Was ist das nur mit den Spaniern und ihren Appartement-Häusern? Irgendwie kommt da einfach nichts Gutes bei rum. Wer sie betritt, könnte auch dem Motto des über dem Höllentor stehenden Spruches folgen: „Ihr, die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.

Sweet Home - Original Spanish Trailer

So erging es den wackeren Kameraden in „“. Nicht anders verhält es sich bei dem Pärchen, das im Mittelpunkt von „Sweet Home“ steht. Um das eigene Heim geht es diesmal aber nicht. Das ist immerhin eine kleine Überraschung, hätte man bei dem Titel doch einen Home-Invasion-Film erwartet.

Die Maklerin Alicia hat sich für den Geburtstag ihres Freundes Simon etwas ganz Besonderes ausgedacht. In einem Appartement-Haus, in dem nur noch ein alter Mann wohnt, hat sie eine Wohnung so vorbereitet, dass sie mit Simon hier ein paar schöne Stunden verbringen kann.

Sweet Home - Ein Haus, zwei Opfer, drei Killer – ein Liquidator

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Der Film erscheint am 30.10.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Gut, das mag nicht der schönste Plan sein, um Geburtstage zu feiern, weil die Bude echt heruntergekommen ist, aber wenn’s Spaß macht. Wie dem auch sei, die zwei treffen sich also zum Schäferstündchen dort, aber sie sind nicht allein. Aus den unteren Etagen kommen ein paar maskierte Männer hoch. Sie bemerken Alicia und attackieren dann Simon. Alle Ausgänge sind versperrt, die Maskierten haben bereits einen Mord begangen, und es gibt keinen Grund zu glauben, dass sie Alicia und Simon verschonen werden. Der Kampf ums Überleben hat begonnen.

Im Dunkeln ist’s gut munkeln

Neues hat „Sweet Home“ nicht zu bieten. Details mögen variieren, die Geschichte als solches hat man jedoch schon häufig gesehen, hin und wieder auch besser. Aber man sollte nicht ungerecht sein. Innerhalb der Parameter dieser Spielart des Genres schlägt sich „Sweet Home“ schon ganz gut.

Packshot zu Sweet HomeSweet Home

Einerseits, weil er eine überschaubare Laufzeit hat und damit die Geduld des Zuschauers nicht überstrapaziert, andererseits, weil Regisseur Rafa Martinez trotz minimaler Erfahrungen genug Gespür mitbringt, um mit Schocks und reichlich Gewalt zu überzeugen. Das ist natürlich vorhersehbar. Jede Entwicklung ist praktisch in Stein gemeißelt, der Genre-Kenner hat sie schon häufig gesehen, so dass es hier nur noch darauf ankommt, ob das Ganze rein technisch überzeugen kann.

Sweet Home - Ein Haus, zwei Opfer, drei Killer – ein Liquidator

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Alles schon gesehen, aber trotzdem gar nicht mal so schlecht.
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Diesbezüglich ist alles in Ordnung, wobei es Martinez sogar gelingt mit den Schatten und der Dunkelheit zu spielen. Man kann immer erkennen, was vor sich geht, wobei zugleich reichlich Atmosphäre erschaffen wird.

Die üblichen Fallstricke

Natürlich bleibt „Sweet Home“ bis zum Ende den Konventionen des Genres treu. Das heißt natürlich auch, dass gerade die letzte Szene reichlich dümmlich daher kommt. Ohne zu spoilern sei nur gesagt: Der Bösewicht verhält sich urplötzlich ziemlich dumm. Und gerade, wenn man denkt, das Ende sei da, muss natürlich noch mal ein „last scare“ eingebaut werden.

Alles schon mal gesehen, aber aller Unlogik und hanebüchener Handlungen zum Trotz einigermaßen spannend.Fazit lesen

Was die dummen Handlungen betrifft, sind die beiden Hauptfiguren – oder das Killer-Trio, auf das sie zuerst treffen – auch nicht unbeleckt. Wer seine Filme logisch möchte, wird hier einige Magenverstimmung erdulden müssen. Immerhin schlägt sich Hauptdarstellerin Ingrid Garcia-Jonsson ganz gut, auch wenn ihre Hauptaufgabe mehrheitlich aus Schreien und Wegrennen besteht. Übrigens: Wer Original guckt – in dem Fall mehrheitlich Englisch, Spanisch wird kaum gesprochen –, der darf sich auf einen sehr starken Akzent einstellen. Das ist der internationalen Vermarktbarkeit geschuldet, innerhalb der Geschichte ergibt es nicht immer Sinn, dass Alicia Englisch spricht.