten Schwarzweißzeichnung. Der Schurke ist so schurkisch, wie man sich das nur vorstellen kann. Auch das ist ein Indiz dafür, dass hier vor allem ein junges Publikum angesprochen werden soll. Für Erwachsene ist die Figurenzeichnung definitiv zu plump geworden.

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...die Menschen nicht so sehr.
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Bekannte Stimmen

„Tarzan 3-D“ setzt nicht auf Sprachwitz und Slapstick. Es gibt ein paar lustigere Momente, unterm Strich handelt es sich aber schon um einen Abenteuerfilm. Insofern ist es ein bisschen überraschend, dass man sich trotzdem genötigt fühlte, auf bekannte Stimmen zu setzen. So werden Tarzan von Alexander Fehling und Jane von Lena Meyer-Landrut gesprochen, und das auch ganz gut, obschon man speziell Meyer-Landrut schon anmerkt, dass sie keine Schauspielerin ist.

Ebenso unsubtil wie die Gestaltung des Schurken ist auch Kai Wiesingers stimmliche Performance. Völlig unter seinen Möglichkeiten bleibt Wigald Boning als Janes Vater, da es kaum etwas für ihn zu sagen oder tun gibt, das besonders lustig wäre.