„Twister“ ist knapp 20 Jahre her, da ist es nur recht und billig, sich einmal mehr filmisch mit Sturmjägern zu befassen. Immerhin hat die Effekttechnik in den letzten Jahrzehnten auch immense Sprünge gemacht. Und dann hat man natürlich noch den Ansatz eines Found-Footage-Films, der ideal ist, um den Zuschauer mitten rein ins Geschehen zu reißen.

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Pete (Matt Walsh) und sein Team, darunter die Meteorologin Allison (Sarah Wayne Callies), jagen den großen Tornados hinterher. Sie wollen eine Dokumentation produzieren, die etwas bieten soll, dass es so noch nie zu sehen gab. Aufnahmen aus dem Inneren des Sturms. Aber es gibt ein Problem: Bislang war kein Tornado aufzutreiben.

Allerdings ergibt sich nun eine Chance, denn Allison ist überzeugt, dass ein Mega-Tornado nicht in Riverside, wie alle sagen, aufschlagen wird, sondern in der Kleinstadt Silverton. Sie hat recht, schon bald braucht sich über der Stadt ein Jahrhundertsturm zusammen, der die Bewohner bedroht, darunter zahlreiche Kids, die eigentlich nur ihren Schulabschluss feiern wollten.

Storm Hunters - Der zornige Finger Gottes

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Der Film läuft bei uns am 21.08.2014 in den Kinos an.
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Nicht das typische Gewackel

„Storm Hunters“ erzählt davon, wie eine Dokumentation gemacht werden soll. Was wir hier zu sehen bekommen, ist im Endeffekt das Endprodukt, das Pete und seine Leute zu produzieren hofften. Einige kleine Schönheitsfehler gibt es dabei durchaus. Nicht jede Einstellung ist von einer beweglichen oder statischen Kamera gedeckt, manche bewegen sich im leeren Raum, dürften so also gar nicht Bestandteil des Films sein.

Aber darüber kann man hinwegsehen. Denn der Film begeht die größte Sünde aller Found-Footage-Filme nicht: Er wackelt nicht wie irre, sondern ist gewillt, das wilde Treiben auch zu zeigen. Das kann man, wenn ein Multi-Millionen-Dollar-Budget für die stürmischen Effekte zur Verfügung steht.

Farblose Figuren

Ein Minuspunkt des Films sind die unterentwickelten Figuren. Mehr als ein paar tausendfach benutzte Klischees sind dem Autor John Swetnam hier nicht eingefallen. Es gibt den Vater, der mit seinen Söhnen im Clinch liegt, den Filmemacher, den nur sein Film interessiert, die Mutter, die so gern bei ihrer kleinen Tochter wäre, aber eben ihre Pflicht erfüllt, und zwei Vollidioten, die den Johnny-Knoxville-Gedächtnis-Preis verliehen bekommen müssten, so dermaßen dumm agieren sie in unmittelbarer Nähe eines Tornados.

Storm Hunters - Der zornige Finger Gottes

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Im Original heißt der Film "Into the Storm".
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Aber gut, einen Film wie „Storm Hunters“ sieht man sich nicht wegen ausgefeilter Figuren oder einer innovativen Geschichte an. Hier gibt es eigentlich nur eines, was wirklich zählt – und in dem Bereich kann der Film ganz und gar punkten. Die Effekte sind atemberaubend, die visuelle und akustische Umsetzung dieses Sturms dürfte dem am nächsten kommen, wie es wirklich ist, einer solchen Naturgewalt nahe zu sein. Im Grunde bräuchte man hier ein Kino, durch das der Wind pfeift und in dem die Stühle wackeln, dann wäre es praktisch gefühlsecht.

„Storm Hunters“ findet dabei ein paar sehr bemerkenswerte Bilder, die teils auch im Trailer zu sehen sind. Die Windhose, die brennendes Benzin in sich aufnimmt und damit zum flammenden Tornado wird, ist ein echter Hingucker. Was der Trailer aber nur anzudeuten vermag, wird im Film noch weit dramatischer, da hier direkt die Leben der Haupthandlungsträger auf dem Spiel stehen.

Kein guter, aber ein richtig unterhaltsamer Film. Das FX-Spektakel macht einfach Spaß.Fazit lesen

Überraschungen in Hinblick darauf, wer diese Naturgewalt überlebt, gibt es nicht. Dafür hält sich der Film viel zu sehr an die typischen Formeln des Katastrophenkinos. Man kann im Grunde schon nach zehn Minuten sagen, wer überleben wird und wer der Sturmfront zum Opfer fallen wird.