Fast 30 Jahre hat Stirb Langsam mittlerweile auf dem Buckel. Der Klassiker, der Bruce Willis quasi über Nacht zum Megastar katapultierte, gilt als einer der besten Actionfilme aller Zeiten. Dass er dennoch nicht frei von Fehlern ist, verriet nun Drehbuchautor Steven E. de Souza.

Stirb langsam - Ho, ho, ho: Drehbuchautor Steven E. de Souza klärt den größten Filmschnitzer auf

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Hans Gruber ist dazu verdammt, jedes Jahr an Weihnachten vom Nakatomi-Plaza zu stürzen
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Auch wenn der Film an sich wenig weihnachtlich erscheinen mag, ist Stirb Langsam mittlerweile einer der Weihnachtsfilmklassiker schlechthin. Wer kennt nicht das Mem, das behauptet, dass erst Weihnachten ist, wenn Filmbösewicht Hans Gruber (Alan Rickman, möge er in Frieden ruhen) vom Nakatomi-Plaza gestürzt ist.

Doch selbst ein Klassiker wie Stirb Langsam ist nicht frei von Logiklöchern, wenn auch das hier spezifische eines ist, das womöglich nur den wenigstens auffällt. Hierbei handelt es sich um die Szene, als sich Polizist John McClane (Bruce Willis) und Hans Gruber das erste Mal persönlich und direkt begegnen. Bis dahin hatte McClane Gruber noch nicht gesehen. Gruber versucht sich mit einem falschen amerikanischen Akzent als Geisel zu tarnen. McClane fällt der Schwindel aber auf und reicht Gruber zur Bestätigung eine leere Knarre, die der Bösewicht prompt auf ihn richtet. Nun könnte man vor allem in der deutschen Version glauben, McClane habe einfach aufgrund seiner Polizei-Instinkte richtig gehandelt oder weil er generell skeptischer Natur ist. Tatsächlich hätte die Szene aber anders verlaufen sollen, wie Drehbuchautor Steven E. de Souza verrät.

Tag Heuer

"Ursprünglich sollten die Geiselnehmer zu Beginn aus dem Truck steigen, die Kamera fährt dann nach oben und zeigt alle im Kreis stehen, während Alan Rickman sagt, 'Synchronisiert eure Armbanduhren'", so De Souza. "Dann strecken sie alle ihre Armbanduhren aus und man erkennt, dass sie alle dieselben Tag-Heuer-Uhren tragen."

Dieser Sub-Plot mit den Tag-Heuer-Armbanduhren musste aufgrund eines befürchteten Kontinuitätsfehlers wegfallen. Denn in der letzten Drehwoche fügte De Souza eine Szene ein, in der Grubers Gruppe versucht, mit Hilfe eines Krankenwagens zu fliehen. Argyle, der Limousinenfahrer hätte dann die Bösewichte stoppen sollen, indem mit seinem Wagen in den Krankenwagen gefahren wäre. Allerdings, und das ist der Fehler, gab es in der Anfangsszene, in der Gruber und seine Leute den Uhrenvergleich hatten, kein Krankenwagen. Regisseur John McTiernan entschied sich daher dazu, die Szene so früh wie möglich schneiden zu lassen, damit der Fehler nicht auffällt. Nun verschwand daher auch das Synchronisieren der Armbanduhren. Und genau an der Tag-Heuer-Uhr, die jeder der Bösewichte trug, hat McClane eigentlich erkennen sollen, dass Rickmans Hans Gruber keine Geisel, sondern einer der Geiselnehmer ist.

Aber John McClane als gewitzter Superpolizist ist doch auch eine tolle Vorstellung, oder?!