Im Lauf der letzten Jahre waren Stripperinnen schön häufiger die Heldinnen von Horrorfilmen, mit Werwölfen haben es die zeigefreudigen Damen aber noch nicht zu tun bekommen. Hauptsächlich ging es gegen Zombies. In „Strippers vs. Werewolves“, der just auf DVD erschienen ist, ist der Titel Programm.

Strippers vs. Werewolves - Official Trailer #1

In einem Stripclub verwandelt sich ein Besucher bei einer Privatvorstellung in einen Werwolf. Die Stripperin gerät in Panik und rammt dem Werwolf einen silbernen Stift ins Auge. Das Monster stirbt. Die Club-Betreiberin Jeanette (Sarah Douglas) weiß, was nun auf sie wartet. Sie hatte schon einmal vor gut einem Viertel Jahrhundert mit den haarigen Bestien zu tun. So trägt sie einem der Angestellten auf, die Leiche verschwinden zu lassen.

Aber so leicht kommt man mit einem Werwolf-Kill nicht davon. Das Rudel des ermordeten Werwolfs sucht nach dem verschwundenen Kameraden. Als man zu der Erkenntnis kommt, dass dem Rudelmitglied etwas passiert sein muss, folgt man einer Blutspur, bereit, alles zu fressen und zu vernichten, was im Weg steht. Schon bald kommt es, wie es kommen muss: Strippers gegen Werwölfe!

Freddy und Ursa

Die britische Produktion aus dem Jahr 2012 leistet sich ein paar Cameos und Gastauftritte von Genre-Größen. Während Lysette Anthony („Dracula – Tot, aber glücklich“) nur kurz durchs Bild huscht, haben Sarah Douglas und Robert Englund sogar ein bisschen mehr zu tun. Wo sie einst als Kryptonierin Ursa in „Superman II – Allein gegen alle“ bekannt wurde und er als Freddy Krueger das vielleicht coolste Monster aller Zeiten war, haben sie hier weniger attraktive Rollen. Aber: Ihre bloße Anwesenheit reicht, den Film aufzuwerten.

Strippers vs. Werewolves - „Heute Nacht fressen wir alles, was Strapse trägt.“

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Ihr habt da aber zwei große... Dinger.
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Sehr schön ist auch der Gastauftritt von Steven Berkoff („Rambo 2“). Weiterhin sind Martin Kemp („Die Krays“) und die in Hooligan-Filmen sehr aktiven Mimen Nick Nevern und Simon Phillips mit von der Partie. Viel zu wenig zu tun hat Alan Ford, der hier den Barkeeper im Stripclub gibt. Dabei hat das altgediente Knautschgesicht erst jüngst bei „Cockneys vs. Zombies“ gezeigt, dass er es mit Monstern problemlos aufnehmen kann.

Neben den eher unbekannten Damen, die sich auf der Bühne räkeln, sind es die großen und kleinen B-Film-Nasen, die „Strippers vs. Werewolves“ bereichern.

Rotstripperchen und der böse Wolf

„Strippers vs. Werewolves“ ist keine Komödie, besitzt aber durchaus humorige Elemente. Nicht alle sind freiwillig, manche ergeben sich auch daraus, dass das Geschehen immer abstruser wird, etwa dann, wenn die Stripperinnen die ganz großen Knarren rausholen oder Silbertotschläger einsetzen.

Der Film zitiert nicht nur „Die drei kleinen Schweinchen“, sondern auch das Rotkäppchen, nämlich dann, wenn die Werwölfe im Club auftauchen und die Stripperinnen in rotem Umhang auf der Bühne erscheinen. Das mag nicht immer stimmig sein, auch und besonders, wenn sich das limitierte Budget beim großen Kampf zeigt, aber unterhaltsam ist es allemal.

Packshot zu Strippers vs. WerewolvesStrippers vs. Werewolves

Vorteilhaft ist dabei, dass der Film bei der Darstellung der Werwölfe eigene Wege beschreitet. Es sind weder Wölfe noch solche Kreaturen wie z.B. bei „Dog Soldiers“. Vielmehr sehen diese Werwölfe wie Mensch-Wolf-Hybriden aus, die auch ihre Klamotten behalten, aber spitzere Zähne und etwas mehr Gesichtsbehaarung erhalten.

Totaler Trash mit originellen Werwölfen, züchtigen Stripperinnen und ein paar bekannten Genre-Nasen.Fazit lesen

Das ändert natürlich auch nicht, dass „Strippers vs. Werewolves“ letzten Endes nur ein formelhafter Malen-nach-Zahlen-Film ist. Eines muss man einem Film, der „Strippers“ im Titel hat, auf jeden Fall vorwerfen: Strip-Szenen dürfen nicht fehlen, sind hier aber nicht nur rar gesät, sondern praktisch nicht vorhanden.

Strippers vs. Werewolves - „Heute Nacht fressen wir alles, was Strapse trägt.“

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Mit nackten Tatsachen hält sich der Film zurück.
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38 Pfund

Das ist die Summe, die der Film in Großbritannien am ersten Kinowochenende eingespielt hat. Geht man danach, muss „Strippers vs. Werewolves“ einer der miesesten Filme aller Zeiten sein, aber ganz so schlimm ist es nicht. Die Story ist etwas mäandernd, die Action bisweilen zu günstig und die Dialoge regen mitunter zum Fremdschämen an, aber wenn man an den Film als das, was er ist, herangeht, dann kann man durchaus vergnügliche 90 Minuten erleben. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass dieser Film Trash der übelsten Sorte ist.

Er versucht, Horror mit Humor zu verbinden, ganz wie „Shaun of the Dead“, aber natürlich weit weniger gelungen. Das gilt im Grunde für die meisten britischen Horrorkomödien, die im Fahrwasser des Edgar-Wright-Films kamen.