Im Jahr 2009 erklomm Seth Grahame-Smiths Roman den Platz 3 der New-York-Times-Bestseller-Liste. Die Filmrechte wurden flugs verkauft und die Produktion begann – irgendwie zumindest. Denn was dann folgte, war ein Abstecher in die Development Hell, aus der der Film beinahe nicht mehr hervorgekommen wäre. Fast zehn Regisseure waren im Verlauf der Jahre im Gespräch, hatten bisweilen auch schon Verträge unterschrieben, sich dann aber wieder zurückgezogen.

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Irgendwie mutete es an, als ob „Stolz und Vorurteil & Zombies“ einfach nicht dazu bestimmt war, auf die große Leinwand zu kommen. Dasselbe Spiel setzte sich mit der Besetzung der weiblichen Hauptrolle fort. Erst sollte es Natalie Portman sein, die immer noch als Produzentin genannt wird, dann kamen andere Damen ins Gespräch, bis man sich für Lily James entschied, die hauptsächlich aus „Downton Abbey“ bekannt ist.

Auf dem Regiestuhl nahm schließlich Burr Steers Platz. Kein besonders namhafter Regisseur. Auch keiner, dessen bisheriges Werk eine besondere Affinität für das Genre offenbart hätte. Schließlich ist sein größter Hit der Zac-Efron-Film „17 Again“.

Stolz und Vorurteil und Zombies - Hat das lange Warten gelohnt?

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Der Film erscheint am 09.06.2016 im Kino.
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Ein Stück weit mag es darum auch an Steers liegen, dass „Stolz und Vorurteil & Zombies“ einfach nicht so spritzig ist, wie man es sich gewünscht hätte.

Verdrehte Welt

Es ist das Jahr 1811. Seit mehr als 100 Jahren kämpft man im Vereinigten Königreich gegen Zombies. Irgendwann mauerte man gar London ein, zog einen Wall durch das Land, befestigte ihn mit einem Wassergraben und sprengte alle außer einer Brücke.

Nun droht die Gefahr, von einer neuen Zombie-Welle überrannt zu werden. Mrs. Bennet hat jedoch ganz andere Probleme. Sie muss ihre fünf unverheirateten Töchter noch unter die Haube kriegen – im Idealfall an reiche Herren. Während Jane von Mr. Bingley der Hof gemacht wird, hat Pastor Collins ein Auge auf Liz geworfen. Die wiederum fühlt sich von Mr. Darcy angezogen, und das, obwohl sie ihn eigentlich verabscheut. Aber dann lernt sie den charmanten Mr. Wickham kennen, der im Clinch mit Darcy liegt.

Packshot zu Stolz und Vorurteil und ZombiesStolz und Vorurteil und Zombies

Und während all dieser Beziehungsprobleme tauchen immer wieder Zombies auf, gegen die aber auch die Damen bestens gerüstet sind. Denn in der Kampfkunst wurden sie in China oder Japan ausgebildet …

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Clevere Idee. Aber auch eine clevere Umsetzung?
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Clevere Idee

Schon der Roman profitierte davon, dass die Idee, Jane Austens erfolgreichsten Roman mit Untoten zu garnieren, nicht nur clever, sondern schlichtweg genial war und ist. Man sollte meinen, dass sich das auch auf einen Film übertragen lässt, aber der Funke will hier nicht so recht übergehen.

Woran es genau liegt, ist gar nicht so leicht auszumachen. Die Schauspieler sind in ihren Rollen durchaus überzeugend, besonders Sam Riley als Darcy weiß zu gefallen, aber die Umsetzung bleibt einfach leblos.

Ein Kultfilm in spe ist das nicht, eher ein unter den Erwartungen und darum enttäuschender Beitrag zum Zombie-Genre.Fazit lesen

Manche Elemente sind schlichtweg bizarr – etwa die Idee, dass die Damen der feinen Gesellschaft bei Shaolin-Mönchen in China die Kampfkunst erlernt haben oder Mr. Darcy mit einem Samurai-Schwert Zombies in Stücke hackt –, anderes wirkt einfach nur leblos. Das ist ohnehin das größte Problem, mit dem dieser Film zu kämpfen hat.

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Da haben wir uns leider mehr versprochen. Ihr auch?
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Es dauert, bis er in die Gänge kommt – und was dann passiert, ist im Grunde so untot wie die Zombie-Horden, die auf England losgelassen wurden. Im Grunde sollte es mehr zu lachen geben, insbesondere, weil „Stolz und Vorurteil & Zombies“ sich auch als eine Komödie versteht, aber dies gelingt nur bei der Figur, die auch im Roman schon als humoristische Brechung angelegt ist: der von Matt Smith gespielte Pastor Collins.

Ansonsten wirkt der Streifen häufig wie eine Parodie, die aber nicht witzig ist – und das ist die Kardinalssünde eines jeden Werks, das auch Komik bieten will.