Muss man vorsichtig sein, wenn sich der Titel eines Films aus einer erfolgreichen Fernsehserie („Supernatural“) und einer Filmreihe („Paranormal Activity“) zusammensetzt? Vermutlich schon, aber ein derart ausgelutschter Titel ist längst nicht ausschlaggebend. Durchaus möglich, dass der Film weit besser ist als das, was man befürchtet. Immerhin hätte der Titel ja auch auf dem Mist des Verleihs gedeihen können.

Supernatural Activity - Deutscher Trailer

Aber seien wir ehrlich, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man mal wieder filmischem Schrott aufgesessen ist. Der Art Schrott, die nicht der Kategorie „so schlecht, dass es gut ist“ angehört, sondern einfach nur ein Vertreter der „einfach schlecht und nichts als schlecht“-Filmrichtung ist. Aber wie ihr ja wisst, stürzen wir uns immer wieder mit höchstem Elan in die Niederungen des Filmgeschäfts, waten durch den Schmodder der Videotheken und suchen nach den Perlen. Die Perlensuche ist jedoch schwierig, das ist einfach Teil des Geschäfts. Man muss eine ganze Menge an Nieten durch den Blu-ray-Player jagen, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

Langer Rede, kurzer Sinn: „Supernatural Activity“ ist keine Perle, ist kein gutmütiger Trash und keineswegs amüsant. Er ist einfach nur … schlecht.

Auf der Suche nach dem Smallsquatch

Damon Dealer und seine Crew produzieren die Fernsehsendung „Supernatural Activity“, die den Zuschauern das Paranormale näherbringen soll, aber nur erstunken und erlogen ist. Dann hört man jedoch, das in Hicksville, Texas, der sagenumwobene Smallsquatch hausen soll. Als naher Verwandter des Bigfoot ist der Smallsquatch eine Mixtur aus Dämon und Yeti.

Die paranormalen Ermittler sind in dem texanischen Kaff nicht nur hinter dem Smallsquatch her, sondern stoßen auf Geister, Hexen und Dämonen, die sich alle irgendwie am Boden kugeln, weil sie sich mit diesen Trotteln auseinandersetzen müssen.

Und dann ist da natürlich auch noch der Smallsquatch, der konzeptionell eigentlich ein witziges Tierchen sein müsste (so in etwa wie der bayrischer Wolpertinger), das seine Opfer zu Tode kitzelt, aber auch er kann hier nichts mehr retten.

Supernatural Activity - Humor ist, wenn man trotzdem lacht?

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Witz komm raus, du wirst gefilmt!
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Eine Parodie ohne Witz

Das größte Verbrechen, das eine jede Komödie begehen kann, ist, einfach nicht komisch zu sein. Bei einer Parodie trifft das noch mehr zu, denn hier hat man in der Regel Vorlagen, aus denen man etwas Lustiges destillieren kann. Im vorliegenden Fall wären das Filme wie „Paranormal Activity“ oder „Blair Witch Project“. Ein paarmal werden auch entsprechende Szenen zitiert, aber was dabei fehlt, ist die Komik. Wie es richtig geht, wenn auch auf niedrigem Niveau, zeigte „Scary Movie 5“ weit besser.

Aber bei „Supernatural Activity“ hat man eher den Eindruck, dass die Macher gar nicht so recht wussten, was sie eigentlich machen sollen. Der Film ist relativ geradlinig erzählt, er folgt seiner eigenen Geschichte, auch wenn sie dümmlich ist. Man hätte ihn also im Grunde vollkommen ernsthaft erzählen können.

Packshot zu Supernatural ActivitySupernatural Activity

Allerdings gibt es dann immer wieder Momente, die lustig sein sollen, es aber einfach nicht sind. Ein gutes Beispiel ist jene Szene, in der Damon Dealer mit einem Dämon spricht und ihm alberne Fragen stellt („Wenn du ein Superheld wärst, welche Kraft hättest du?“, „Wenn dein Leben verfilmt werden würde, wer würde dich dann spielen?“).

Es gibt schlechte Filme, superschlechte Filme, abgrundtiefschlechte Filme und dann gibt es Supernatural Activity, ein filmisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit!Fazit lesen

Per se könnte das eine lustige Szene sein, aber dafür wäre ein pointierteres Skript notwendig. Und nicht nur das: Komödiantisches Timing wäre auch absolut essenziell. Ohne dieses hat man den Albtraum jedes Komödienjungers, der auf der Suche nach Lachern am laufenden Band ist: einen unkomischen Film.

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Im früheren Leben war er ein Orang-Utan.
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Im Grunde ist jede Folge von „Ghosthunters“ witziger. Nicht freiwillig natürlich, aber diese Geistershows, die sich so authentisch geben, sind eben deswegen nicht nur absurd, sondern auch schwer unterhaltsam. Und: Eine solche Folge ist auf jeden Fall kürzer!

Chargieren ohne Ende

Die Schauspieler bekleckern sich generell nicht mit Ruhm, den Vogel schießt jedoch Andrew Pozza als Damon Dealer ab. Seine Vorstellung von Komik ist wirres Fuchteln mit dem Armen, ein irrer Blick in die Kamera und eine kreischende Stimme. Sicherlich wurde er auch von Regie und Drehbuch im Stich gelassen, aber es ist schwer zu glauben, dass er auch nur einen komischen Knochen im Leib hat!