Es ist endlich soweit: der Papa der deutschen Comedy ist zurück! Sexistisch und ausländerfeindlich wie eh und je und um keinen Spruch verlegen. Jeder bekommt bei „Stromberg“ sein Fett weg, doch am meisten mal wieder der (un)charismatische Chef selbst. Für Stromberg-Fans ein wahres Muss und der meisterliche Abschluss und Höhepunkt der irrwitzigen Serie mit dem bitterbösen Humor.

Stromberg - Der Film - Stromberg und die HandysEin weiteres Video

Büro ist Krieg! Das wissen hartgesottene Stromberg-Fans genau. Vor allem wenn der naive Meister des Bürokrieges im Chefsessel sitzt und seinen nächsten Feldzug plant. Dabei ist Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst in seiner mit Abstand besten Rollen) nicht auf den Mund gefallen. Denn er weiß genau: „Eine Firma ist wie eine Ehefrau, die fickt dich noch, wenn du nicht damit rechnest!

Stromberg - Der Film - Lass das mal den Papa machen

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Christoph Maria Herbst in seiner besten Rolle?
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Von Menschen und Karriere-Zombies

Also alle Geschütze hochgefahren und auf zum Gegenangriff – vor allem auf die Lachmuskeln der Zuschauer. Denn das eingespielte Team rund um Drehbuchautor und Produzent Ralf Husmann und Regisseur Arne Feldhusen macht, was es am besten kann: Bitterbösen Humor gepaart mit angeschlagenen Charakteren, deren Leben es nicht gerade gut mit ihnen meint, auf der Kamera festhalten – und diesmal sogar auf die große Leinwand produzieren.

Denn „Stromberg – Der Film“ schafft famos den Sprung ins Kino und liefert so einen perfekten Abschluss und Höhepunkt der Comedy-Serie rund um den fiesen Chef. Doch um eine Episode von 20 Minuten auf Spielfilmlänge zu bringen, braucht man auch eine ansprechende Handlung. Und diese Balance schafft Ralf Husmann mit Leichtigkeit: Bernd Stromberg steht seine härteste Prüfung bevor.

Neben einem Betriebsausflug, der allerlei Potential für Streitigkeiten und Komplikationen liefert, muss der unzerstörbare Chef gegen die drohende Arbeitslosigkeit kämpfen. Die Filiale der Capitol, in der unsere beliebten Serienfiguren arbeiten, soll nämlich geschlossen werden.

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In "Stromberg - Der Film" bahnt sich was an ...
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Und das bedeutet für den Papa nur eines: höchste Zeit, sich in die Zentrale abzusetzen! Was scheren ihn die anderen? Jeder muss sehen, wo er bleibt und für sich die Entscheidung fällen „Bist du eher der Hammer oder der Nagel?“ Um für einen Posten in der Zentrale in Frage zu kommen, muss sich Stromberg allerdings mal wieder beim Vorstand einschleimen.

Lurchi, Lurchi, Lurchi! Ein absolutes Muss für jeden Stromberg-Fan und der perfekte Abschluss für eine tolle Serie!Fazit lesen

Doch er hat die Rechnung ohne Berthold „Ernie“ Heisterkamp (wieder einmal herrlich schrullig: Bjarne Mädel) gemacht. Das langjährige Mobbingopfer der Abteilung hat nämlich den gleichen Plan! Während sich Ernie als Vorzeige-Mitarbeiter präsentiert, tritt Stromberg natürlich von einem Fettnäpfchen ins nächste. Ob das gut geht?

Großes Klassentreffen der Capitol-Belegschaft

Aber auch die anderen Mitarbeiter haben mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen: Ulf (Oliver Wnuk) und Tanja (Diana Staehly) sind schon längst im bürgerlichen Eheleben angekommen. Tanja pocht weiterhin auf Familiennachwuchs, Ulf würde lieber ein flottes Junggesellenleben führen.

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Ein Wiedersehen mit vielen Bekannten.
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Da es mit Adoptionen nicht so rosig aussieht, hat Tanja ein Pflegekind klargemacht: Den 10-jährigen Lausbuben Marvin. Während Tanja versucht, sich mit Marvin und den Schwierigkeiten herumzuschlagen, die das Elternleben mit sich bringt, nutzt Ulf jede Gelegenheit, um aus dieser Situation zu fliehen – was natürlich für Zündstoff sorgt.

Und auch Jennifer „Schirmchen“ Schirrmann (Milena Dreißig) hat so ihre Probleme mit der Ehe: ihr Ex-Mann Andreas heiratet wieder. Als wäre das nicht schon schlimm genug, darf sie im Hotel, in dem der Betriebsausflug stattfindet, auch noch der Hochzeitsfeier eines Namensvetters ihres Ex-Manns beiwohnen – und hat so erst einmal keinen Kopf für die Anbandelungen von Stromberg, der immer noch für sein „Schirmchen“ schwärmt.

Es gibt also ein Wiedersehen mit allen Hauptcharakteren aus der Serie. Diese haben sich erfreulicherweise weiterentwickelt, was für begeisterte Verfolger der Sendung natürlich schön mit anzusehen ist und den Personen mehr Tiefgang verleiht. Außerdem dürfen sich die Fans zusätzlich über Gastauftritte der einen oder anderen Figur freuen, sodass zum großen Finale alle noch einmal vereint sind.

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Der Film wird der Serie in jedem Fall gerecht.
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Ralf Husmann lässt sich hier nicht lumpen und gedenkt in „Stromberg – Der Film“ noch einmal all seinen Charakteren und schafft es sogar, selbst Totgeglaubte auf sehr clevere Art und Weise auferstehen zu lassen.

Jeder hier in dem Bumms hat Spass!

Mit viel Raffinesse, schwarzem Humor und Einfallsreichtum schafft Husmann mit „Stromberg – Der Film“ den perfekten Sprung von der Fernsehserie auf die Kinoleinwand. Ich hatte anfangs meine Zweifel, ob die als „Mockumentary“ konzipierte Comedy-Serie auch im Kino funktionieren würde und wurde tatsächlich eines Besseren belehrt. Die 100 Minuten vergehen wie im Flug, ein Lacher jagt den nächsten und bei manchen Szenen muss man aufpassen, nicht vor Lachen aus dem Kinosessel zu fallen.

Vor allem Ernie hat hier so seine Momente und verrät beispielsweise dem Kamerateam in einem Interview: „Ich dachte immer, dass alle gegen mich sind. Und so isses auch! Aber das muss man positiv sehen!“ Diese Weisheit wird begleitet von einem anschließenden Magengrummeln des Schauspielers, nachdem das Publikum sicher nicht mehr an sich halten kann.

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Freut euch auf einen der witzigsten Filme dieser Zeit.
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Genau das ist auch die Besonderheit an der Serie „Stromberg“, die man auch im Film fortgesetzt hat: Das Team ließ die Kamera häufig weiterlaufen, obwohl die Szene laut Drehbuch schon beendet war.

Die darauf folgenden Improvisationen der Darsteller ergänzten das Drehbuch so nicht selten um eine weitere Pointe, wie hier im Falle von Bjarne Mädels Bauchgrummeln, das natürlich nicht beabsichtigt war, aber sichtlich eine komische Funktion innehatte, die das „Doku-Format“ zusätzlich unterstreicht.

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"Stromberg - Der Film" startet bei uns am 20.02.2014 in den Kinos.
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Es sind eben diese Art der Situationskomik, die Gesten der Schauspieler und vor allem der stille Witz, die „Stromberg“ ausmachen. Eigentlich ist die Serie gar nicht lustig, sehr trocken, traurig und auch dramatisch. Doch wenn man sich darauf einlässt, die Charaktere begleitet und den ein oder anderen Spruch zwischen den Zeilen liest, kann es passieren, dass man aus dem Lachen gar nicht mehr rauskommt.

Vor allem Fans dürften sich freuen, wenn ihre geliebten Figuren erneut in besonderen Momenten glänzen dürfen, wenn die gesamte Belegschaft Stromberg mit „Lurchi, Lurchi, Lurchi!“ anfeuert und auch Ulf mal den starken Mann markieren darf. So hilft es natürlich, die bisherigen fünf Staffeln zu Stromberg gesehen zu haben, aber der Film kann auch ohne dieses Wissens funktionieren – nur eben nicht so gut.