Schon mehrmals hat man versucht „Street Fighter“ filmisch adäquat umzusetzen, aber weder der Film mit Jean-Claude van Damme noch der deutlich günstigere mit Kristen Kreuk waren dabei besonders erfolgreich. Bei van Dammes Film lag es, so erinnerte sich Regisseur Steven E. DeSouza, daran, dass vor allem die Einmischungen von Capcom dem Produkt ganz gewaltig geschadet haben.

Street Fighter: Assassin's Fist - Official Trailer

Bei „Street Fighter: Assassin’s Fist“ lief es anders. Die Geschichte des Films begann mit einem Kurzfilm, den Joey Ansah und Christian Howard im Jahr 2010 präsentierten und der als Beweis dafür dienen sollte, dass sie auch einen „Street Fighter“-Film stemmen konnten. Zwei Jahre später gab man bekannt, dass Capcom den Machern die Rechte an einer Serien-Umsetzung überlassen hatten.

Street Fighter: Assassin's Fist - Dieser Film tritt den Big-Budget-Vorgängern kräftig in den Hintern!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 5/81/8
Die Serie erscheint im Filmformat am 29.08.2014 auf Blu-ray und DVD.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Zuerst sollte eine Kickstarter-Initiative das notwendige Geld bringen, private Investoren machten dies aber überflüssig. 2013 begann man mit der Produktion der zwölf Episoden, die jeweils eine Laufzeit von elf bis zwölf Minuten haben. Alternativ machte man daraus eine sechsteilige Miniserie für das Fernsehen und einen knapp zweieinhalb Stunden langen Film für die DVD- und Blu-ray-Auswertung.

Wie sie wurden, was sie sind

Es ist das Jahr 1987: Ryu und Ken sind Schüler von Goken. Seit Jahren trainieren sie die Kampfkunst Ansatsuken, doch nun ist es Zeit, die nächste Stufe zu erklimmen. Sie erlernen das Hado, aber Goken achtet darauf, dass seine Schüler nicht dem Satsui no Hado verfallen, einer dunklen Form des Hado, mit der man einem Tötungsrausch verfällt.

Verfallen ist dem auch Gokens Bruder Goki, der sich einst mit seinem Meister, aber auch seinem Bruder überworfen hat. Goki wurde damals verbannt, aber er ist noch immer da draußen – und er will der einzige Meister des Ansatsuken sein.

Street Fighter: Assassin's Fist - Dieser Film tritt den Big-Budget-Vorgängern kräftig in den Hintern!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 5/81/8
Coole Story, krasse Fights.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Details sind wichtig

„Street Fighter: Assassin’s Fist“ unterscheidet sich stark von seinen beiden Vorgängern. Er hatte weit weniger Budget zur Verfügung, nutzt dies aber deutlich besser. Mit nur einer Handvoll Darstellern und Drehorten im bulgarischen Sofia hat Joey Ansah einen befriedigenderen Film abgeliefert, als beide Vorgänger zusammen. Er konzentriert sich auf die Backstory von Ryu und Ken und kann tief in diese eintauchen. Weil ihm mit knapp zweieinhalb Stunden Laufzeit auch der notwendige Raum gegeben wird.

Die vielleicht beste Game-Adaption aller Zeiten.Fazit lesen

So erzählt er nicht nur von Ryu, der sich in erster Linie selbst besiegen will, und Ken, der immer den Wettkampf sucht, sondern auch von Goken und Goki, die als Spiegelbilder der jüngeren Kämpfer fungieren. Denn ihr Schicksal hätte auch das von Ryu und Ken sein können, beschreitet letzterer doch einen Pfad, der dem von Goki nicht unähnlich ist, findet dann aber doch noch den Weg zurück.

Street Fighter: Assassin's Fist - Dieser Film tritt den Big-Budget-Vorgängern kräftig in den Hintern!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 5/81/8
Goki (Akuma) ist der große Antagonist der Serie.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Geschichte von Goken und Goki überschattet die von Ryu und Ken im Verlauf des Films. Grund hierfür ist, dass die Geschichte, wenn man sie in sequenzieller Form sieht, auf Höhepunkte angelegt ist, die mit jeder Episode kommen müssen. Dennoch: Als zusammenhängender Film kann das durchaus überzeugen, auch wenn es viele ruhige Momente gibt, die den Action-Fans vielleicht zu ausführlich dargeboten werden.

Coole Fights

Dass bei „Street Fighter“ die Kämpfe natürlich ein wichtiges Element sind, versteht sich von selbst. Besteht zu Beginn des Films zu befürchten, dass hier nur wenig geboten wird, weil man anfangs hauptsächlich die beiden Hauptfiguren beim Trainieren sieht, so ändert sich das doch recht bald, wobei die Macher das Größtmögliche herausholen.

Street Fighter: Assassin's Fist - Eingefangene Szenen aus der Serie und dem Film

Klicken, um Bilderstrecke zu starten (6 Bilder)

Street Fighter: Assassin's Fist - Eingefangene Szenen aus der Serie und dem Film

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 1/71/7
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Es gibt Fights zwischen Ryu und Ken und Goken und Goki, die auch effekttechnisch glänzen können. Bekannte Moves aus den Games werden hier geboten und filmisch adäquat umgesetzt. Das Highlight ist dabei der Kampf zwischen Ryu und Ken, als letzterer mit einer flammenden Faust gegen seinen Freund antritt.

Die Schauspieler sind zwar allesamt unbekannt, schlagen sich in ihren Rollen aber recht gut. Die Darbietungen sind brauchbar, noch besser sind jedoch die physischen Möglichkeiten der Mimen. Man nimmt ihnen ab, dass sie Kämpfer sind.