Ein „Sushi Girl“, das ist eine nackte Frau auf einem Esstisch. Sie bewegt sich nicht, sie interagiert nicht, sie bleibt stumm, während die Gäste den Abend genießen und von ihrem nackten Körper Sushi essen. Eine solche Frau steht nicht unbedingt im Mittelpunkt des Films. Sie liegt eher im Mittelpunkt und erlebt mit, wie aus einem Dinner ein Abend mit Foltereinlagen wird.

„Sushi Girl“, der am 26. März in den Handel kommt (im Verleih ist er bereits ab dem 4. März zu finden) ist ein B-Film im besten Sinne. Spannend, gut geschrieben, mit bekannten Gesichtern besetzt und mit einem Hauch von Tarantino-Flair versehen. Klar, mit dem Meister kann Kern Saxton nicht mithalten, er hat aber ein ansehbares Filmchen abgeliefert.

Sushi Girl - Luke Skywalker und nackte Frauen

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Rat mal, wer zum Essen kommt...
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Nach sechs Jahren im Knast wird Fish (Noah Hathaway) entlassen. Vor dem Gefängnistor wird er schon erwartet und in ein für das Ereignis stillgelegtes Sushi-Restaurant gebracht, in dem Duke (Tony Todd) alles für eine kleine Party vorbereitet hat. Er hat seine Kumpane Crow (Mark Hamill), Francis (James Duval) und Max (Andy Mackenzie) eingeladen. Sie alle haben vor Jahren ein großes Ding gedreht und Diamanten gestohlen. Nur Fish ist eingewandert.

Da die Diamanten verschwunden sind, nehmen Duke und die anderen an, dass Fish sie hat. Sie geben ihm die Gelegenheit, ihnen zu sagen, wo er die Beute versteckt hat. Doch Fish kann es ihnen nicht sagen. Oder will er nicht?

Crow und Max greifen zu drastischeren Mitteln, um Fish zum Reden zu bringen, nichtsahnend, dass sie selbst in höchster Gefahr sind…

Mini-Expendables

„Sushi Girl“ besticht durch die namhafte Besetzung, die bis in die kleinsten Nebenrollen mit bekannten Gesichtern aufwartet. Michael Biehn, Danny Trejo und Jeff Fahey sind auch dabei, wenn auch nur in extrem kurzen Cameos.

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Kaum wiederzuerkennen: "Luke Skywalker" Mark Hammill (3.v.l.).
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Die Riege an B-Stars kann in den Hauptrollen punkten. Nach Jahren ist dies der erste Film, in dem der mittlerweile groß (und hässlich) gewordene Noah Hathaway mal wieder als Schauspieler agiert. Ihm gegenüber stehen der wie immer bedrohliche Tony Todd und der erschreckend verlebt aussehende Mark Hamill, den man erst auf den zweiten Blick erkennt. Immerhin hat er aber die deftigste Rolle abbekommen. Als Folterknecht Crow ist er richtig gut. Man stelle ihn sich vor, so wie er den Joker in der „Batman“-Zeichentrickserie spielt – nur eben ganz und gar real.

Wilde Hunde

Man merkt „Sushi Girl“ schon an, dass Autor und Regisseur Saxton die Arbeiten von Quentin Tarantino studiert hat, im Besonderen dessen Debüt „Reservoir Dogs“. Der Aufbau ist ähnlich, mit einer gegenwärtigen Handlung, die durch Rückblicke unterbrochen und zugleich erhellt wird, denn wie bei einer Zwiebel, bei der man Hautschicht um Hautschicht entfernt, wird auch hier mit jedem Rückblick klarer, was wirklich geschehen ist.

In Form und Aufbau an Tarantino angelegter Crime-Thriller mit einem exzellenten Ensemble. Großartig: Mark Hamill als überdreht verrückter Crow.Fazit lesen

Gewiefte Zuschauer könnten dabei recht schnell erahnen, welchen Twist „Sushi Girl“ am Ende auftischt. Natürlich bekommt jeder seine gerechte Strafe, überraschend ist das nicht. Auch die Umstände sind nur die konsequente Fortführung dessen, was der Film in den ersten Minuten einführt. Das mag letzten Endes konstruiert erscheinen, schmälert die Wirkung dieses effektiven Crime-Thrillers aber nicht.

Die Nackte und die Gefährlichen

Obschon ein Low-Budget-Film punktet „Sushi Girl“ durch ein exzellentes Setdesign, das den Film wertiger erscheinen lässt, als er es eigentlich ist. Gleiches gilt für die lebendige Kamera, die den attraktiven Körper von Courtney Palm ebenso elegant in Szene setzt wie das malträtierte Gesicht von Noah Hathaway.

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Sushi Girl wandelt offensichtlich auf den Spuren von Quentin Tarantino.
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Schönheit und Ekel gehen hier Hand in Hand, finden zu einer Symbiose, die „Sushi Girl“ visuell interessant macht. Ein paar Szenen sind nichts für zartbesaitete Gemüter, in seiner drastischen Gewaltdarstellung verkommt der Film aber nie zum Selbstzweck.