Der deutsche Genre-Film hat es nicht leicht. Meist trifft er auf ein Publikum, das lieber vergleichbare US-Ware ansieht und selbst von Durchschnittsfilmen mehr erwartet, als internationale Pendants liefern könnten. Das kann man umgehen, indem man sich tarnt. So wie „Stung“, eine Produktion von Ratpack, die auch mit Filmförderung realisiert wurde. Die Schauspieler sind alle englischsprachig – und natürlich spielt die Geschichte in den USA. Gedreht wurde aber in Brandenburg.

Stung - Deutscher Trailer #1Ein weiteres Video

Nun könnte man über „Stung“, der zuerst im Rahmen des Fantasy Film Fests lief, herfallen, aber das würde dem entgegengehen, dass man bei einer nicht einheimischen Produktion auch nicht so pingelig wäre. Oder anders gesagt: „Stung“ bietet vorhersehbare, ganz ordentlich gemachte Monster-Gaudi. Aber originell ist daran rein gar nichts.

Stung - Monster-Splatter mit Insekten: Lasst euch nicht stechen!

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Das deutsche Genre-Kino hat es einfach nicht leicht.
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Wespen greifen an

Man könnte „Stung“ fast als visionär bezeichnen. Naja, gut, man würde hoffnungslos übertreiben. Aber Glück hat er dann doch irgendwie, denn 2015 geht wohl als Sommer der Wespen-Plage durch. Was wäre da passender als ein Horrorfilm, der zeigt, wie die fliegenden Viecher eine Party richtig aufmischen?

Alles fängt an mit zwei Caterern, die das Essen für eine Gartenparty ausrichten sollen. Das fängt so langweilig an, wie man sich einen solchen Job eben vorstellt. Alte und langweilige Gäste machen alte und langweilige Dinge.

Aber Wespen, die etwas größer als normal sind, fliegen in der Gegend rum. Erst nur wenige, dann aber richtig viele – gerade, als der Abend beginnt. Die Party wird von Wespen gecrasht. Die Tiere greifen alles an, was sich bewegt. Als wäre das noch nicht schlimm genug, legen sie auch Eier in ihre Opfer ab. Und so wachsen in den Körpern der Menschen riesenhafte Wespen, die aus diesen herausbrechen und sofort andere Menschen attackieren.

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Was tun, wenn Monster-Wespen angreifen?
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Die Überlebenden verschanzen sich im Haus und nehmen den Kampf mit der fliegenden Brut auf.

Langsamer Anfang

Die ersten 20 Minuten sind extrem träge. Nichts passiert – nur billigste Dialoge werden gedroschen. Das ist richtig einschläfernd, so dass man schon fast keine Lust mehr hat, auf die Wespen-Attacke zu warten. Aber irgendwann kommt sie dann doch. Und was soll man sagen? Dann beginnt der Film, zumindest ein bisschen Spaß zu machen.

Die Figuren sind zwar immer noch halbgar und die Schauspieler abseits von Lance Henriksen und Clifton Collins Jr. auch nicht gerade besonders gut, aber dafür überzeugt „Stung“ mit reichlich Splatter. Der Clou dabei ist, dass hier großteils auf handgemachte Effekte gesetzt wird. CGI gibt es zwar auch, es wird aber moderat eingesetzt.

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Der Anfang ist etwas ... zäh.
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Gut gebaute Wespen-Monster, reichlich Kunstblut, viel Splatter – damit kann man arbeiten. Nur eines fehlt leider völlig (übrigens ähnlich dem Streifen „Infestation“, der vor ein paar Jahren auch Insektenhorror der Riesenart geboten hat): der Humor.

Denn eigentlich soll „Stung“ ja schon eine Horrorkomödie sein, aber zu lachen gibt es praktisch nichts. Hier und da mag man kurz vor einem Schmunzeln stehen, die uninspirierten Dialoge mit der nur halbgaren Performance verhindern aber ein ums andere Mal, dass es hervorbricht.